
Image licensed by Ingram Image/adpic
Fonds-News KW 16 | 15.04.2025
Das globale Rennen um Rohstoffe ist eröffnet
Donald Trump hält die Welt in Atem. Die Volatilität nimmt zu. In solch einem Umfeld können breit gestreute Portfolios von Vorteil sein, um Schwankungen zu mindern. Auch Gold und Rohstoffe können ein Teil eines solchen Portfolios sein. Neben der Nachfrage von internationalen Notenbanken steigert auch die anhaltende Unsicherheit die Nachfrage nach Gold, dessen Preis von einem Höchstwert zum anderen klettert. Der Ölpreis ist nach den jüngsten Rücksetzern hingegen so tief wie seit rund drei Jahren nicht mehr. Höhere Fördermengen und die Aussicht auf eine gedämpfte Wirtschaftsentwicklung aufgrund der US-Zollpolitik dämpfen die Nachfrage. Doch nicht nur aufgrund des schwachen Ölpreises sind Rohstoffe derzeit wieder in aller Munde, auch aufgrund des möglichen Rohstoffabkommens zwischen den USA und der Ukraine und der Annexionspläne der Trump-Regierung hinsichtlich Grönland (im Bild oben: die Stadt Tasiilaq). Dies alles zeigt wie wichtig Rohstoffe sind und weshalb Investor:innen sich überlegen sollten, diese in ihr Portfolio mitaufzunehmen.
Der Bedarf an Rohstoffen steigt
Obwohl der Umstieg auf alternative Energien von zunehmender Bedeutung ist, sind derzeit Energierohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle noch unverzichtbar für die globale Energieversorgung. Der Übergang zu erneuerbaren Energien schreitet zwar voran, doch fossile Brennstoffe werden vorerst weiterhin eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen und damit auch der Bedarf nach ihnen anhalten oder sogar noch steigen.
Investitionen in erneuerbare Energien beeinflussen hingegen nicht nur den künftigen, möglicherweise reduzierten Bedarf an fossilen Energierohstoffen. Für den Ausbau erneuerbarer Energien werden andere Rohstoffe in großem Maße gebraucht. Auch wenn erneuerbare Energien, wie z.B. Solarkraftwerke oder Windparks keine Brennstoffe benötigen, wenn sie Energie produzieren, so werden bei ihrer Herstellung teils mehr oder andere Rohstoffe benötigt. Die Energiewende erfordert beispielsweise erhebliche Mengen an Lithium, Kobalt und seltenen Erden für die Herstellung von Batterien, Windturbinen und Solarpanelen. Auch die Nachfrage nach anderen Metallrohstoffen wie z.B. Kupfer und Nickel dürfte durch den Ausbau der Elektromobilität, die Energiewende und anderer moderner Technologien anhalten. Rohstoffe wie Kalk, Salze und seltene Erden sind für viele industrielle Prozesse unverzichtbar und dürften ebenfalls immer stärker nachgefragt werden. Rohstoffe wie Sand und Kies sind hingegen vor allem für die Bauindustrie von immenser Bedeutung.
Herausforderungen der Rohstoffgewinnung
Umstritten ist der Abbau von Rohstoffen aus Umweltsicht schon lange. Nicht nur in Bezug auf die Ölförderung, wie z.B. durch Fracking, auch der Abbau diverser anderer Rohstoffe wirkt sich auf die Umwelt aus. Eine steigende Nachfrage nach diversen Rohstoffen steigert nicht nur die Frage nach der Verfügbarkeit von Rohstoffen, sondern auch wie die diversen ökologischen Auswirkungen des Abbaus begrenzt werden können. Paradoxerweise kann die Transformation hin zu erneuerbaren Energien die Umwelt anderweitig belasten, wenn dem nicht entgegengewirkt wird. Hierzu zählen insbesondere die Verhinderung der Kontamination von Böden und Gewässern im Zuge der Rohstoffgewinnung, die Reduktion von Emissionen, die beim Abbau und der Verarbeitung entstehen, ein möglichst geringer Ressourcenverbrauch (z.B. Wasser und Energie) bei der Rohstoffgewinnung und nicht zuletzt auch die Begrenzung des Verlustes von Biodiversität beim Abbau in sensiblen Gebieten.
Rohstoffe in der Geopolitik
Die anhaltende Nachfrage nach Rohstoffen und die zuverlässige Versorgung der Wirtschaft mit ihnen ist ein entscheidender Faktor für die Wirtschaft eines Landes und wird dies auch bleiben. Nicht umsonst strebt US-Präsident Donald Trump z.B. ein Rohstoffabkommen mit der Ukraine an. Allerdings sorgt dieses für Diskussionen, da das Abkommen vorsieht, dass die Ukraine der USA Zugang zu wertvollen Bodenschätzen gewährt, um sie als Verbündeten gegen die russische Aggression zu halten bzw. sie für ihre bisherige Unterstützung zu „entlohnen“. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen weiterentwickeln und welche Auswirkungen das Abkommen auf die Rohstoffmärkte haben wird.
Auch an anderer Stelle zeigt sich die Bedeutung von Rohstoffen in der Geopolitik. Donald Trump bekräftigt zunehmend sein Interesse an Grönland. Er hat betont, dass der Besitz und die Kontrolle über Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit und Freiheit notwendig sei und auch US-Vizepräsident J.D. Vance hat Grönland unlängst besucht und dabei die geopolitische Bedeutung der Insel hervorgehoben. Außer Acht zu lassen ist aber auch nicht, dass Grönland reich an wertvollen Rohstoffen ist. Trotz der bekannten Vorkommen werden diese bislang kaum abgebaut. Steigende Preise auf dem Weltmarkt könnten dies jedoch ändern, da die Förderung mit steigenden Preisen für Unternehmen immer rentabler wird.
Die Aussagen und Besuche der US-Regierung haben in Europa und insbesondere in Dänemark für Besorgnis gesorgt, nicht nur aufgrund der territorialen Integrität, die es zu wahren gilt, auch für die EU sind Grönlands Rohstoffe von großem Interesse. Die EU hat erkannt, dass die seltenen Erden und andere Mineralvorkommen der Insel entscheidend für die Sicherung der Rohstoffversorgung und die Förderung der Energiewende sind und plant, ihre Zusammenarbeit mit Grönland zu intensivieren, um den Zugang zu diesen wertvollen Ressourcen zu sichern. Dies könnte langfristig die Abhängigkeit von anderen Lieferanten, insbesondere China, verringern.
Ein spannendes Jahr für Rohstoffe
Die Rohstoffmärkte stehen vor herausfordernden Bedingungen. Einerseits könnte die Nachfrage insbesondere aufgrund der Energiewende, die deutlich zur Energiesicherheit beitragen wird, dem Aufbau der nötigten Infrastruktur, sowie moderner Technologien weiter steigen. Auch eine positive Wirtschaftsentwicklung dürfte die Nachfrage unterstützen. Eine Abschwächung könnte sich hingegen dämpfend auf die Nachfrage und damit auch die Preise auswirken. Zudem werden Inflation und Angebotsveränderungen die Entwicklung beeinflussen. Als einen der größten Einflussfaktoren sehen wir derzeit aber die geopolitische Komponente. Eine Stabilisierung im Ukraine-Krieg könnte Energierohstoffe vor allem für Europa wieder vergünstigen, eine Eskalation in Nahost hingegen eher Preissteigerungen begünstigen. Eine mögliche Drosselung der Ölfördermenge durch die OPEC würde den Angebotsüberschuss reduzieren und die bereits stark gesunkenen Ölpreise wieder unterstützen. Die Intentionen der Trump-Regierung dürften aber für erhöhte Volatilität sorgen. Alles in allem erwarten wir ein volatiles Jahr für Rohstoffe. Teils stark gesunkene Preise und eine anhaltende Nachfrage könnten Rohstoffen wieder stärkeren Aufwind geben. Auch aktienseitig erwarten wir ein volatiles Jahr. Ein breit diversifiziertes Portfolio könnte in solchen Marktphasen von Vorteil sein. Somit sollten Investor:innen auch Rohstoffe beim Aufbau eines breit gestreuten Portfolios in Betracht ziehen, um Risiken breiter zu streuen und mögliche Chancen – auch am Rohstoffmarkt – zu nützen.
Auch in einem Fonds der Steiermärkischen Sparkasse, dem Avantgarde Klassik, wird neben Anleihen, Aktien und Gold auch in Rohstoffe investiert. Der Fonds bietet daher eine breite Streuung über unterschiedliche Assetklassen hinweg. Für weitere Informationen steht Ihnen Ihre Kundenbetreuer:in gerne zur Verfügung!
TP
Bei den auf unseren Webseiten angeführten Informationen handelt es sich um eine Werbemitteilung.

Kennen Sie schon die Fonds der Steiermärkischen Sparkasse?
Interessiert?
Wir beraten Sie gern – einfach Gesprächstermin vereinbaren.