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Fonds-News KW 24 | 09.06.2026
Rund läuft‘s – jedoch derzeit nur im Fußball!
Fußball nur ein Spiel? Nein, Fußball als Big Business!
Die nächste Fußball-Weltmeisterschaft steht kurz bevor. Wer Fußball nur als Spiel betrachtet, unterschätzt es. Es ist auch keineswegs nur ein Spektakel. Der Ball ist immer noch rund, aber im globalen Geschäft des Fußballs entscheidet längst nicht mehr der Zufall des Spiels, sondern die Strategie eines globalen Geschäfts mit starkem Wachstum und Aussicht auf hohe Gewinne.
Europas Profifußball setzte 2023/2024 gemäß dem Beratungsunternehmen Deloitte rund 38 Milliarden Euro um. Die 20 umsatzstärksten Clubs der Welt generierten zuletzt zusammen über zwölf Milliarden Euro.
Zwei Schweizer Schaltzentralen, die FIFA¸ die Fédération Internationale de Football Association oder einfach der Weltfußballverband, und die UEFA, die Union of European Football Associations und somit der europäische Fußballverband, sind globale Treffpunkte für Fußballfunktionäre.
Die WM 2018 lockte mehr als 3,5 Milliarden Menschen vor den Bildschirm und fuhr der FIFA rund 6 Milliarden US-Dollar ein. Im Unterschied dazu hinterlassen die oft neu erbauten Stadien in einigen Gastgeberländern, wie zuletzt in Südafrika oder Brasilien, finanzielle Lücken. Die TV-Gebühren fließen zum großen Teil in die Schweiz.
Eine Weltmeisterschaft als Umsatztreiber
Reichweite, Ticketing, Merchandising und das digitale Spielfeld – alles spielt mit. Fußball erfindet sich ständig neu: vom digitalen Ticketing über virtuelles Merchandising bis hin zu Streaming und Gaming. Heute machen die TV-Erlöse rund die Hälfte des Umsatzes aus, gefolgt von Hospitalityrechten und Ticketverkäufen. Das globale Sport-Wettgeschäft steht bei alldem sowieso an der Spitze.
Kurzum: der heutige Fußball ist eine internationale Unterhaltungsindustrie mit starkem Wachstum und Aussicht auf Gewinn. Nicht Tore, sondern Rechte sind der wirkliche Wert. Es sind die Übertragungs-, Lizenz- und Sponsoringrechte, die den zentralen Erlösmotor bilden – auch für interessierte Anleger:innen.
Keine Euphorie am Börsenparkett
Zweifel rund um die Technologie-Branche und der Krieg im Iran drücken wieder einmal verstärkt auf die Börsenstimmung. Der aktuell erfolgte Ausverkauf bei den Technologietiteln verunsichert die Märkte. Handelt es sich um eine notwendige Korrektur der vorangegangenen Euphorie, oder ist nun Zurückhaltung angebracht?
Nicht nur für den Nvidia-Chef Jensen Huang ist der jüngste Kursrückgang bei den Tech-Werten eine Kaufgelegenheit. Als CEO eines Chip-Herstellers ist wohl anhaltend Optimismus angebracht. Er und auch andere Analyst:innen sehen den Boom der künstlichen Intelligenz, KI, erst am Anfang. Somit sei anhaltend ein großer Bedarf an Ausrüstung für Computer und Rechenzentren gegeben.
Letzten Freitag hat die technologielastige Börse Nasdaq rund vier Prozent eingebüßt. Weltweit haben Aktien von Unternehmen, die als Profiteure der KI-Aufrüstung gelten, an Wert verloren.
Am Montagmorgen setzte sich der Ausverkauf insbesondere in Südkorea fort. Es musste sogar ein zwanzigminütiger Handelsstopp verfügt werden nach Börsenstart in Seoul. Der dortige Leitindex Kospi wird von Samsung und dem Halbleiterhersteller SK Hynix dominiert, die zusammen rund 45 Prozent des Index ausmachen.
Blase oder gesunde Korrektur?
Investor:innen fragen sich, ob es sich bei der KI-Euphorie um eine Blase handelt, oder ob die neuesten Verluste einfach eine gesunde Korrektur vor dem nächsten Höhenflug sind. Nach den Korrekturen zum Wochenende und Wochenanfang erholten sich die Kurse der Tech-Titel auch schon wieder. Die Volatilität und somit Schwankungsbreite an den Börsen bleibt anhaltend hoch.
Wie geht es in der Straße von Hormuz weiter?
Die erneuten Angriffe vom Iran auf Israel am letzten Sonntag haben den Krieg in Nahost wieder verstärkt ins Bewusstsein der Anleger:innen gerückt. Der US-Präsident bemüht sich zwar anhaltend, sich als Herr der Lage in Szene zu setzen, doch ein Abkommen mit dem Iran scheint weniger wahrscheinlich als je zuvor. Damit verbunden dürfte sich auch die Öffnung der Meerenge von Hormuz weiter verzögern.
Anstieg des Erdölpreises
Die Reaktion des Marktes folgte sogleich mit einem Anstieg des Erdölpreises auf über 97 US-Dollar pro Fass der Erdölsorte Brent. Auch hier bleiben jedoch die Preisschwankungen sehr hoch.
Der Erdölpreis wiederum beschäftigt die Notenbanken und deren Zinsentscheidungen. Die höheren und steigenden Energiepreise fließen auch in die Kosten für die Nahrungsmittelproduktion, wie Dünger, Herstellungs-, Transport- oder Verpackungskosten ein.
Der US-Arbeitsmarkt hält dagegen
Die neuen Daten vom letzten Freitag zeigten, dass in Amerika deutlich mehr Jobs geschaffen wurden als Ökonom:innen erwartet hatten. Anleger:innen befürchten jetzt aber, dass nun die Wahrscheinlichkeit steigen könnte, dass die Fed im laufenden Jahr die Zinsen anheben würde.
Der ultimative Stimmungstest
Die geplanten Börsengänge von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX – möglicherweise noch im Juni, sowie vielleicht im zweiten Halbjahr jene der beiden KI-Riesen Open AI und Anthropic werden zeigen, wie stabil der Technologiemarkt tatsächlich ist. Was könnte passieren, wenn eben gleich drei Megafirmen an die Börse kommen? Bitcoin taumelte, Privatmarkt-Fonds begrenzten ihre Rücknahmen, die technologielastigen Nasdaq-Aktien erlebten einen schwarzen Freitag. Der enorme Kapitalhunger von KI-Firmen könnte zu all dem ein Auslöser sein.
SpaceX reserviert bis zu 30 Prozent der Aktien für Privatanleger. ETFs sollen im Zusammenhang mit diesem Going Public, dem Börsengang des Unternehmens von Elon Musk, lanciert werden, also zum Beispiel auch ETFs, die ermöglichen, mit einem Hebel in SpaceX-Aktien zu investieren.
Zusätzlich zu den bereits angekündigten Börsengängen der KI-Firmen Anthropic und Open AI gab Google Anfang der Woche eine Kapitalerhöhung über 80 Milliarden US-Dollar bekannt. Zuvor hatten Firmen wie Meta und Oracle Hunderte von Milliarden an Krediten für neue Datenzentren aufgenommen.
Cash ist King
Cash ist gefragt, jedoch nicht für einen Rückzug von der Börse, sondern, um Barmittel zu haben, um an diesen Börsengängen zu partizipieren. Habe ich als Privatanleger:in einen sehr tiefen Barmittelbestand, dann muss ich wohl oder übel etwas verkaufen, um dann bei den Börsengängen dabei sein zu können.
Die US-Regierung stimuliert durch eine massive Neuverschuldung und die Ausgabe von Staatsanleihen mit sehr kurzen Laufzeiten die Konjunktur und holt sich die dafür nötige Liquidität ebenfalls an den Finanzmärkten.
Liquidität als Treibstoff für Aktien
Die Konjunktur läuft den Aktienmärkten immer hinterher und ist meist nicht der Grund für einen Börsenboom. Der Treibstoff für Aktien ist fast ausschließlich eine Ausweitung der Liquidität.
Somit steht uns unter Umständen auch an den Börsen ein heißer Sommer bevor. Mit einer Veranlagung in breit diversifizierte Anlageportfolios, die für den Anleger:in gemanagt werden, ist man gut beraten, denn es heißt einmal mehr, alle Vorgänge an den Finanzmärkten achtsam und aufmerksam im Auge zu behalten, um auf diverse Marktveränderungen oder gar -verwerfungen zu reagieren.
CEB
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