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Fonds-News KW 20 | 12.05.2026
Die Aktienmärkte trotzen geopolitischen Spannungen
Starkes Gewinn- und Umsatzwachstum im ersten Quartal 2026 stellen die Sorgen betreffend hoher Energiepreise und Energiesicherheit vorerst in den Schatten. Die US-Berichtssaison nähert sich dem Ende und die Investor:innen werden in dem von Unsicherheit geprägten geopolitischen Spannungsfeld positiv überrascht. So wurden sowohl bei den Gewinnen als auch bei den Umsätzen die Analyst:innenschätzungen teils deutlich übertroffen.
Die Gewinne sprudeln in den USA
Bis Anfang Mai haben circa 400 Unternehmen im S&P 500 ihre Quartalszahlen veröffentlicht und es lässt sich erkennen, dass die Analyst:innen mit ihren Schätzungen zu konservativ waren. Von den bisher veröffentlichten Unternehmen haben 80 % den Gewinn und 70 % den Umsatz übertroffen Die Gewinne wurden bisher im Durchschnitt um 18 % übertroffen. Bei den Umsätzen fielen die Überraschungen nach oben mit durchschnittlich 2 % etwas geringer aus. Dies bedeutet aber gleichzeitig, dass die Unternehmen die Margen erhöhen konnten und die Gewinne im Vergleich zum Umsatz überproportional gestiegen sind. Die Analyst:innenschätzungen für das Gesamtjahr 2026 wurden mittlerweile auch schon nach oben angepasst. Gingen die Analyst:innen zu Beginn des Jahres noch von einem Gewinnwachstum von circa 17 % aus, liegt das Gewinnwachstum für 2026 nun schon bei circa 21 %.
Unterschiede in den Branchen
Wenn man einen Blick auf die Branchen wagt, dann werden teilweise markante Unterschiede bei den Gewinnen ans Licht geführt, wobei bis dato jede Branche mit einer positiven Gewinnüberraschung aufzeigen konnte. Die schwächsten Branchen, deren Gewinnüberraschungen unter 10 % lagen, waren die Industrie, Basiskonsumgüter, Finanzwesen, Versorgung und die Immobilienaktien. Die Branchen deren Gewinnüberraschung größer als 10 % waren sind Rohstoffe, Technologie, Energie und das Gesundheitswesen. Zwei Branchen stechen aktuell mit einer Gewinnüberraschung von mehr als 50 % besonders hervor, die Gebrauchsgüter und die Kommunikation.
Tech Giganten unter der Lupe
In der Branche Kommunikation war es vor allem der Google Mutterkonzern Alphabet, der mit seinem Quartalsergebnis glänzte. Dieser hat im ersten Quartal 2026 mit einem um mehr als 80 % höheren Quartalsgewinn als in der Vorjahrperiode die Analyst:innen zum Staunen gebracht. Auch das Umsatzwachstum lag mit + 22 % über den Erwartungen des Konsenses. Das Wachstum wäre sogar noch höher ausgefallen, wenn es derzeit nicht zu Engpässen bei der benötigten Computerhardware kommen würde. Die Finanzzahlen von Meta lagen ebenfalls über den Erwartungen. Bei einem Quartalsumsatz von 56,3 Milliarden US-Dollar wurde ein Nettogewinn von 26,7 Milliarden US-Dollar eingefahren. Auch Amazon hat mit mehr als 180 Milliarden US-Dollar Umsatz dank des starken Wachstums in der Cloud-Sparte AWS und höheren Werbeeinnahmen deutlich mehr verdient als vorhergesagt. Der Gigant Microsoft hat bei einem Quartalsumsatz von 81,4 Milliarden US-Dollar deutlich mehr Gewinn erwirtschaftet als von den Analyst:innen erwartet.
Diese starken Gewinne werden von den Technologiefirmen auch benötigt, da diese allein heuer mehr als 600 Milliarden US-Dollar an Investitionen tätigen möchten. Diese Investitionen scheinen sich nun teilweise auszuzahlen, da die Techunternehmen es schrittweise schaffen ihre KI-Modelle zu monetarisieren und dadurch auch Gewinne zu erzielen.
Der Blick auf unsere Seite des Atlantiks
In Europa haben bis Anfang Mai etwas mehr als 50 % der 600 größten Unternehmen ihre Ergebnisse berichtet. Die Gewinnüberraschungen liegen aktuell bei rund 4 %, das Umsatzwachstum ist hingegen sogar leicht negativ. Auf Branchenebene konnten Rohstoffunternehmen, Kommunikationsunternehmen und der Energiesektor überdurchschnittlich gut performen. Ein unterdurchschnittliches Wachstum mussten hingegen die Branchen Industrie, Gebrauchsgüter und Versorgungsbetriebe hinnehmen. Nicht nur die absoluten Gewinnüberraschungen sind deutlich niedriger als in den USA ausgefallen, sondern auch die Anzahl an Unternehmen mit positiven Überraschungen. Waren es in den USA circa 80 % sind es in Europa nur rund 50 %.
Dies spiegelt sich auch in der Jahresperformance der beiden Regionen wider. Nach einem schwächeren Jahresstart liegt die USA erneut vor Europa, wenngleich auch Europa mittlerweile eine positive Jahresperformance aufweist. In den USA fehlt es aktuell allerdings an der Marktbreite. Es steigt also nicht der Gesamtmarkt, sondern eher nur technologielastige Unternehmen, die die Indizes nach oben ziehen.
Die Unterschiede in den Ergebnissen sind vor allem auf den Mangel großer margenstarker Technologieunternehmen in Europa zurückzuführen. Außerdem treffen die Auswirkungen des Irankonflikts Europa stärker. Sollte sich der Konflikt aber weiter entspannen und es zu einer Einigung kommen, dürften europäische Unternehmen tendenziell stärker davon profitieren.
Mit breiter Streuung zum Erfolg
Für langfristige Investor:innen ist es ratsam, sich nicht nur auf einzelne Länder, Aktien oder Trends zu fokussieren, sondern auf ein breit gestreutes Portfolio zu achten, das von unterschiedlichsten konjunkturellen Phasen und Marktentwicklungen profitieren kann. Für etwas risikoaversere Kund:innen ist auch die Beimischung von Anleihen ratsam. Auch hier sollte im Idealfall auf eine globale Strategie gesetzt werden. Um den Risikofaktor Timing zu entschärfen, also den richtigen Zeitpunkt für den Kauf zu treffen, kann ein monatlicher Investmentplan angelegt werden. Das Invest Plus der Steiermärkischen Sparkasse könnte dabei genau das Richtige sein. Lassen Sie sich von unseren Betreuer:innen sehr gerne dazu beraten.
ED
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