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Fonds-News KW 15 | 08.04.2026
Das Ultimatum – die Waffenruhe im Irankrieg
Drohung Donald Trumps vor dem knappen Ende des Iran-Ultimatums
Vor dem Ablauf seines Ultimatums erhöhte Donald Trump in der sechsten Kriegswoche nochmalig den Druck auf den Iran mit den drastischen Worten „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wiederkehren“. Er betonte zwar, dass er keinesfalls möchte, dass das geschieht, aber dass es wahrscheinlich so kommen wird. Für Donald Trump ist es einer „der wichtigsten Momente in der langen und komplexen Geschichte der Welt“.
Zuvor hatte der US-amerikanische Präsident Iran eine Frist bis 20:00 Uhr am Dienstagabend – 2 Uhr unserer Zeit – gesetzt, um die Blockade der Straße von Hormus zu beenden. Donald Trump drohte konkret, alle Elektrizitätswerke und Brücken im Iran zu zerstören. Die USA hätten einen Plan, dies innerhalb von vier Stunden zu tun, sagte der US-Präsident bereits am Ostermontag dieser Woche.
Diplomatie ist weiterhin gefragt
Am Dienstag dieser Woche haben die USA erneut die Ölinsel Kharg im Persischen Golf angegriffen, über die der Iran 90 % seiner Rohölexporte abfertigt. Israel attackierte Eisenbahnbrücken und Autobahnen im Iran. Ein diplomatischer Durchbruch in letzter Minute seit Ausbruch des Krieges am 28. Februar scheint unwahrscheinlich. Der Krieg im Iran ist an einem entscheidenden Wendepunkt angelangt, an dem es nur noch zwei Optionen zu geben scheint: Entweder macht eine Seite einen Rückzieher oder die Angriffe eskalieren in einem Ausmaß, in dem auch die zivile Infrastruktur Irans großflächig zerstört wird.
Die iranischen Revolutionswächter warnten hingegen am Dienstag ihrerseits die USA davor „rote Linien“ zu überschreiten. Andernfalls werde der Iran Infrastruktur in der Region angreifen, um den USA und ihren Verbündeten über Jahre hinweg den Zugang zu Öl und Gas zu verwehren. Implizit scheint sich diese Drohung primär gegen die Golfstaaten und ihre Energieanlagen, die in Reichweite der iranischen Raketen liegen, zu richten.
Um eine Eskalation noch abzuwenden, bräuchte es eben einen diplomatischen Durchbruch in letzter Minute. Zwei pakistanische Quellen haben gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters angegeben, man versuche weiterhin, Gespräche zwischen Washington und Teheran zu ermöglichen. Auch der amerikanische Vizepräsident J.D. Vance sagte am Dienstag bei einem Auftritt in Budapest, dass es bis zum Ablauf des Ultimatums noch „viele Verhandlungen“ geben werde.
Und nun die Waffenruhe
Die Verhandlungen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben gefruchtet und waren zum Glück wohl für alle Beteiligten erfolgreich. Der Iran bestätigt eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus. Donald Trump hat seinerseits zugesagt, dass er die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen werde. Pakistan ruft hingegen den US-Präsidenten auf, eine Verlängerung des Ultimatums anzustreben.
Donald Trump in einem Statement: „Ein großer Tag für den Weltfrieden!“, schrieb er. „Der Iran will es, er hat genug! Und alle anderen auch!“ Die USA würden bei der Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus helfen. „Es wird viele positive Maßnahmen geben!“
Die USA hätten einen Zehn-Punkte-Plan aus Teheran erhalten, der eine brauchbare Verhandlungsgrundlage darstelle. Ein mögliches Friedensabkommen werde auch das iranische Atomprogramm abdecken. „Das wird perfekt geregelt sein, sonst hätte ich mich nicht darauf eingelassen“, sagt Trump.
Wie reagieren die Finanzmärkte?
Die wichtigsten US-Aktienindizes haben am Dienstag vor Ablauf des US-Ultimatums nachgegeben. Wie bereits in den letzten Wochen seit Ausbruch des Krieges haben wir es mit stark schwankenden und somit hoch volatilen Börsen zu tun, die je nach Aussagen von Donald Trump reagieren.
Und nun ging es wieder in die Gegenrichtung. Nach Abschluss der zweiwöchigen Waffenruhe haben sich die Weltbörsen wieder beruhigt. Die wichtigsten Indizes bzw. Futures darauf sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gestiegen. Der Ölpreis ist über 12 % gesunken. Sowohl Silber als auch Gold sind ebenso angestiegen.
Fallen die Aussagen negativ für den Iran aus, dann korrigieren die Finanzmärkte nach unten, die Renditen von Anleihen steigen, der Erdölpreis steigt und die Spreads, die Risikoaufschläge von Unternehmensanleihen Investment Grade und auch High Yield gehen auseinander.
Fallen die Aussagen positiv aus und münden in einer zumindest kurzzeitigen Waffenruhe drehen alle Parameter in die andere Richtung.
Der Energieschock
Die Zentralbanken reagieren auf den Energiepreisschock bisher zurückhaltend. Anders als im Jahr 2021 gibt es heute bei den Privathaushalten keine überschüssigen Coronaersparnisse. Einige US-Unternehmen geben höhere Zölle bereits an Konsumenten weiter. Die Europäische Zentralbank EZB nutzt hingegen die Inflationszerlegung, um Quellen der Teuerung zu analysieren.
Der Energiepreisschock infolge des Nahostkrieges weckt Erinnerungen an den Inflationsschub der Jahre 2021 und 2022. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Zollankündigungen von Donald Trump das Risiko verstärkt, dass sich die US-Privathaushalte auf einen stärkeren Schub bei den Konsumentenpreisen einstellen müssen. Doch bislang haben die Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantiks zurückhaltend reagiert.
Mit Zinserhöhungen allein können die Zentralbanken nichts gegen die steigenden Energiepreise ausrichten. Einflussreiche Währungshüter mahnen daher, keine übereilten Entscheidungen zu treffen. Aufmerksam beobachten die Notenbankfachleute, ob sich die gestiegenen Notierungen für Gas und Öl auf die restlichen Preise auswirken werden.
Mit Steuersenkungen wollen die Regierungen die Bürger von den hohen Kraftstoffpreisen entlasten. Das sollte jedoch nur selektiv geschehen. Denn solche Maßnahmen werden nur eine beschränkte Wirkung entfalten können. Erstens werden die Nachfrage und damit die Preise künstlich hoch gehalten. Am fundamentalen Grundproblem ändert sich somit nichts. Zweitens sind sie kostspielig, zumal auch nicht absehbar ist, wann Erdöl, Benzin oder Diesel wieder so ungehindert nach Europa fließen werden wie vor dem Ausbruch des Krieges. Es könnte sehr wohl eine Weile dauern.
US-Behörde: Ölpreise dürften auch nach Hormus-Öffnung zunächst steigen
Die Kraftstoffpreise könnten nach Einschätzung der US-Energiebehörde EIA selbst nach einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus noch monatelang steigen. Eine vollständige Wiederherstellung der Öltransporte durch die Meerenge werde auch nach einem Ende des Konflikts Monate dauern, teilt die Behörde in ihrem kurzfristigen Energieausblick mit. Wegen der Unsicherheit über künftige Lieferausfälle dürften die Ölpreise bis zum Jahresende über dem Vorkrisenniveau bleiben.
Mit angehaltenem Atem – drei zentrale Fragen
Die volle Aufmerksamkeit der Anleger:innen richtet sich auf den Krieg im Iran. Geht man, wie einige Analystenhäuser, davon aus, dass eine ausreichende Deeskalation gelingen könnte und die Straße von Hormus wieder geöffnet werden kann, selbst wenn der Konflikt nicht gelöst wird, dann kann man an einem positiven makroökonomischen Ausblick festhalten.
Wir haben es derzeit mit hoch politischen Börsen zu tun, die sehr stark Schwankungen unterlegen sind – je nach den Aussagen der Kontrahenten USA, Israel und dem Iran. Wir gehen somit anhaltend von einer höheren Volatilität an den Finanzmärkten aus.
Der Konflikt erschwert auch zunehmend die Lage für die Zentralbanken. Vielen waren bereits dabei, die Geldpolitik zu lockern bzw. hatten sie mit Zinssenkungen pausiert. Doch die steigenden Energiepreise verkomplizieren nun den weiteren Kurs, und die Anleger:innen rechnen zunehmend damit, dass Zinssenkungen verschoben werden.
Sollte die Meerenge, die Straße von Hormus, nicht so schnell wieder halbwegs sicher zu befahren sein, dann werden die Energiepreise steigen und das Wachstum wird sich abschwächen. Dann wird das Szenario einer Stagflation, einer Phase mit geringem oder fehlendem Wachstum bei gleichzeitig hoher Inflation und häufig steigender Arbeitslosigkeit, zu einer realen Möglichkeit werden. Angesichts dieser vielen Unbekannten halten die Finanzmärkte derzeit noch den Atem an, während die Zentralbanken die Auswirkungen des Krieges auf die Inflation abwägen.
Die aktuellen Unsicherheiten sind auf drei zentrale Fragen zurückzuführen: die voraussichtliche Dauer des Konflikts, die Zeitspanne, in der die Straße von Hormus effektiv gesperrt bzw. beeinträchtigt ist mit Auswirkungen auf die globalen Energiepreise und das Ausmaß, in dem der Krieg das Wachstum der Weltwirtschaft belasten wird. Die Risiken reichen von einer Stagflation bis hin zu einer echten Rezession.
Historisch gesehen, haben sich die Aktienmärkte erkennbar erholen können, sobald verlässliche Anzeichen einer Deeskalation erkennbar waren. Frühere Muster zeigen, dass Finanzmärkte geopolitische Konflikte in der Regel relativ schnell verarbeiten, wobei anfängliche Kursverluste im Durchschnitt oft innerhalb weniger Wochen wieder wettgemacht werden.
Wir beobachten für unsere Fonds die Entwicklungen daher weiterhin genau und werden unsere Positionierungen anpassen, sobald die Situation es erfordert.
CEB
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