Tachometer mit der Aufschrift INFLATION, rote Nadel sehr weit rechts

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Fonds-News KW 14 | 31.03.2026

Eurozone-Inflation: erste Schätzungen zu den Auswirkungen des Iran-Konflikts

Ölpreise treiben Inflation – Märkte blicken gespannt auf neue Daten

Steigende Ölpreise bestimmen aktuell das Marktgeschehen. In den kommenden Tagen werden neue Inflationszahlen zeigen, wie stark sich der Iran-Konflikt bereits auf die Eurozone auswirkt. Für die Europäische Zentralbank (EZB) wird entscheidend sein, ob die Energiepreise weiter steigen und ob sich der Preisdruck auf andere Wirtschaftsbereiche ausbreitet – besonders auf den Dienstleistungssektor.

Aktuell erwartet die EZB für 2026 einen vorübergehenden Anstieg der Inflation, bevor sich die Lage 2027 wieder beruhigen soll. Die Risiken bleiben wegen des geopolitischen Umfelds jedoch hoch.

Rückblick: Februar noch von niedrigen Energiepreisen geprägt

Im Februar hatten die gesunkenen Energiepreise (– 3 % gegenüber dem Vorjahr) die Inflation im Zaum gehalten. Die Teuerung lag insgesamt bei 1,9 % – ein vergleichsweise niedriger Wert.

Mit dem Ausbruch des Iran‑Konflikts hat sich die Situation jedoch schnell verändert. Durch die gestiegenen Ölpreise ist nun mit einer höheren Energieinflation zu rechnen.

Neue Prognosen: Inflation steigt kurzfristig an

Experten haben ihre Inflationsprognosen für 2026 auf 2,3 % angehoben. Hintergrund ist die Annahme, dass sich die geopolitische Lage in den kommenden Wochen beruhigt und die Ölpreise im Laufe des Jahres nachgeben.

Vor Beginn des Konflikts wurde für 2026 noch mit 1,8 % Inflation gerechnet. Durch die höheren Preise im Frühjahr 2026 entsteht 2027 ein Basiseffekt: Dieser Basiseffekt bedeutet, dass die Inflationsrate kleiner aussieht, weil die Preise im Vorjahr schon stark gestiegen sind. Das heißt aber nicht, dass alles wieder billig ist – nur, dass der Vergleich anders wirkt. Die Inflationsrate sollte 2027 also wieder auf rund 2,0 % sinken. Im Durchschnitt der Jahre 2026 und 2027 bewegt sich die Inflation damit nahe am 2-Prozent-Ziel der EZB.

EZB-Prognosen: Trend bestätigt höheren, aber vorübergehenden Preisdruck

Auch die EZB sieht eine spürbare Veränderung:
• Inflationsprognose 2026: von 1,9 % auf 2,6 % angehoben
• Prognose 2027 und 2028: Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel erwartet
• Kerninflation 2027: von 1,9 % auf 2,2 % erhöht

Entscheidend für diese Einschätzungen sind die künftige Entwicklung der Ölpreise und die Frage, ob sich der Preisdruck auf breitere Teile der Wirtschaft ausweitet.

Zinsen: Vorläufig stabile Erwartungen – aber Risiken steigen

Derzeit rechnen Experten weiterhin mit einem stabilen Leitzinsniveau von 2,0 %. Sollte der Iran-Konflikt allerdings andauern oder sich verstärken, könnten die Energiepreise länger hoch bleiben. Dann müsste die EZB ihre Strategie anpassen. In diesem Fall wären Zinsanhebungen im Jahresverlauf nicht ausgeschlossen – vor allem dann, wenn:
• der Ölpreis weiter deutlich steigt
• der Preisdruck auch Dienstleistungen erfasst
• Löhne und Inflationserwartungen spürbar zunehmen

Erfahrungen der letzten zwei Jahre zeigen, dass Dienstleistungsinflation besonders hartnäckig sein kann, wenn sie einmal steigt.

Fazit: Unsicherheit bleibt – Entwicklung der Ölpreise bleibt Schlüsselvariable

Die kommenden Wochen werden richtungsweisend:
• Kurzfristig sorgt der Iran-Konflikt für spürbaren Inflationsdruck.
• Mittelfristig bleibt eine Rückkehr zu rund 2 % wahrscheinlich – sofern sich die Energiepreise beruhigen.
• Die EZB steht vor schwierigen Entscheidungen, da die Risiken hoch bleiben und sich der Preisdruck schnell ausbreiten kann.

Ein entscheidender Faktor für die weitere wirtschaftliche Entwicklung wird bleiben: Wie entwickeln sich die Ölpreise – und wie lange hält der Konflikt an?

JH

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