Linienchart mit starkem Absturz und langsamem Anstieg

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Fonds-News KW 13 | 24.03.2026

Warum Börsen langsam steigen, aber schnell fallen

Wer sich regelmäßig mit der Börse auseinandersetzt – sei es über Finanznachrichten oder das eigene Depot – stellt rasch ein wiederkehrendes Muster fest: Kurse steigen in der Regel langsam und stetig. Positive Entwicklungen benötigen Zeit, um sich in den Kursen widerzuspiegeln. Unternehmen müssen Gewinne steigern, Wirtschaftsdaten müssen überzeugen, und Investor:innen müssen Vertrauen aufbauen.

Ganz anders sind hingegen Phasen fallender Kurse. Kommt Unsicherheit auf, können Märkte innerhalb weniger Stunden oder sogar Minuten deutlich nachgeben. Der Rückgang erfolgt oft abrupt und mit einer Dynamik, die im starken Kontrast zu den meist moderaten Anstiegen steht. Die Gründe dafür liegen in mehreren miteinander verbundenen Mechanismen:

Vertrauen entsteht langsam, Angst breitet sich schnell aus.

Positive Erwartungen bauen sich schrittweise auf, während negative Nachrichten sofort wirken. Schon wenige kritische Meldungen können ausreichen, um bestehende Hoffnungen zu erschüttern.

Marktteilnehmer reagieren in Stresssituationen impulsiver.

Angst führt zu schnellen Entscheidungen: Positionen werden geschlossen, Risiken reduziert, Liquidität bevorzugt. Diese Reaktionen verstärken sich gegenseitig.

Moderne Handelsmechanismen beschleunigen Abwärtsbewegungen.

Automatisierte Handelssysteme, Stop-Loss-Orders und Derivatpositionen können bei fallenden Kursen zusätzliche Verkäufe auslösen, was die Dynamik weiter erhöht.

Herdentrieb verstärkt die Bewegung.

Wenn Marktteilnehmer:innen gleichzeitig in die gleiche Richtung agieren, kommt es zu Überreaktionen – sowohl nach oben als auch nach unten. Doch negative Überraschungen erzeugen wesentlich schnellere Massenbewegungen als positive Entwicklungen.

Medien tragen gerne ihren Teil zur Panik bei

Wenn an der Börse alles normal läuft, gibt es keine reißerischen Schlagzeilen:
„Börsen treten auf der Stelle“
„Börse heute unspektakulär“
„Seitwärtsmarkt setzt sich fort“

Wenn die Märkte allerdings fallen, klingen die Schlagzeilen etwas anders:
„BÖRSE IM STURZFLUG!“
„PANIK AN DEN MÄRKTEN!“
„INVESTOR:INNEN IN SCHOCKSTARRE!“

Anleger:innen lesen diese Schlagzeilen, verkaufen und der Teufelskreis beginnt.

Beispiel Corona‑Crash 2020 – der schnellste Börsenabsturz der modernen Finanzgeschichte

Zu Beginn des Jahres 2020 befanden sich die weltweiten Aktienmärkte noch in einer stabilen Aufwärtsbewegung. Die Kurse waren 2019 kontinuierlich gestiegen, getragen von einer robusten Weltwirtschaft und der Erwartung weiter lockerer Geldpolitik. Auch im Januar 2020 war die Marktstimmung überwiegend positiv – viele Anleger:innen gingen von einem weiteren, eher gemütlichen Börsenjahr aus.

Doch diese Phase relativer Ruhe endete abrupt im Februar 2020. Mit den zunehmenden Meldungen über ein neuartiges Virus, das sich zunächst in China und anschließend weltweit ausbreitete, änderte sich die Lage schlagartig.

Als klar wurde, dass es zu massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen würde, verloren die Märkte in Rekordgeschwindigkeit an Wert. Innerhalb weniger Wochen kam es weltweit zu zweistelligen Kursverlusten. So fiel etwa der deutsche Leitindex DAX am 12. März 2020 um mehr als 12 % an nur einem Tag – einer der größten Tagesverluste seiner Geschichte.

Global betrachtet verloren die wichtigsten Aktienindizes in nur wenigen Wochen rund ein Drittel ihres Wertes, darunter auch der US‑amerikanische S&P 500, der innerhalb eines Monats etwa 30 % einbüßte. Die außergewöhnliche Geschwindigkeit und Intensität des Crashs hatte mehrere Ursachen:

1. Extreme Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie

Als das Virus Europa und später die USA erreichte, war kaum absehbar, welche gesundheitlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen entstehen würden. Fragen nach möglichen landesweiten Lockdowns, einem Stillstand der Wirtschaft und globalen Produktionsausfällen standen plötzlich im Raum.

2. Gleichzeitiger Nachfrage- und Angebotsschock

Die Pandemie traf die Weltwirtschaft an zwei verwundbaren Stellen zugleich:
• Konsumenten kauften weniger, reisten weniger und konsumierten weniger Dienstleistungen.
• Unternehmen konnten wegen geschlossener Fabriken, unterbrochener Lieferketten und fehlender Arbeitskräfte nicht produzieren.
Dieses Zusammenspiel aus Nachfrage- und Angebotsschock ist in der Wirtschaftsgeschichte selten und erklärt, warum die Märkte so massiv reagierten.

3. Psychologie und Marktmechanik

Wie in vielen Krisen zeigte sich auch hier die Tendenz zu Herdenverhalten: Wenn große Marktteilnehmer beginnen zu verkaufen, schließen sich viele Anleger:innen an. Zusätzlich verstärkten algorithmische Handelssysteme den Abwärtstrend. Das Unterschreiten markanter Kursmarken aktivierte zahlreiche Stop‑Market‑Orders, die wiederum zusätzliche Verkaufsprogramme in Gang setzten.

Die viel langsamere Erholung danach

Während der Absturz in einem Zeitraum von nur wenigen Wochen erfolgte, war die Gegenbewegung deutlich zeitintensiver. Zwar stabilisierten sich die Märkte ab April 2020 langsam wieder, doch die vollständige Erholung dauerte weit länger.

Erst massive fiskal- und geldpolitische Hilfsprogramme, darunter staatliche Stützungsmaßnahmen und beispiellose Zentralbankinterventionen, gaben den Märkten wieder Halt. Viele Indizes erreichten ihre alten Höchststände erst 2021 wieder.

Diese langsamere Erholungsphase entspricht dem bekannten Muster der Börsen:

Der Abstieg erfolgt innerhalb kürzester Zeit – der Wiederaufstieg hingegen verläuft behutsam, schrittweise und begleitet von anhaltender Unsicherheit.

Darum gilt: Wer auf Wertpapier-Sparpläne setzt, profitiert besonders in Krisenzeiten

Ein Wertpapier‑Sparplan nutzt genau das, was viele Anleger:innen fürchten:

• niedrige Kurse
• hohe Volatilität
• abrupte Rücksetzer

Wer seinen Wertpapier-Sparplan konsequent weiterführt und die turbulenten Zeiten nicht als Gefahr, sondern als Kaufchance sieht, legt den besten Grundstein für einen nachhaltigen Vermögensaufbau.

AH

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