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Fonds-News KW 09 | 24.02.2026
Small Caps – die Kleinen ganz groß
In vielen Portfolios dominieren große und etablierte Unternehmen – die sogenannten Large Caps. Sie stehen im medialen Rampenlicht, sind Bestandteil der wichtigsten Börsenindizes und bilden oft das Fundament langfristiger Vermögensanlagen. Doch gerade abseits der großen Namen, im Segment der Small Caps, finden sich häufig die spannendsten Wachstumschancen.
Small Caps, also Aktien kleinerer börsennotierter Unternehmen, gelten als innovationsstark, dynamisch und oftmals unterbewertet. Für Anleger:innnen können sie einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Wertsteigerung leisten.
Was machen Small Caps aus?
Small Caps sind, gemessen an ihrem Börsenwert, kleine Unternehmen. Die Definitionen von Small Caps können höchst unterschiedlich sein, in der Regel weisen sie eine Marktkapitalisierung von rund 300 Millionen bis 2 Milliarden Euro auf. Viele dieser Firmen sind noch auf dem Weg zur Marktführerschaft, befinden sich in Wachstumsphasen oder haben sich erfolgreich in attraktiven Nischen positioniert. Gerade diese Kombination aus Agilität und Wachstum macht das Segment besonders spannend.
Ein Blick in die Vergangenheit
Historisch gesehen haben Small Caps während konjunktureller Erholungsphasen und nach Zinssenkungen eine überdurchschnittliche Performance erzielt. Die Small Caps haben historisch gesehen ein jährliches Gewinnwachstum erzielt, das 1 bis 3 Prozentpunkte über dem von Large Caps lag, oft dank Innovation und führender Positionen in Nischenmärkten. Hinzu kommen ihre strukturellen Vorteile, wie eben schnelleres Gewinnwachstum, stärkerer Fokus auf den Heimatmarkt und Diversifikationspotenzial im Portfolio. Dies stellt ein potenziell sehr überzeugendes Investmentargument dar. Obwohl Small Caps für ihr starkes langfristiges Renditepotenzial bekannt sind, gehen sie oft mit höheren Kursschwankungen einher.
Zurück in die Gegenwart - warum gerade jetzt Small Caps interessant sein könnten
Die Bewertungen von Small Caps werden derzeit weltweit mit einem ungewöhnlich hohen Abschlag gegenüber Large Caps gehandelt, was eine Umkehr ihres typischen Bewertungsaufschlags darstellt. Solche Bewertungslücken haben in der Vergangenheit oft zu starken Erholungen geführt.
Außerdem bekommen sie makroökonomischen Rückenwind. Small Caps sind in der Regel konjunkturabhängiger, stärker auf den Heimatmarkt fokussiert und empfindlicher gegenüber Zinssätzen. Das macht sie oft zu den Hauptprofiteuren von wirtschaftlichen Erholungen und geldpolitischen Lockerungszyklen. Da die Zentralbanken zunehmend eine unterstützende Haltung einnehmen, könnten Small Caps in dem Szenario einer „sanften Landung“ besonders glänzen.
Noch dazu bieten sie Diversifikationsvorteile. Small Caps machen, je nach Definition, rund 14 Prozent des globalen Aktienuniversums aus, das von Large- und Mid-Cap-Indizes nicht abgedeckt wird. Ihre Indizes sind breiter gestreut und weniger konzentriert, was den Risikobeitrag einzelner Aktien reduziert und die Exponierung gegenüber innovativen Unternehmen, die oft unter dem Radar fliegen, erhöht.
Kapitalflüsse haben bislang vor allem Large Caps begünstigt – insbesondere die sogenannten „Magnificent Seven“ zu denen Amazon, Apple, Alphabet, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla zählen. Doch das Interesse an Small Caps kehrt langsam zurück. Auch die aktuellen Sektorrotationen könnten unterstützend wirken, da Small Caps typischerweise in Industrie- und Finanzwerten übergewichtet sind. Dies sind Sektoren, die voraussichtlich von steigenden Infrastrukturinvestitionen und einer Normalisierung der Zinssätze profitieren werden.
Geopolitische Risiken, wie US-Zölle, haben Bedenken hinsichtlich exportorientierter Märkte ausgelöst. Small Caps, mit ihrem stärkeren Fokus auf den Heimatmarkt und einfacheren Lieferketten, könnten hier besser aufgestellt sein.
Regionale Unterschiede – Diversifikation ist das Credo
In den USA bekommen die Small Caps Rückenwind durch die Politik. Die vergangenen Zinssenkungen der US-Notenbank verschaffen kleinen Unternehmen spürbare Erleichterung bei Finanzierungskosten. Gleichzeitig setzt die Regierung neue steuerliche Anreize für Investitionen, Forschung und Entwicklung – Maßnahmen, die insbesondere jenen Firmen zugutekommen, die stark im Inland verankert sind und überproportional von niedrigeren Kreditkosten profitieren. Daraus ergibt sich ein Umfeld aus Stimulus, Deregulierung, wachsender Inlandsnachfrage und steigenden Gewinnen.
Während die großen US-Technologieunternehmen die Schlagzeilen beherrschen, entsteht ein beträchtlicher Teil der digitalen Infrastruktur bei deutlich kleineren Firmen. Von Hardwarelieferanten für Rechenzentren über Netzwerktechnik bis hin zu spezialisierten Softwareunternehmen im Bereich Cybersicherheit oder Logistik.
Andere Länder andere Sitten
Während die USA durch Innovationstempo und fiskalische Impulse glänzen, liegt die Besonderheit des japanischen Small-Cap-Markts in seiner Größe und gleichzeitig geringen Aufmerksamkeit. Mit mehr als 3700 börsennotierten kleinen und mittelgroßen Firmen ist Japan der zweitgrößte Nebenwertemarkt der Welt.
Hinzu kommt, dass japanische Small Caps in hohem Maße auf den Binnenmarkt ausgerichtet sind. In Zeiten globaler Unsicherheiten, etwa durch Zölle oder schwankende Währungen, bietet diese Ausrichtung eine bemerkenswerte Stabilität. Die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen spielen den kleinen Unternehmen zusätzlich in die Karten. Japan erlebt nach Jahrzehnten der Deflation eine Phase wirtschaftlicher Erholung, gestützt durch steigende Löhne, wachsenden Konsum und verbesserte Unternehmensführung.
Europäische Small Caps sind dank stärkerer fiskalpolitischer Impulse und eines weiter fortgeschrittenen geldpolitischen Lockerungszyklus besonders gut positioniert. Deutschland plant ein langfristiges Investitionsprogramm im Umfang von 500 Milliarden Euro, das vor allem Infrastruktur, Energie, Bau und Gesundheit zugutekommen soll. Kleine und mittelständische Unternehmen mit starker Industrieorientierung profitieren besonders davon.
Der europäische Small-Cap-Markt zeichnet sich zudem durch eine bemerkenswerte Vielfalt aus. In nahezu jedem Land finden sich sowohl zyklische Konsumwerte als auch Dienstleister, Industriezulieferer oder Versorger, die vergleichsweise stabile Ergebnisse liefern.
Fazit
Small Caps bieten attraktive Wachstumschancen, sind Innovationsmotoren und können ein Portfolio sinnvoll diversifizieren. Gleichzeitig erfordern sie Risikobewusstsein und einen ausreichenden Anlagehorizont.
Auch in den Fonds der Steiermärkischen Sparkasse finden globale Small Cap Aktien ihren wohlverdienten Platz. Richtig ausgewählt und sinnvoll gestreut, sind sie ein wertvoller Baustein in einer modernen Anlagestrategie und eine spannende Möglichkeit, die „Hidden Champions von morgen“ zu entdecken.
ED
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