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Fonds-News KW 06 | 03.02.2026
Aufstieg und Abstieg – der neue Fed-Chef und das Gold
Wer glänzt langfristig, und was hat an Glanz kurzzeitig verloren?
Kevin Warsh steht im glänzenden Scheinwerferlicht. Der frühere US-Fed Gouverneur wurde von US-Präsident Donald Trump als Nachfolger von Jerome Powell als Vorsitzender der US-Notenbank Fed am Mitte Mai dieses Jahres bekanntgegeben. Das alles vorbehaltlich der Zustimmung im Senat. Kevin Warsh war zwischen 2006 und 2011 bereits Gouverneur der Fed. Bei seiner Wahl war Warsh der jüngste Fed-Gouverneur aller Zeiten. In der großen Finanzkrise 2008 übernahm er die Verantwortung für den Austausch zwischen der Fed und den Banken. Es gelang der Zentralbank damals, den Finanzplatz mit einer beispiellosen geldpolitischen Lockerung, genannt Quantitative Easing QE, zu stabilisieren. Warsh unterstützte die Rettungsmaßnahmen zunächst, argumentierte aber für eine Rücknahme dieser nach der akuten Phase der Krise. Als dies unter der neuen Fed-Führung durch Ben Bernanke ab 2010 und dessen Nachfolgerin Janet Yellen nicht geschah, trat Warsh aus Protest als Fed-Gouverneur zurück. QE, das Quantitative Easing, führte zu Inflation und aufgeblähten Vermögenspreisen.
Vom Falken zur Taube?
Kevin Warsh plädierte wiederholt für einen Regimewechsel bei der Fed, kritisierte veraltete Modelle und forderte eine kleinere Bilanzsumme. So festigte er seinen Ruf als „Falke“, der sich für eine straffe Geldpolitik einsetzt und dem Kampf gegen die Inflation hohes Gewicht beimisst. 2021 warnte er – wohl zu Recht – davor, dass die extrem expansive Geldpolitik der Fed während der Covid-Pandemie zur Inflation führen werde. Auf der gleichen Linie wie Finanzminister Bessent fordert er, dass die Fed einerseits die Leitzinsen deutlich senken müsse, während jedoch gleichzeitig die Bilanz der Fed weiter schrumpfen sollte. Mit diesem fortgesetzten Abbau der Bilanz könnte der Effekt der Leitzinssenkungen kompensiert werden, während gleichzeitig die breite Bevölkerung in den Genuss der positiven Effekte tieferer Zinsen kommen würde.
Der 55-jährige Ökonom, mit Abschlüssen von Harvard, Stanford und dem MIT, schafft das Kunststück, als geldpolitischer Hardliner zu gelten und dennoch Trumps Ruf nach tieferen Leitzinsen zu unterstützen.
Auf den Aufsteiger wartet eine sehr schwierige Aufgabe. Er wird sich zunächst das Vertrauen der Finanzmärkte verdienen müssen. Am Freitagmorgen letzter Woche reagierte die US-Börse mit leichten Verlusten auf die Personalie, der US-Dollar erstarkte leicht, und der Goldpreis gab deutlich nach. Diese Signale deuten darauf hin, dass es die Märkte Warsh zutrauen, die Teuerung im Griff zu behalten.
Edelmetalle verlieren an Wert – Gold glänzte kurzfristig nicht mehr
Die Preise für Gold und Silber sackten nach einer monatelangen Rekordjagd am vergangenen Freitag deutlich ab. Der Goldpreis gab an einem Tag um bis zu 11 Prozent nach, der Preis für Silber sogar um rekordhohe 26 Prozent. Am Montag setzte sich der Abwärtstrend dann fort. Wesentlicher Auslöser des jüngsten Preisrutsches war die Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger für den US-Notenbank-Chef Jerome Powell durch den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, vorbehaltlich der Zustimmung des Senats. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen könnte.
Spekulant:innen, die auf einen noch höheren Goldpreis gesetzt hatten, dürften davon auf dem falschen Fuß erwischt worden sein. Da diese oftmals auf Kredit „zocken“, kommen sie bei fallenden Preisen schnell in Bedrängnis und müssen Positionen verkaufen. Automatisierte Handelsprogramme führen zu Zwangsliquidationen. Das setzt den Preis dann weiter unter Druck. Es entsteht eine Abwärtsspirale, bis die Lage bereinigt ist.
Viele Analyst:innen sind der Meinung, dass sich eine Spekulationsblase gebildet hatte. Der starke Anstieg der Preise für die Edelmetalle hat wohl viele Anleger:innen angelockt, was die Hausse verstärkt hat, ein „Mitläufereffekt“. Einiges an Luft ist aus der Spekulationsblase nun entwichen.
Gründe für den Kauf von Gold
Die Grund-Argumente für Gold sind weiterhin vorhanden. Einige Edelmetallpreise und speziell der Goldpreis sind zu Beginn der Woche auch schon wieder gestiegen. Die Unsicherheit der Bevölkerung sowie anhaltende Käufe von Zentralbanken sind die Grund-Argumente für einen weiterhin steigenden Goldpreis. Es handelt sich um eine stabile Langfristanlage in einem unsicheren Umfeld. Die geopolitischen Konflikte, der Ruf von Gold als Krisenwährung, die Angst vor steigender Inflation, die hohe Staatsverschuldung in den USA und die zunehmenden Goldkäufe von Zentralbanken, die unabhängiger vom US-Dollar werden wollen, bilden die Voraussetzungen für einen hohen oder sogar steigenden Goldpreis.
Der Silberpreis orientierte sich letztlich an Gold. Die beiden ziehen derzeit an einem Strang – in beide Richtungen. Beim Goldpreis geht es wohl nach wie vor um Diversifikation, Werterhalt und Absicherung gegen politische und wirtschaftliche Unsicherheiten. Gemäß Meinung vieler Analyst:innen war es weniger eine fundamentale Neubewertung als vielmehr der Abbau spekulativer Übertreibungen. Der Silberpreis profitiert langfristig zusätzlich von industriellen Nachfragefaktoren. Silber bleibt jedoch volatiler und somit schwankungsintensiver als Gold.
Das Angebot an Edelmetallen ist limitiert. Keiner kann genau sagen, wie Gold und Silber richtig und fair zu bewerten sind. Dies erschwert jedoch auch jegliche Prognosen. Für Privatanleger:innen kann es weiterhin sinnvoll sein, Edelmetalle langfristig als Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios zu halten. Wer Gold und Silber mit einem langen Zeithorizont betrachte und Schwankungen aushalten könne, nutze ihr Rolle als stabilisierendes Element und zur Absicherung. Es müssen sich jedoch Anleger:innen bewusst sein, dass die Schwankungen und somit die Volatilität zunehmen und auch höher bleiben könnten.
In den Edelmetallpreisen und speziell im Goldpreis in Form von ETFs und ETCs unter den alternativen Investments in einem Multi-Asset-Fonds investiert zu sein, bietet sich für Privatanleger:innen an.
Notenbanken als Käufer von Gold
Für den Goldmarkt markierte der russische Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 eine Zäsur. Offenbar sind aufgrund westlicher Sanktionen gegen Moskau in einigen Ländern die Risiken von Dollaranlagen stärker in den Vordergrund gerückt. In den vergangenen vier Jahren sind die Goldkäufe der Notenbanken eben deutlich gestiegen.
Für 2025 meldeten mehr als 20 Zentralbanken einen Anstieg ihrer Goldreserven. An der Spitze stand die polnische Zentralbank mit Blick auf die nationale Sicherheit. Auch Brasilien baute unter Präsident Lula da Silva nach einer vierjährigen Pause seine Goldbestände wieder aus. Außerdem stockten im vergangenen Jahr Indien, Kasachstan, Aserbaidschan, die Türkei, China und Tschechien ihre Bestände auf.
Insgesamt hat der Goldanteil in den Devisenreserven der Notenbanken die Marke von 20 Prozent überschritten und damit laut dem World Gold Council, WGC, den höchsten Stand seit den frühen 1990er Jahren erreicht. Nicht alle Notenbanken legen ihre Käufe übrigens offen. Die Dunkelziffer ist groß.
Der WGC rechnet für 2026 mit einer anhaltend starken Nachfrage nach Gold, sowohl von Investor:innen als auch von Notenbanken. Sollte es zu einer Beruhigung der geopolitischen und geoökonomischen Lage kommen, dann könnte sich das positive Szenario für Gold jedoch ändern. Falls die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed für wieder abgesichert gesehen werden würde und / oder sich die globalen Handelskonflikte mit gegenseitigen Zolldrohungen entschärfen sollten, würde auch das Gold nicht mehr so stark im Fokus stehen.
Es zeichnet sich jedoch in keinem dieser Bereiche eine nachhaltige Beruhigung ab. Insofern könnte der globale Goldrausch mit weiteren Rekordhochs anhalten.
Investieren in Gold
Eine Beimischung von Edelmetallen, spezifisch Gold und von Rohstoffpreisen über einen Multi-Asset-Fonds im Rahmen der Alternativen Investments bleibt im Fokus. Anleger:innen sollten sich jedoch auf stärkere Schwankungen und somit steigende Volatilität einstellen
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