
© iStock.com / fatido
Fonds-News KW 49 | 02.12.2025
Sieben Anlagethesen für 2026
Ein Blick zurück – fünf Anlagethesen für 2025
Können Sie sich noch erinnern? Donald Trump zog am 20. Januar ins Weiße Haus ein und bewegte seit seiner Wiederwahl mit einem erratischen Führungsstil die Finanzmärkte. Wie einst Präsident Richard Nixon bot sich für Donald Trump, den 47. Präsidenten der USA, theoretisch die Gelegenheit, das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und China auf eine dauerhaft neue, konstruktive Basis zu stellen. Die Notwendigkeit stand schon Anfang 2025 im Raum, das Weltwirtschaftssystem auf eine neue, für alle Beteiligten sinnvolle Basis zu bringen – ein Mar-a-Lago Accord – eine Reminiszenz an das Anwesen von Trump in Florida. Vorausschauend wurde das Szenario aufgestellt, dass, sollte es dazu kommen, ein allgemeiner Boom an den Finanzmärkten ausgelöst werden könnte. Besonders profitieren sollten davon die Börsen außerhalb der USA, in den Emerging Markets und nicht zuletzt in China – in allen Märkten, in denen die Zinsen sinken könnten, wenn der US-Dollar sich abschwächt. Dieses Szenario können wir Ende 2025 großteils bestätigen.
Szenario 2
Eine weitere These stellte Anfang 2025 den Handelskrieg und die Rückkehr des Merkantilismus in den Vordergrund. Zölle und Importbeschränkungen dienen generell dazu, Defizite in der Handelsbilanz / Leistungsbilanz zu beheben. Auch diese Konflikte rund um Zollandrohungen, -einführungen, -verhandlungen und -lösungen haben wir im Verlauf dieses Jahres erlebt.
Anleihen-Chaos als Szenario 3
Noch weiter zurückblickend gab es ein großes Anleihen-Desaster zwischen Jänner und November 1994. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen (Treasury Notes) stieg von 5,6 % auf fast 8 %. Nun fragte man sich zu Beginn 2025, ob es zu einem neuen Zinsanstieg in den USA kommen würde. Warum ging man von diesem möglichen Szenario aus? Nun, die Inflation in den USA erwies sich als äußerst hartnäckig, der Zustand der Staatsfinanzen mit einem jährlichen Budgetdefizit von mehr als 6 % des BIP ebenso äußerst bedenklich und das im Umfeld einer boomenden Wirtschaft mit Vollbeschäftigung. Trump hatte im Wahlkampf diverse Versprechen abgegeben, die eine Ausweitung des Budgetdefizits und erhöhten Inflationsdruck bedeuten könnten: Steuersenkungen, Importzölle und die Abschiebung von Immigranten – all das hat inflationäre Auswirkungen, weil die Konjunktur angefeuert wird, die Preise erhöht oder die Knappheit am Arbeitsmarkt verschärft wird.
Schon zu Beginn 2025 wurde spekuliert, dass Donald Trump in diesem Fall Fed-Chef Jerome Powell über Social Media mit Schimpf und Schande eindecken würde, weil dieser nichts gegen einen Zinsanstieg unternehmen würde. Powell, der – wie wir mittlerweile fix wissen – 2026 ohnehin abtreten wird, würde das Geschrei aus dem Weißen Haus aus Prinzip ignorieren, um die Unabhängigkeit der US-amerikanischen Notenbank Fed zu unterstreichen. Kommt Ihnen das auch bekannt vor? Ein Bond Desaster haben wir 2025 nicht erlebt, jedoch die Streitereien zwischen Jerome Powell und Donald Trump waren und sind anhaltend vorhanden. Derzeit befinden wir uns in einem Zinssenkungszyklus. Ein weiterer Zinsschritt nach unten wird für Dezember 2025 mittlerweile zu 100 % im Markt eingepreist.
Künstliche Intelligenz als Treiber der Finanzmärkte
Last but not least stand auch Anfang 2025 die Künstliche Intelligenz (KI) im Fokus. Das Wettrüsten zwischen Unternehmen wie Microsoft, Meta, Alphabet und Amazon hat zugenommen. Allein diese vier Konzerne investieren deutlich mehr als 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr in den Aufbau der Rechenzentren. Nutznießer dieser Kapitalinvestitionen sind Chipriesen wie Nvidia, Broadcom und TSMC bis hin zu Lieferanten von Kühl- und Lüftungssystemen für die Rechenzentren. Dieser KI-Boom ist und bleibt unter Umständen ein wichtiger Treiber der Hausse an den US-Börsen. Die Frage bleibt auch für 2026: wird sich dieses Wettrüsten am Ende rechnen? Werden Microsoft, Alphabet & Co. jemals eine genügend große Rendite auf ihren Kapitalinvestitionen erzielen? Werden KI-Anwendungen überhaupt monetarisiert werden können, oder werden sie – ähnlich wie Internet-Browser – mehr oder weniger gratis als „Commodity“–Ware angeboten werden müssen?
These Nummer fünf widmete sich China
Die fünfte These beschäftigte sich Anfang 2025 mit China. Was wird die Regierung als Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft unternehmen?
Sieben Thesen, die Investor:innen 2026 beschäftigen dürften
China kauft immer weniger im Ausland, Donald Trump muss Importzölle senken, um die Midterm-Wahlen nicht zu gefährden. Unbeliebte Sektoren und Länder melden sich zurück- und ein Edelmetall glänzt. Über allen Thesen, die hier nun umrissen werden, steht der Leitsatz des libanesisch-amerikanischen Autors und Statistikers Nassim Taleb: „Investiere in Bereitschaft, nicht in Prognose.“ Viele Thesen aus dem Jahr 2025 werden uns übrigens wiederbegegnen.
China auch 2026 im Fokus – These 1
Seit 2019 haben sich Chinas Importe, gemessen am Volumen, nicht verändert, während die Exporte um 40 % gestiegen sind. China produziert und exportiert immer mehr, während seine Nachfrage nach Gütern aus dem Ausland stagniert. Das stellt eine Bedrohung dar für die Exportsektoren Europas, speziell Deutschlands. Das ist die Folge der Politik, die die Partei unter der Führung von Xi Jinping eingeschlagen hat. China will in als „strategisch“ definierten Branchen so weit wie möglich für den eigenen Bedarf autark sein und die Weltmärkte mit eigener Produktion dominieren.
Anfang März 2026 wird der 15. Fünfjahresplan Chinas offiziell verabschiedet werden. Er formuliert die Ziele für die Periode von 2026 bis 2030. Es sollen wohl noch mehr Investitionen in Technologie- und Produktionskapazitäten, noch mehr Autarkie, dieses Mal mit besonderem Fokus auf Themen wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Biotechnologie getätigt werden. Westliche Konkurrenten in diesen Branchen werden sich warm anziehen müssen. Auch die Stützung der inländischen Konsumnachfrage soll im nächsten Fünfjahresplan mehr Gewicht erhalten.
Sie ist gekommen, um zu bleiben: die Künstliche Intelligenz (KI)
Eine der dominierenden Entwicklungen war 2025 zweifellos die Fortsetzung des Booms rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Die Kapitalinvestitionen der Tech-Giganten für den Bau von Rechenzentren steigen weiter und dürften 2026 allein für die sechs Konzerne Amazon, Alphabet, Microsoft, Meta Platforms, Oracle und CoreWeave die Marke von 400 Milliarden US-Dollar überschreiten. Mit Blick auf die Historie zeigt der gegenwärtige KI-Boom alle Attribute einer Capex-Blase, einer Investitionsausgaben-Blase. Und jede Capex-Blase der vergangenen 200 Jahre endete in Überinvestitionen, Überkapazitäten, sinkenden Preisen – und in negativen Börsenbewegungen für viele Investor:innen. Es gibt Beispiele aus 1846, dem Höhepunkt der britischen Eisenbahn-Manie, und in jüngerer Vergangenheit aus 2001. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase, wurden weltweit mehr als 90% der installierten Glasfasernetze nicht mehr benötigt – was sich ebenfalls in signifikant sinkenden Preisen für Datenübertragung niederschlug. Die KI-Blase könnte also platzen und in Überkapazitäten enden – jedoch nicht gleich 2026. Es ist eventuell eine Blase, aber sie kann sich noch weiter aufblähen. Die Crash-Propheten müssen unter Umständen warten.
Unbeliebt, unterbewertet, untergewichtet – die Schweiz profitiert
Wer gerne als Contrarian agiert, versucht, Sektoren zu identifizieren, die unter Investor:innen unbeliebt, die unterbewertet und in den Anlageportfolios untergewichtet sind. Bis vor kurzem waren das Gesundheit, Basis-Konsumgüter für den täglichen Gebrauch, die Staples, sowie Energie (Öl und Gas). Der Healthcare-Sektor, Gesundheit, hat sich seit Anfang Oktober dieses Jahres bereits kräftig zurückgemeldet. Pharma- und Biotech-Aktien zählten zu den besten Performern.
Die USA unter Donald Trump
2026 ist ein wichtiges Jahr für Donald Trump. Am 3. November sind die Midterm-Wahlen, an denen die Mitglieder des Repräsentantenhauses und ein Drittel der Mitglieder des Senats gewählt werden. Die Krise der Lebenshaltungskosten wird im Fokus stehen für Donald Trump. Der Inflationsdruck ist zu hoch in den USA.
Wahlen, Wahlen, Wahlen: Brasilien als Aktienmarkt der Zukunft?
Im Oktober 2026 wählt die Bevölkerung Brasiliens ihren nächsten Präsidenten. Chancen für den brasilianischen Aktienmarkt, der im internationalen Vergleich wie auch im Vergleich zu seiner eigenen Historie, immer noch sehr günstig bewertet ist.
Es ist nicht nur Gold, das glänzt: Silber
Silber erreicht einen Rekordwert. Gerade in China wächst die Silbernachfrage stetig, weil das Edelmetall für die Produktion von Photovoltaik-Panels benötigt wird. China baut in gigantischem Stil Solarkraftwerke.
So gesehen gibt es auch für 2026 große Chancen an den weltweiten Börsen, einige Fallstricke und offene Fragen. Bleiben Sie daher investiert, nutzen Sie den monatlichen Cost-Average-Effekt, das Durchschnittskostenprinzip, in Form von Fonds-Investmentplänen und achten Sie auch in 2026 auf breite Streuung, Diversifikation in den Portfolios.
CEB
Bei den auf unseren Webseiten angeführten Informationen handelt es sich um eine Werbemitteilung.

Kennen Sie schon die Fonds der Steiermärkischen Sparkasse?
Interessiert?
Wir beraten Sie gern – einfach Gesprächstermin vereinbaren.