Symbolgrafik - US-Flagge und EU-Flagge mit strukturiertem Hintergrund

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Fonds-News KW 25 | 17.06.2025

Investieren in Zeiten von Zöllen – was Anleger:innen jetzt wissen sollten

Die Ankündigung umfassender US-Zölle und die teils heftigen Marktreaktionen darauf zeigen: Die Handelspolitik von Präsident Donald Trump bleibt ein Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft. Doch wie sollten Anleger:innen in diesem Umfeld agieren?

Zölle – gekommen, um zu bleiben

Das erste Halbjahr 2025 war vor allem durch US-Präsident Donald Trump und dessen erratische Zollpolitik geprägt. Nachdem die Börsen im Februar wieder Höchststände erreicht hatten, folgte ein markanter Rückschlag – insbesondere rund um den „Liberation Day“ Anfang April. Inzwischen haben sich die Märkte jedoch weitgehend stabilisiert.

Nach dem ganzen Hin und Her dürfte die Mehrheit der Marktteilnehmer:innen davon ausgehen, dass Trumps Ziel wohl nicht darin besteht möglichst hohe Zölle zu verlangen und damit sowohl die US-Wirtschaft als auch die Aktienmärkte an die Wand zu fahren. Es ist kaum anzunehmen, dass es Trumps Ziel ist als der Präsident in die Geschichte einzugehen, der den größten Kurseinbruch seit der Finanzkrise 2008/2009 zu verantworten hat.

Vielmehr geht die Mehrheit der Investor:innen davon aus, dass das alles eine Art Verhandlungstaktik ist. Es bleibt aber weiterhin dabei, dass die Märkte sehr schwer zu prognostizieren sind, weil von US-Präsident Trump einfach eine hohe Unberechenbarkeit ausgeht. Wenn Trump etwas von sich gibt, werden die Märkte reagieren. Nur eben etwas pragmatischer.

Das Thema Zölle ist somit nach wie vor nicht vom Tisch und wird uns auch im Sommer weiter beschäftigen. Anfang Juli läuft der 90-tägige Aufschub der Zölle mit der EU aus und auch bei der vorläufigen Einigung zwischen China und den USA sind noch viele Detailfragen offen. Daher ist es naheliegend, dass wir in der Zollthematik in den Sommermonaten neue Entwicklungen sehen werden. 

Risikoappetit nimmt wieder zu

Trotz weiterhin bestehender Unsicherheit wagen sich die Anleger:innen wieder aus der Deckung – das Schlimmste für die Weltwirtschaft scheint abgewendet zu sein. Gleichzeitig fielen die Unternehmensergebnisse im ersten Quartal besser aus als befürchtet worden war. Doch die US-Wirtschaft sendet bereits Signale der Abkühlung aus und auch die Aussichten für den Rest der Welt werden verhaltener. Dass die Zölle nach wie vor spürbar höher sind als vor dem „US-Liberation Day“ am 2. April und der Protektionismus weltweit auf dem Vormarsch ist, ignorieren die Börsen derzeit. Auch die Gefahr, die von der „One Big Beautiful Bill“ ausgeht, die Steuererleichterungen und eine damit verbundene, signifikant höhere US-Staatsverschuldung (womit strukturell höhere Zinsen drohen) vorsieht, ist zuletzt etwas in den Hintergrund getreten.

Kurzum: An den Finanzmärkten heisst es derzeit wieder „Risk-on“. Zumal die globalen Investor:innen eine „alte“ Region wieder neu entdeckt haben: Europa.

Old Europe is back

Der Trump-Slogan MAGA (Make America great again) wurde kurzerhand in MEGA (Make Europe great again) umgewandelt. Tatsächlich haben europäische Aktien 2025 eine bemerkenswerte Wende hingelegt. Während der S&P 500 seit Jahresbeginn nur um rund 2,25 % zulegen konnte, legte das europäische Pendant Eurostoxx50 über 10,75 % zu. Aufgrund der aktuellen Dollarschwäche liegt die Performance beim S&P 500 Index in Euro umgerechnet sogar mit rund 8,4 % im Minus (Daten YTD per 13.06.2025).

Milliardenbeträge strömen in europäische Aktien, während amerikanische Titel Mittelabflüsse verzeichnen. Doch was veranlasst die Investoren:innen vermehrt auf Europa zu setzen? Neben der politischen Stabilität und der damit verbundenen rechtlichen Sicherheit für Unternehmen punkten die europäischen Aktien mit vergleichsweise günstigen Bewertungen (Kurs-Gewinn-Verhältnis). Auch die Lösung der Schuldenbremse in Deutschland und die geplanten milliardenschweren Infrastruktur- und Rüstungspakete haben das positive Momentum für Europa verstärkt.

USA auf Verliererposten?

Sollte 2025 wirklich zu einem der seltenen Jahre werden, in denen Europa die USA an den Aktienmärkten hinter sich lassen kann? Auch wenn sich die Bedingungen für Innovationen und Kreativität als Folge der Trump-Politik verschlechtern, dürfte der Vorsprung von US-Firmen gerade im Technologiebereich für Jahre unaufholbar bleiben. Zwar besitzt auch Europa Unternehmen in Zukunftssektoren wie erneuerbare Energien oder Medizintechnik, zudem attraktive Luxusmarken, die von der expansiveren Fiskalpolitik und niedrigeren Zinsen profitieren könnten. Die Qualität der Geschäftsmodelle und die Innovations-Pipelines sprechen aber derzeit noch für amerikanische Unternehmen.

Diversifikation bleibt Trump(f)

Die Dominanz der US-amerikanischen Kapitalmärkte ist ein wiederkehrendes Thema. Die Entwicklungen im Jahr 2025 haben jedoch Zweifel an der Fortsetzung dieses Trends aufgeworfen. Von zollbedingter Unsicherheit bis hin zu Veränderungen in der globalen Politiklandschaft – die Belastungsfaktoren für US-Vermögenswerte haben zugenommen.

Es ist jedoch noch zu früh, um die Dynamik der USA gänzlich abzuschreiben. Die USA stellen nach wie vor die flexibelste und vielfältigste wirtschaftliche Großmacht der Welt dar, die sich durch starke Kapitalmärkte und ein beispielloses Ökosystem für Innovationen auszeichnet.

Daher macht es für global investierende Anleger:innen Sinn, in beide Regionen zu investieren, denn breit gestreut ist langfristig immer erfolgsversprechend. Lassen Sie sich von unseren Betreuer:innen dazu beraten.

MH

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