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Fonds-News KW 15 | 08.04.2025
Markt runter. Nerven blank?
Die US-Zollpolitik rüttelt kräftig an den weltweiten Kapitalmärkten. Disziplin als richtige Reaktion? Aufgrund der aktuellen Situation an den Finanzmärkten geben wir einen Überblick und eine Einschätzung zur Lage.
„Liberation Day“
Die US-Regierung unter Donald Trump hat am 2. April umfangreiche Zollanhebungen angekündigt. Die Zollsätze übersteigen deutlich die im Vorfeld erwarteten Tarife. Die Kapitalmärkte schwanken wieder – und zwar deutlich negativ nach unten. Und mit den Kursen sinkt oft auch die Zuversicht. Disziplin ist wohl tatsächlich die richtige Reaktion – denn genau jetzt zeigt sich, wie langfristiges Anlegen ausgelegt sein sollte. Es gilt, der Versuchung zu widerstehen, „rechtzeitig“ aus dem Markt rauszugehen, denn der Wiedereinstieg – so lehrt die Erfahrung – gelingt fast nie.
Verhandlungen als Folge
Donald Trump zeigt sich nach der Verkündung seines Zollpakets offen für Verhandlungen. Gleichzeitig hat er am Montag dieser Woche zusätzliche Zölle gegen China angedroht. Eine gewisse Eskalation zwischen den USA und China scheinen die Finanzmärkte wohl schon eingepreist zu haben. Sollte Trump jedoch seine Drohung wahr machen, dann würden Importe aus China mit einem astronomisch hohen Zoll von 104 Prozent belegt werden. Computer, Haushaltsgeräte, Kleidung, Möbel oder Spielzeug wären davon betroffen. Diese angedrohten Extraabgaben würden Großunternehmen wie Apple oder Nike hart treffen, aber auch zahlreiche KMU, Klein- und Mittelunternehmen, die Produkte aus China einführen und in den USA verkaufen.
Höhere Zölle bedeuten eine Steuererhöhung für die USA. Normalerweise kann man davon ausgehen, dass höhere Zölle die globale Konjunktur voraussichtlich bremsen, die US-Wirtschaft massiv belasten und die Inflation anheizen werden – zumindest kurzfristig. Die von Trump erhoffte Reindustrialisierung der USA ist in der kurzen Frist nicht darstellbar. Die horrenden Zölle würden den Kosten- bzw. Preisdruck deutlich erhöhen.
Mittel- bis längerfristig jedoch – und darauf kommt es in der Geldanlage an – werden sich die Handelspartner aller Voraussicht nach anpassen. Es wird zwischen den betroffenen Ländern zu Verhandlungen kommen. Weitere Änderungen in der Zollpolitik könnten dann folgen.
Die Mitgliedsländer der EU ringen um die Strategie, mit der sie auf die Zollkaskade des amerikanischen Präsidenten Donald Trump antworten wollen. Am Montag dieser Woche haben die für den Handel zuständigen Minister der 27 Mitgliedsländer darüber in Luxemburg diskutiert. Sie haben den USA ein Abkommen zum Freihandel mit Industriegütern angeboten. Autos, aber auch Pharmaprodukte, Chemikalien oder Maschinen könnten in diesem Fall frei zwischen der EU und den USA zirkulieren. Eine schnelle Lösung ist jedoch trotz Verhandlungen, Angeboten und Gegenangeboten nicht in Sicht. Es drohen eben vorerst Gegenzölle.
Das Risiko für eine Rezession in den USA hat zwar etwas zugenommen, doch es gibt anhaltend viele erfolgreiche Unternehmen mit guten Gewinn- und Wachstumsaussichten – diesseits und jenseits des Atlantiks. Doch die Rezessionssignale mehren sich. So sank auch der Preis für das Rohöl, was ebenfalls zeigt, dass die Marktteilnehmer mit einer rückläufigen globalen Konjunktur rechnen. Sowohl Goldman Sachs als auch JPMorgan stufen das Risiko einer Rezession und einer zunehmenden Inflation infolge der jüngsten Zölle als erhöht ein. Die amerikanische Notenbank Fed dürfte dann wohl im Fall einer Rezession zu präventiven Zinssenkungen greifen, um den wirtschaftlichen Schaden in Grenzen zu halten. Die globale Konjunktur läuft jedoch immer noch stabil, der Arbeitsmarkt ist sowohl in den USA als auch in Europa robust, die Unternehmensgewinne bleiben stark.
Sind Anpassungen in den Portfolios ratsam?
Im Umgang mit geopolitischen Ereignissen und anderen Marktrisiken hat die Erfahrung gelehrt, dass taktische, oder gar hektische Portfolioanpassungen nicht erfolgversprechend sind. Eine unaufgeregte Portfolioallokation ist in einem schwierigen Umfeld mit offenem Ausgang von Vorteil.
Niemand, wirklich niemand, kann Börsenkurse prognostizieren. Genauso wenig lässt sich das Verhalten von Donald Trump voraussehen. Wer aktiv versucht, Börsenkorrekturen mit Verkäufen zuvorzukommen, erzielt eine systematisch tiefere Rendite bzw. Performance. Das belegt eine ganze Reihe von Studien.
Jetzt auf die Auswirkungen von Zöllen und möglichen Gegenzöllen zu spekulieren und daraus Entscheidungen zur Veränderung der Asset Allocation abzuleiten, würde wohl nicht zielführend sein. Es gilt abzuwarten, wie die angepeilten Verhandlungen zwischen den USA und den betroffenen Ländern verlaufen werden, welche Gegenmaßnahmen es noch geben wird.
Anhaltend wichtig ist, auf eine breite Streuung und somit Diversifikation zu achten, sowohl im Anleihen- als auch im Aktienteil. Das gilt jedoch in jeder Börsenphase, ob Bullen- oder Bärenmarkt.
Aktive Fondsmanager:innen, wie jene für die Avantgarde- und TOP-Fonds in der Steiermärkischen Sparkasse, nehmen in jenen Fonds mit variabler Aktien- und Anleihenquote Anpassungen gemäß den Kurs- und Börsenentwicklungen und -einschätzungen aktiv vor, sei es im Rahmen von einem Rebalancing (Anleihen, die kursmäßig gestiegen sind, werden zum Beispiel verkauft und günstigere Aktien gekauft) oder aufgrund einer taktischen Entscheidung.
Wir erwarten, dass die Unsicherheit an den Finanzmärkten in den kommenden Wochen und Monaten hoch bleiben wird, sehen jedoch aufgrund der massiven Kursrückgänge bereits erste attraktive Einstiegsniveaus.
Und einmal mehr ist es in diesen hochvolatilen und sehr schwankungsintensiven Finanzmärkten von Vorteil, den sogenannten Cost Average Effekt – das Durchschnittskostenprinzip – vorteilhaft zu nutzen in Form eines s Investmentplans, eines z.B. monatlichen Ansparplanes.
So bleiben wir an den Entwicklungen der Wirtschaft und den globalen Finanzmärkten dran und werden unsere weiteren Einschätzungen und Entscheidungen zeitnah kommunizieren.
CEB
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