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Fonds-News KW 50 | 10.12.2024
Leitzinsen und Anleihen – wo geht die Reise hin?
Die Renditen deutscher Staatsanleihen sind seit Sommer deutlich gesunken. Die Entwicklung amerikanischer Staatsanleihen ist eine andere. Für die unterschiedliche Entwicklung gibt es mehrere Gründe, die auch die künftige Entwicklung bestimmen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank (Fed) sind eifrig dabei, die Leitzinsen zu senken. An den Anleihemärkten hat sich das bislang unterschiedlich ausgewirkt. Das gilt vor allem für die an den Finanzmärkten am stärksten beachteten Anleihen mit der langen Laufzeit von zehn Jahren.
Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe ist seit der ersten Zinssenkung der EZB im Juni von rund 2,7 Prozent auf zuletzt nur noch knapp 2,1 Prozent gefallen. In den USA hat die Fed ihren Zinssenkungszyklus erst im September eingeleitet. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg allerdings seither von 3,6 Prozent auf 4,3 Prozent.
Wie kann man sich nun steigende Renditen mit einem Zinssenkungsprogramm erklären? Ein wesentlicher Teil davon hat mit Donald Trump zu tun. Dieser wurde zwar erst im November wieder zum US-Präsidenten gewählt, doch bereits mit Veröffentlichung seines Wahlprogramms waren US-Staatsanleihen massiv unter Druck geraten.
⇒ Die Kurse fielen und im Gegenzug stiegen die Renditen!
Deutsche Volkswirte gehen davon aus, dass die von Trump geplanten Importzölle die Inflation ebenso erhöhen wie seine Migrationspolitik, die das Angebot an Arbeitskräften weiter einschränkt und so zu tendenziell höheren Löhnen führt.
Außerdem rechnen die Ökonomen damit, dass die Staatsverschuldung unter anderem wegen Trumps geplanter Steuersenkungen weiter steigen wird. Steigende Inflation und steigende Verschuldung belasten Staatsanleihen und schränken den Spielraum der Fed für weitere Leitzinssenkungen ein.
In der Euro-Zone entwickelt sich die Wirtschaft schwächer, und die Inflationsrate stieg im Euro-Raum gegenüber dem Vorjahr mit zuletzt 2,3 Prozent weniger als in den USA mit 2,6 Prozent. Das eröffnet der EZB den Spielraum für mehr Zinssenkungen als der Fed.
Was heißt das konkret für die Leitzinsen? Einig sind sich die Volkswirte darin, dass sowohl EZB als auch Fed die Leitzinsen weiter senken werden. Das meinen auch Ökonomen vieler anderer Banken. Die Meinung darüber, wie stark die Leitzinsen sinken werden, gehen aber auseinander.
Trotz der Zinssenkungen dürften nach Ansicht der Ökonomen die Renditen der langlaufenden Anleihen in den kommenden zwölf Monaten weiter steigen, und das sowohl in Deutschland als auch in den USA.
Deutsche Bundesanleihen werden sich der Bewegung der US-Staatsanleihen nicht entziehen können. Steigen könnten die Renditen außerdem wegen des Bilanzabbaus der EZB und einer auch in Deutschland steigenden Staatsverschuldung, wenn unter einer neuen Regierung die Schuldenbremse aufgeweicht wird.
Die nächste Sitzung des EZB-Rates findet am 12. Dezember 2024 statt. Es wird spekuliert, dass eine weitere Zinssenkung um 0,25 bis 0,50 Prozentpunkte erfolgen wird. Es wird sehr interessant und aufschlussreich für die weitere Zinsentwicklung sein, zu beobachten, ob sich die Zinsschritte der EZB am kurzen Ende auch auf die langfristigen Zinsen auswirken werden.
AH
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