Bulle vor USA-Fahne

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Fonds-News KW 48 | 26.11.2024

Die Dominanz der US-Börse

Die US-Börse hat Anleger:innen mehr Gewinn gebracht als jede andere. Wer Ende 2000 10.000 Dollar in US-Aktien investiert hat, besitzt heute inflationsbereinigt 27.000 Dollar. Im Vergleich dazu kommt man mit Aktien außerhalb der USA lediglich auf 16.000 Dollar. Die amerikanische Dominanz an den Kapitalmärkten begann eigentlich schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In den folgenden hundert Jahren erreichte die US-Börse eine reale Rendite von 7 Prozent pro Jahr, verglichen mit 4,9 Prozent in der übrigen Welt, was Expert:innen der London Business School errechneten. Und auch im laufenden Jahr konnten US-Aktien mit einer deutlichen Outperformance gegenüber den europäischen Pendants anhaltend überzeugen. Dieser Trend wurde unlängst durch den Wahl-Sieg von Donald Trump, der den USA zusätzlichen ökonomischen Rückenwind bescheren sollte, weiter befeuert. Die Überlegenheit spiegelt sich auch im MSCI World Index wider, wo ihr Anteil seit den 1990er-Jahren von 36 auf 64 Prozent angestiegen ist. Angesichts dieser fulminanten Entwicklung stellt sich die Frage, ob die Luft irgendwann nicht dünner wird. Expert:innen, wie beispielsweise Grace Peters von JP Morgan, glauben nicht, dass die US-Börse in einer Blase ist. Sie erwartet, dass amerikanische Unternehmen auch in den kommenden Jahren überdurchschnittliche Erträge erzielen werden, was sich positiv auf die Börsenkurse niederschlagen dürfte. Für die Big Player, die sogenannten Blue Chips, prognostiziert sie eine langfristige jährliche Rendite von 6,7 Prozent. Des Weiteren glaubt sie, dass die USA im Jahr 2037 immer noch eine Gewichtung von circa 60 Prozent vom globalen Aktienmarkt innehaben wird. Grund für ihre Annahme ist die fundamentale Stärke der amerikanischen Wirtschaft, die in der nächsten Dekade im Schnitt um 2 Prozent pro Jahr wachsen soll. Die Eurozone im Gegensatz dazu sehen sie eher bei durchschnittlich 1,4 Prozent. Hinzu kommt, dass auch die US-Unternehmen mit 6,8 Prozent Gewinnwachstum fast doppelt so schnell wachsen sollten wie Firmen in Europa mit 3,5 Prozent. Europäische Aktien sind günstiger bewertet, aber die großen US-Tech-Konzerne haben dank hoher Cashflows robuste Bilanzen und investieren massiv in neue Technologien. Diese Marktkonzentration führt jedoch zu einem Klumpenrisiko für Anleger:innen.

Granola – die Stars Europas

Die sogenannten Granola-Aktien – GSK, Roche, ASML, Nestlé, L’Oréal, LVMH und AstraZeneca – sind Europas Antwort auf die großen US-Tech-Konzerne. Manchmal werden auch die Pharmatitel Novo Nordisk und Novartis dazugezählt. Obwohl das Wachstum der Unternehmen stark ist, ist die Anlegerwelt insgesamt fragil. Deshalb dürfen die Risiken nicht aus den Augen verloren werden. Sollte die Inflation wieder zurückkommen, dann dürfte Gold weiter profitieren. Auch die wachsende Verschuldung muss weiter im Auge behalten werden – akut stellt dies aber kein Risiko dar. Das Thema einer US-Rezession darf längerfristig auch nicht ausgeschlossen werden, wenngleich dieses Szenario im Moment an den Finanzmärkten keine große Rolle spielt. Aktuell sieht vieles nach einem Softlanding aus, obwohl Analyst:innen dies für unwahrscheinlich hielten. Es überwiegt das positive Momentum, unterstützt durch Zinssenkungen der Fed und den Wahlsieg von Donald Trump. Die Zeichen stehen also gut, dass der Aufwärtstrend anhält und amerikanische Aktien weiterhin vielversprechend sind.

Zinsen als Achillesferse

Seit der US-Wahl sind die Renditen zehnjähriger Treasuries knapp unter 4,5 Prozent gestiegen. Ökonom:innen diskutieren, ab welchem Niveau Anleihen Aktien Konkurrenz machen. Der Chefstratege des kanadischen Research-Hauses BCA, Marko Papic, sagte, wenn die Rendite zehnjähriger Treasuries auf mehr als 4,7 oder 4,8 Prozent steigt, dann wird es schwierig. Analyst:innen von JPMorgan erwarten, dass Renditen ab 5 Prozent der Euphorie ein Ende setzen, wobei die Unternehmen mit geringer Verschuldung, hohen Margen und robusten Geschäftsmodellen deutlich besser davonkommen sollten. Kleine und mittelgroße Gesellschaft müssen im kommenden Jahr ein erhebliches Schuldenvolumen refinanzieren, was zur Belastung werden könnte, sollten die Zinsen tatsächlich länger höher bleiben.

Trump könnte in Europa für politische Veränderungen sorgen

Papic nennt ein Überangebot an Flüssiggas, die Neuordnung der Lieferketten und die Dekarbonisierung der Wirtschaft als Gründe für eine Wiederentdeckung Europas. Beobachter:innen hoffen auf einen politischen Ruck in Europa durch Trumps Wahl, der lange vernachlässigte Reformen wie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit vorantreiben könnte. Axel Angermann von Feri sieht ebenfalls Chancen für Europa. „Europa muss in kurzer Zeit die Versäumnisse der Vergangenheit nachholen“, erklärt er. Auch Analyst:innen von Bloomberg sehen Potenzial bei einer Bankenunion, der Entwicklung grüner Industrien oder der Integration der europäischen Rüstungsindustrie. „Europa ist immer noch die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und der kulturelle Taktgeber des Westens“, schreiben sie. Trump sei trotz seines Säbelrasselns auf Europa angewiesen, um die Unstimmigkeiten mit China oder den Konflikt im Nahen Osten beizulegen.

Mit Diversifikation langfristig zum Erfolg

Für langfristige Investor:innen ist es ratsam, sich nicht nur auf einzelne Länder oder Nischen wie die KI zu fokussieren, sondern auf ein breit gestreutes Portfolio zu setzen, das von unterschiedlichsten Branchen- und Länderentwicklungen profitieren kann. Für etwas risikoaversere Kund:innen ist auch die Beimischung von Anleihen empfehlenswert. Auch hier sollte im Idealfall auf eine globale Strategie gesetzt werden. Um den Risikofaktor Timing zu umgehen, also den richtigen Zeitpunkt für das Investment auszusuchen, kann ein monatlicher Sparplan angelegt werden. Lassen Sie sich von unseren Betreuer:innen sehr gerne dazu beraten.

FI

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