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Fonds-News KW 45 | 05.11.2024

Keine Langeweile an den herbstlichen Finanz- und Kapitalmärkten

Der Herbst ist an den Kapitalmärkten stets eine Zeit, die von zahlreichen Ereignissen geprägt ist. Zum Beispiel ist es die Zeit, welche die höchste Schwankungsintensität bei Aktienmärkten aufweist. Der Herbst 2024 wird hier in Bezug auf die Ereignislage keine Ausnahme zur Historie darstellen, denn die Menge an relevanten Daten und Themen, welche gegenwärtig bzw. in den kommenden Wochen die Märkte beschäftigen, ist schier enorm.

Sei es die geopolitische Lage – der Russland-Ukraine-Konflikt und das Pulverfass Nahost bzw. der Ausgang der soeben angelaufenen US-Abstimmung zum Präsidentenamt. Die ohnehin angespannte Lage kann je nach Ausgang dieser Wahl zusätzlich an Brisanz gewinnen.

Zinswende USA!

Unabhängig vom US-Wahlergebnis ist anzunehmen, dass die amerikanischen Notenbank FED den Mitte September begonnen Zinssenkungspfad beibehält und bereits bei ihrer kommenden Sitzung am 7. November eine weitere Zinssenkung vornehmen könnte.

Ungeachtet dessen sei festgehalten, dass sich die amerikanische Wirtschaft weiterhin in einem äußerst robusten Zustand befindet. Die jüngsten Revisionen des US-Einkommenswachstums attestieren dem für die Gesamtwirtschaft wichtigen US-Konsum eine gute Verfassung. Sinkende Zinsen sollten weitere Impulse liefern, sodass wir weiterhin von einer weichen Landung der US-Wirtschaft ausgehen.

Europa quo vadis?

Weiter sinkende Zinsen wird es auch in Europa geben (müssen) – anders als in der Vergangenheit reagierte die EZB heuer bereits mit drei Leitzinssenkungen im Juni, September und im Oktober verhältnismäßig rasch. Zuletzt war die EZB dennoch darauf bedacht, eine restriktivere Haltung zu vermitteln. Dies dürfte sich ob der Vorgaben aus den USA bzw. der zwischenzeitlich enttäuschenden Wachstumsindikatoren ändern, der Markt erwartet gegenwärtig einen weiteren Zinsschritt bis zum Jahresende.

Vor allem hierzulande bzw. in Deutschland hätte man tiefere Zinsen bitter nötig. Sowohl Österreich als auch Deutschland befinden sich in einer Rezession und ohne die südlichen Mitgliedsstaaten wie Spanien oder Italien – welche von einem boomenden Servicebereich profitieren – wäre wohl die gesamte Eurozone in einem Wirtschaftsabschwung.

Bei einer solchen negativen Nachrichtenlage aus unserer Heimatregion tendiert man sehr leicht dazu, die negative Entwicklung auf ganz Europa zu projizieren. Es sei jedoch erwähnt, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone vor allem im ersten Halbjahr über den ursprünglichen Erwartungen lag. Zudem ist die Arbeitslosenrate im Euroraum mit 6,3 % so niedrig wie nie zuvor, bei gleichzeitig enorm hohen Sparquoten. (Quelle: Eurostat Euroindikatoren 31.10.2024) Man darf die aktuelle wirtschaftliche Situation mitnichten schönreden, jedoch ist die aktuelle Ausgangsbasis alles andere als katastrophal. Denn sinkende Zinsen sollten auch die Sparquote wieder deutlich reduzieren, was im Umkehrschluss eine merkliche Belebung des Konsums und somit auch der Gesamtwirtschaft nach sich ziehen sollte.

Auch das mächtige Stimulus-Paket Chinas, welches Ende September verabschiedet wurde, birgt wohl weiteres Wachstumspotenzial. In den Medien war gar von der „Chinesischen Bazooka“ die Rede. Anhaltende Deflationssorgen sowie zuletzt immer schwächere Wirtschaftsindikatoren, welche ein Erreichen des jährlichen Wachstumsziels von 5 % immer unrealistischer werden ließen, veranlassten offenkundig die chinesische Führung zum Befreiungsschlag. Ob dies mit den aktuellen Senkungen des Leitzinses, der Reduktion des Mindestreservesatzes für Banken sowie einer Stützung der angeschlagenen Immobilien- und Aktienmärkte reicht, wird sich weisen. Die Politik ließ aber ohnehin eine zunehmende Bereitschaft für weitere Unterstützungsmaßnahmen erkennen.

Diversifikation bleibt oberstes Gebot

Unabhängig vom wirtschaftlichen Ausblick, so nehmen wir an, wird der Fokus der Kapitalmärkte in den kommenden Tagen, wenn nicht sogar Wochen, auf den Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl liegen. Unsicherheit ist Gift für Kapitalmärkte und somit wäre jegliche Unklarheit nach den Wahlen bzw. eine potenzielle Nichtanerkennung des Ergebnisses ein empfindsames Restrisiko. Ungeachtet der Wahlen bleiben die bereits erwähnte Eintrübung der Konjunktur bzw. vor allem der sich ausbreitende Nahost-Konflikt die beherrschenden Unsicherheitsherde.

Die Ereignisdichte ist enorm und daher wären Schwankungen wenig verwunderlich. Diversifikation im Depot bleibt daher unverändert wichtig.

HFG

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