
Image licensed by Ingram Image/adpic
Fonds-News KW 36 | 03.09.2024
KI: Euphorie oder Heilsbringer?
Nach mehreren Hype-Zyklen bei der Blockchain-Technologie von Kryptowährungen entsteht nun auch die Frage, ob wir kurz vor dem Platzen einer Blase bei künstlicher Intelligenz (KI) stehen. Obgleich KI seit den 1950er-Jahren erforscht wird, gab es in der Vergangenheit immer wieder Phasen gesteigerter wirtschaftlicher Wahrnehmung, großer Investitionen und neuer Hoffnungen, die dann aber mittelfristig wieder enttäuscht wurden. Beispielsweise brachte IBM das Computerprogramm „Watson“ bereits Ende der 2000er auf den Markt, das mittels künstlicher Intelligenz Antworten auf Fragen geben konnte.
Mit der Markteinführung von ChatGPT trat die Technologie der generativen künstlichen Intelligenz erneut auf die Bühne und entfesselte große Euphorie. Neben Start-ups wie OpenAI – das sich von einer KI-kritischen Nichtregierungsorganisation (NGO) zu einem hoch bewerteten Start-up entwickelte – wollten auch etablierte Technologiekonzerne auf den KI-Zug aufspringen. Von Microsoft und Google über Apple bis hin zu Meta und Amazon: Die Produktankündigungen und Ausgaben für Forschung im KI-Bereich jagten sich gegenseitig und bescherten Firmen am Hardware-Ende der KI-Lieferkette wie Nvidia volle Auftragsbücher und Rekordgewinne.
Sorge um die Monetarisierung
Doch nach der Angst den KI-Trend verpasst zu haben, scheint nun der Wind zu drehen und Investor:innen fragen sich, wann diesen enormen Investitionen jetzt endlich Gewinne folgen. Der Hedge-Fonds Elliott beispielsweise glaubt im Aktienkurs von Nvidia eine Blase erkannt zu haben und findet KI massiv überbewertet. Auch Analyst:innen bei Goldman Sachs ziehen ein ernüchterndes Fazit zur oft enttäuschenden Realität hinter den hohen Versprechen der KI-Befürworter. OpenAI musste beispielsweise des Öfteren die Lancierung von neuen Modellen verschieben, die für das Training der Modelle so wichtigen Daten werden rar und können auch nicht durch künstlich hergestellte Daten ersetzt werden. Die erhofften Produktivitätsgewinne beim Einsatz von KI in Unternehmen haben sich bisher nicht wirklich bewahrheitet. Weitere Gründe, warum das Narrativ von Euphorie zu Skepsis kippt, sind insbesondere die Regulierung, eine fragwürdige Governance bei den relevanten Anbietern und Unklarheiten zur Wertschöpfungskette sowie der Nachfrage. Aufgrund dieser Tatsachen sehen langjährige Kritiker der Tech-Branche eine bevorstehende Konsolidierung der KI-Blase kommen.
Von Euphorie zu Skepsis
Es häufen sich nicht nur die geplanten, sondern auch die bereits neu umgesetzten Gesetze, beispielsweise mit dem Inkrafttreten des EU AI Acts, der – kaum in Kraft – bereits kritische Fragen aufwirft. Neben der Unsicherheit, was das nun konkret für Unternehmen bedeutet, welche Investitionsentscheide es negativ beeinflussen kann, und einige Firmen bereits dazu verleitet hat, gewisse Dienstleistungen gar nicht anzubieten, gehen Regulatoren auch auf Basis bestehender Gesetzesänderungen härter gegen Tech-Konzerne vor. Ein kürzliches Urteil zur Monopolstellung von Google im Suchmaschinen- und Werbemarkt dürfte auch auf den KI-Markt negative Auswirkungen haben, der ebenfalls zur Bildung von Monopolen neigt.
Zudem rücken diverse KI-Firmen mit negativen Schlagzeilen über ihre Governance sowie mit auffälligen Personalwechseln und Unternehmenszukäufen ins Rampenlicht. So haben zum Beispiel innerhalb kürzester Zeit drei Galionsfiguren bei OpenAI das Schiff verlassen, und die Welle an Verfahren gegen generative KI-Firmen mit diversen Vorwürfen reißt nicht ab.
Wertschöpfungskette und Nachfrage
Wahrscheinlich am wichtigsten für die steigende Verunsicherung der Investor:innen dürfte aber die Unklarheit hinsichtlich der Wertschöpfungskette und der konkreten Nachfrage nach generativer KI sein. Wodurch kann wirklich Geld verdient werden und wie lassen sich die enormen Investitionen rechtfertigen? Sind es die notwendigen speziellen Mikrochips von Hardware-Anbietern wie Nvidia? Immerhin haben Chip-Hersteller, die nicht auf den KI-Boom setzten – wie Intel – im Moment sehr viel Gegenwind. Falls ja, warum aber arbeitet dann Nvidia insgeheim an einem eigenen Modell und saugt dafür ebenfalls Trainingsdaten ab? Falls der Wert in den Modellen liegt, weshalb veröffentlicht dann Meta nicht nur ein kostenloses neues Modell, sondern auch die entsprechenden Parameter dazu, sozusagen das Herzstück? Es ist zu erkennen, dass es hier noch einige Unklarheiten gibt, worin der tatsächliche Wert liegt.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass die KI definitiv gekommen ist, um zu bleiben und sicherlich viel Potenzial hat. Eine Konsolidierung und Neuevaluierung der „Value Proposition“ von generativer KI erscheint vom aktuellen Standpunkt aus allerdings notwendig.
Mit Diversifikation langfristig zum Erfolg
Für langfristige Investor:innen ist es ratsam, sich nicht nur auf eine Nische wie die KI zu fokussieren, sondern auf ein breit gestreutes Portfolio zu setzen, das von unterschiedlichsten Branchen- und Länderentwicklungen profitieren kann. Für etwas risikoaversere Anleger:innen ist auch die Beimischung von Anleihen empfehlenswert. Auch hier sollte im Idealfall auf eine globale Strategie gesetzt werden. Lassen Sie sich von unseren Betreuer:innen dazu sehr gerne beraten.
FI
Bei den auf unseren Webseiten angeführten Informationen handelt es sich um eine Werbemitteilung.

Kennen Sie schon die Fonds der Steiermärkischen Sparkasse?
Interessiert?
Wir beraten Sie gern – einfach Gesprächstermin vereinbaren.