Abstrakte Grafik - Mann blickt durch einen Feldstecher, im Hintergrund Charts und eine Weltkarte

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Fonds-News KW 29 | 16.07.2024

Halbzeit an den Börsen – Ausblick auf die zweite Jahreshälfte 2024

Nach einer guten ersten Halbzeit fragen sich viele Anleger:innen, wie es an den Märkten weitergehen könnte. Das wirtschaftliche Umfeld bleibt grundsätzlich gut, doch die Nervosität an den Börsen nimmt zu. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte stellt sich die Frage: Geht die allgemeine Börsenrallye so weiter? Oder kommt es doch noch zum Crash?

Rückblick auf das erste Halbjahr

Die Aktionär:innen können sich über ein erfolgreiches erstes Halbjahr freuen. Insbesondere USA-Anleger:innen profitierten von der Kursentwicklung der Magnificent 7 (Apple, Nvidia, Alphabet, Meta, Amazon, Tesla und Microsoft), welche vom aktuellen KI-Boom weiter angetrieben wurden. Die Tech-Titel von Apple, Microsoft & Co haben neue Sphären erreicht und damit auch den großen US-Indizes neue Allzeithochs beschert. Vor allem der Chip-Hersteller Nvidia hat dieses Jahr zum großen Höhenflug angesetzt und trotz kurzer, zwischenzeitlicher Verluste seit Jahresbeginn um über 160 Prozent zugelegt. Das Unternehmen von CEO Jen-Hsun Huang ist damit über drei Billionen Dollar wert (Stand 12.07.2024).

Aber auch die europäischen Aktienmärkte konnten deutlich zulegen, wobei es zuletzt infolge der Wahlen in Frankreich zu leichten Kursabschlägen kam. Positiv zeigten auch die globalen Emerging Markets auf, die aufgrund der günstigen Bewertungen aktuell eine interessante Beimischung für globale Investor:innen darstellen.

Das wirtschaftliche Umfeld

Die Weltwirtschaft entwickelt sich solide und wird 2024 ein reales Wachstum von etwa 3 % aufweisen. Im Zuge dessen werden auch die Unternehmensgewinne ansteigen. Für die US-Unternehmen werden auf Sicht der nächsten Jahre zweistellige Gewinnwachstumsraten prognostiziert. Und auch europäische Unternehmen sollten laut Einschätzung der Analyst:innen mittelfristig deutlich steigende Gewinne verzeichnen können. Das erfreuliche Umfeld ist einerseits einem stabilen Arbeitsmarkt zu verdanken und andererseits den rückläufigen Inflationsraten. Durch die Lohnsteigerungen der letzten Jahre können die Haushalte nun – nach Jahren der Reallohnverluste – wieder Reallohnzuwächse verzeichnen, die wohl größtenteils in den Konsum fließen und damit das Wirtschaftswachstum unterstützen.

Wichtige Einflussgrößen: Fed und EZB

Die Notenbanken haben das nötige Werkzeug, um sowohl unterstützend als auch restriktiv zu wirken und können ihr Instrumentarium einsetzen, um die Preisentwicklung zu stabilisieren. Mittelfristig sollte es gelingen, das gewünschte Zielniveau von 2 % zu erreichen – einige, wahrscheinlich auch nur wenige, Zinssenkungen sollten in den nächsten Monaten helfen, den stabilen wirtschaftlichen Wachstumspfad zu unterstützen.

Die EZB hat bereits einen ersten Zinsschritt im Juni vorgenommen und den Leitzzinssatz um 25 Basispunkte gesenkt. Die US-Notenbank Fed wartet noch ab und hält die Leitzinsen nach wie vor auf hohem Niveau. Jüngste Äußerungen von Notenbankchef Jerome Powell legen aber nahe, dass auch die Fed im zweiten Halbjahr die Zinsen senken könnte und somit das von den Börsianern erhoffte Zinssenkungsszenario eintrifft.

Graue Wolken ziehen auf

Es gibt aber auch Anzeichen, dass sich der Börsenhimmel im zweiten Halbjahr eintrüben könnte. Am Horizont zeichnen sich Unsicherheiten ab, seien es geopolitische Konflikte (Handelszölle, Gaza- und Ukrainekrieg, ...), die politische Großwetterlage in Europa oder die anstehenden Wahlen in den USA. In den kommenden Monaten ist mit stärkeren Schwankungen an den Märkten zu rechnen. Doch gemäß dem Motto „politische Börsen haben kurze Beine“, sollten diese nur von kurzfristiger Dauer sein, langfristig zählen Unternehmensgewinne und der Ausblick über die weitere Entwicklung der Unternehmen.

Aufgrund der stark gestiegenen Aktienkurse könnte es in den nächsten Monaten zu einer Phase von Gewinnmitnahmen kommen. Sprich: Anleger:innen werden ihre Kursgewinne realisieren wollen, indem sie ihre Aktien verkaufen. Dadurch werden Kursanstiege normalerweise gebremst oder gar gestoppt. Eine leichte Korrektur käme nicht unerwartet, wäre jedoch auch ganz normal und würde Investor:innen, welche noch nicht investiert sind, gute Einstiegsmöglichkeiten bieten.

Auch Anleihen bringen Rendite

Allerdings sind Aktien längst nicht mehr alternativlos. Auch Anleihen haben mittlerweile an Attraktivität gewonnen. Zwar haben die hartnäckige Inflation und die immer weiter nach hinten geschobenen Leitzinssenkungen größere Kursanstiege bei Anleihen begrenzt. Dafür entschädigt das insgesamt höhere Zinsniveau Anleihekäufer:innen mit schönen, laufenden Erträgen. Besonders Anleihen von bonitätsstarken Unternehmen, sogenannte „Investmentgrade Anleihen“, stellen für weniger risikofreudige Investor:innen eine attraktive Alternative zu Aktien dar.

Fazit für die zweite Halbzeit

Unter dem Strich bleibt also die Aussicht auf ein gutes zweites Halbjahr, sowohl für Aktien als auch für Anleihen. So wie beim Fußball heißt es nun: Kräfte sammeln, konzentrieren und Punkte machen. Das Umfeld ist bei aller gebotenen Vorsicht gut. Rückschläge sollten für Nachkäufe genutzt werden. Hier gilt es, ausreichend Cash zu halten, um bei Korrekturen Opportunitäten nutzen zu können.

MH

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