Goldbarren und Wiener Philharmoniker Münzen aus Gold

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Fonds-News KW 13 | 26.03.2024

Gold erreicht Allzeithoch

In den Medien war zuletzt häufig von neuen Höchstständen verschiedener Aktienindizes, wie zum Beispiel dem amerikanischen NASDAQ 100, dem japanischen Nikkei 225 oder dem deutschen DAX zu lesen. Ein Rekord jagte den nächsten. Auch Bitcoin erklomm wieder neue Höchststände. Bei all den Rekorden ist ein Allzeithoch fast untergegangen: Gold hat sowohl in US-Dollar als auch in Euro neue Höchststände erklommen.

Goldpreis so hoch wie nie

Im März erreichte Gold ein neues Rekordhoch und übertraf damit den alten Höchststand aus dem Jahr 2020. Noch nie musste für eine Feinunze Gold mehr gezahlt werden. Zwischenzeitlich erreichte der Goldpreis an der Börse in London einen Wert von rund 2.200 US-Dollar je Feinunze (circa 31,1 Gramm). Und auch in Euro erreichte das Edelmetall ein neues Allzeithoch. Hier wurde die Marke von 2.000 Euro pro Feinunze übertroffen. (Stand 22.03.2024)

Doch woran liegt das? Schließlich heißt es in der Theorie, dass hohe Zinsen Gift für Gold sind und aufgrund der rückläufigen Inflation sollte auch Gold als „Inflationsschutz“ weniger nachgefragt werden. Doch Gold ist auch ein knappes Gut, das in Minen geschürft werden muss, bevor es an den Markt kommt. Die vergangenen Monate sehr hoher Inflation haben viele Waren deutlich verteuert – und so könnte man auch bei Gold davon ausgehen.

Niedrigere Zinsen sollten unterstützen

Obwohl die Zinsen aktuell noch hoch sind, ist der Goldpreis zuletzt deutlich gestiegen. Allerdings erwarten die Märkte baldige Zinssenkungen. Momentan rechnet der Markt mit ersten Zinssenkungsschritten im Sommer – sowohl von der US-Notenbank Fed als auch von der europäischen Zentralbank. Die erwarteten US-Zinssenkungen haben vermutlich zum jüngsten Preisanstieg beigetragen und die Hoffnung auf sinkenden Zinsen dürfte das Edelmetall auch weiter unterstützen, da seine Attraktivität mit sinkenden Zinsen steigt. Gold erwirtschaftet keine laufenden Erträge – es gibt nur Kursgewinne oder -verluste. Sind die Zinsen hoch, haben Investor:innen jedoch auch andere „sichere“ Investitionsmöglichkeiten, die Erträge erwirtschaften. Allen voran zählen hierzu US-Staatsanleihen. Diese weisen aufgrund der massiven Zinserhöhungen seit 2022 wieder attraktive Renditen auf und gelten ähnlich wie Gold als „sicherer Hafen“. Investor:innen erwirtschaften mit diesen Staatsanleihen aber – im Gegensatz zu Gold – auch laufende Erträge. Sinken die Zinsen wieder, lässt die Attraktivität der Anleihen im Vergleich zu Gold nach und die Nachfrage nach dem Edelmetall könnte steigen.

Geopolitische Risiken nehmen zu

Gold wird von Investor:innen traditionell als „sicherer Hafen“ angesehen, der ein Portfolio in unruhigen Marktphasen etwas stabilisieren kann. Die aktuellen Spannungen im Nahen Osten, inklusive der Angriffe auf die Handelsschifffahrt, der anhaltende Ukraine-Krieg und nicht zuletzt auch die Spannungen zwischen China und Taiwan dürften den jüngsten Preisanstieg ebenfalls unterstützt haben und auch anhaltend für Nachfrage sorgen.

Notenbanken kaufen kräftig zu

Und dennoch zeigt sich aktuell von Seiten der Anleger:innen keine große Nachfrage nach dem Edelmetall – zumindest nicht, wenn man sich das Volumen von Gold ETFs ansieht. Deren Volumen ist seit dem Höchst im Jahr 2020 um rund ein Viertel geschrumpft. Dies gibt aber keine Auskunft über physisch gekauftes Gold. Gemäß Daten des World Gold Councils kommt ein großer Teil der aktuellen Nachfrage nach Gold aus China und Indien und auch im übrigen Asien und im Nahen Osten ist das Edelmetall sehr gefragt. Der zunehmende Wohlstand führt dort insbesondere zu einer verstärkten Nachfrage nach Schmuck. In China suchen Investor:innen zudem aufgrund des krisengebeutelten Immobiliensektors nach alternativen Investitionsmöglichkeiten.

Die größte Nachfrage kommt aktuell aber von den Notenbanken. Lange Zeit galten die Notenbanken eher als Goldverkäufer, in den letzten Jahren ist aber eine Trendwende erkennbar, allen voran in den Schwellenländern. Die Sanktionen gegen Russland und die damit verbundene Enteignung der Dollar-Reserven veranlasste Notenbanken dazu, ihre Risiken zu streuen, sich breiter zu diversifizieren und damit weniger abhängig vom US-Dollar zu machen. Auch hier zählt die chinesische Zentralbank mit zu den größten Käufern.

Gold als Diversifikation

Auch wenn kurzfristige Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen sind, gibt es somit einige Faktoren die den Goldpreis anhaltend unterstützen können. Unabhängig davon hat Gold unserer Ansicht nach einen Platz in jedem Portfolio verdient. Dies kann sowohl in physischer Form erfolgen als auch in Form von Wertpapieren. Märkte schwanken – das ist die Normalität. Eine breite Diversifikation über unterschiedliche Anlageklassen, die in unterschiedlichen Markphasen ihr Potenzial entfalten können, scheint unserer Ansicht nach daher sinnvoll, auch um Risiken breiter zu streuen. Zu diesen Anlageklassen zählen insbesondere Anleihen und Aktien, aber auch Rohstoffe und Gold können einen wichtigen Baustein in einem Portfolio darstellen.

TP

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