2024

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Fonds-News KW 5 | 30.01.2024

Emerging Markets – Einblick, Ausblick und Chance?

Die Emerging Marktes wurden in der jüngeren Vergangenheit vor allem wegen der negativen Entwicklungen in China von Investor:innen gemieden. Doch aufgrund der günstigen Bewertungen und dem zukünftigen Wachstumspotenzial macht eine nähere Betrachtung der Schwellenländer Sinn.

Wann geht es denn wieder richtig aufwärts?

Diese Frage stellen sich Schwellenländeranleger:innen bereits seit einigen Jahren. So steht beim MSCI Emerging Markets über die vergangenen drei Jahre ein Minus von 4,6 % p.a., während der Industrieländer-Aktienindex MSCI World über diesen Zeitraum immerhin ein jährliches Plus von 11,6 % p.a. schaffte. Die Gründe dafür sind bekannt: Ab 2020 haben die Corona-Pandemie und ihre langwierigen Folgen für die Weltwirtschaft, der Ukraine Krieg mitsamt seinen Auswirkungen und diverse andere Probleme, vor allem in China, für lange Gesichter bei Investor:innen gesorgt.

Sorgenkind China

Emerging Markets kann es nicht gut gehen, wenn es China nicht gut geht. Das war über viele Jahre ein Mantra an den Finanzmärkten, mit gutem Grund: Chinas Konjunktur diente als Taktgeber für rohstofflastige Volkswirtschaften von Brasilien bis Indonesien, und im breiten MSCI Emerging Markets Index stellt Chinas Aktienmarkt mit rund 26 % (Stand Dezember 2023) das dominierende Gewicht.

China hat nach wie vor mit den Auswirkungen der geplatzten Immobilienblase (Evergrande & Co) und der Sanierung der lokalen Staatsschulden zu kämpfen. Mit dem Ende des Baubooms hat Chinas Wirtschaft seinen wichtigsten Wachstumsmotor verloren und durchläuft derzeit eine Umstrukturierung. Es wird einige Zeit dauern, bis die aufstrebenden Branchen wie Technologie, neue Energien, fortschrittliche Fertigung und Biotechnologie den Immobiliensektor ersetzen können. Diese aufstrebenden Branchen machen nach Angaben der chinesischen Regierung zusammen etwa 13 % des BIP aus. Zum Vergleich: Der Immobiliensektor stand zeitweise direkt (durch das Baugewerbe) und indirekt (durch vor- und nachgelagerte Industrien wie Baumaterialien und Haushaltsgeräte) für ein Viertel des BIPs. Hinzu kommt, dass China bei westlichen Unternehmen als Investitionsstandort an Attraktivität verloren hat. Westliche Firmen beklagen sich seit langem darüber, dass sie auf dem chinesischen Markt keine fairen Wettbewerbsbedingungen haben. Sie machen sich auch Sorgen um die Sicherheit ihrer Unternehmensdaten. So behindern chinesische Vorschriften den grenzüberschreitenden Datentransfer, und das kürzlich überarbeitete chinesische Gesetz zur Spionageabwehr könnte chinesischen Behörden mehr Zugang und Kontrolle über Firmendaten geben.

Generell erschweren die geringere Transparenz der politischen Entscheidungen und die regulatorischen Unsicherheiten in Bezug auf Datentransfer, Cybersicherheit und nationale Sicherheit den ausländischen Unternehmen, sich auf den chinesischen Märkten zurechtzufinden. Dies hatte bereits erhebliche Auswirkungen auf den Zufluss ausländischer Direktinvestitionen.

Überrascht China positiv?

Selbst langjährige China-Bullen werfen allmählich das Handtuch. Möglicherweise sind wir am Punkt des maximalen Pessimismus angelangt, und wenn der Pessimismus maximal ist, reichen oft geringfügige positive Überraschungen aus, um an den Finanzmärkten deutliche Preissprünge zu verursachen. Die Regierung in Peking hat sich in letzter Zeit durchaus bemüht, für mehr Konstanz und Sicherheit zu sorgen. Das alleine ist noch kein Gamechanger, aber es baut Vertrauen auf und ohne Vertrauen werden die großen Investoren nicht nach China zurückkehren.

Was tut sich bei den „restlichen“ Schwellenländern?

Klammert man die chinesischen Aktien aus, dann legten die Aktien in den Emerging Markets 2023 teilweise deutlich zu. Besonders stark präsentierten sich zum Jahresausklang die lateinamerikanischen Aktienmärkte. Befeuert wurden die Kursgewinne von den Erwartungen rascher Zinssenkungen und einer „sanften Landung“ der US-Konjunktur.

Auch der Entwicklung des USD-Wechselkurses spielt eine wesentliche Rolle, da Schwellenländer bei einem stärkeren Dollar ihre Verbindlichkeiten zu einem weniger günstigen Wechselkurs zurückzahlen müssen. Die langfristigen strukturellen Verschuldungsprobleme der USA sollten aber dafür sorgen, dass sich etwaige Kursanstiege des Greenbacks in Grenzen halten, somit sollten die Emerging Markets Länder durch den USD-Wechselkurs nicht über Gebühr belastet werden.

Viele Schwellenländer stehen zudem wirtschaftspolitisch deutlich stabiler da. Die Zentralbanken Mexikos, Brasiliens oder Indonesiens haben den Inflationsdruck im Nachgang der Covid-Pandemie wesentlich früher erkannt als das Fed und die EZB – und sie haben mit einer raschen Straffung der Geldpolitik vorausschauender gehandelt als ihre Pendants in den „entwickelten“ Staaten. Ihre Staatsfinanzen sind im Gros betrachtet in deutlich besserer Verfassung, Leistungsbilanzüberschüsse und hohe Devisenreserven sind die Norm.

Fazit

Schwellenländeraktien haben volatile Jahre hinter sich, und obwohl das makroökonomische Umfeld gemischt ist, deuten die nachlassenden Inflation und der Beginn der Zinssenkungszyklen auf eine allmähliche Verbesserung hin. In den Fonds der Steiermärkischen Sparkasse haben wir Emerging Markets sowohl auf der Aktien-, als auch auf der Anleihenseite beigemischt, denn eines ist unbestritten: Die Bedeutung der Schwellenländer wird aufgrund ihrer demografischen Entwicklung und des wirtschaftlichen Wachstums kontinuierlich zunehmen und international agierende Investor:innen können und sollten daran teilhaben.

MH

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