Über uns

Erste Bank und Sparkassen

Wer wir sind

Die Erste Bank Oesterreich und die in 7 Landesverbänden organisierten Sparkassen bilden ein österreichweites Netz von 1132 Zweigstellen – inklusive der OMV-Geldservicestellen.

Wir haben insgesamt*:

  • 15.500 MitarbeiterInnen
  • 48 Institute
  • 3.46 Mio. KundInnen
  • 1.132 Filialen (inkl OMV Bankstellen) *

*Stand: 12/2015

Unsere Kennzahlen**:

  • Betriebsergebnis in EUR Mio 864,6
  • Ergebnis vor Steuern 702,7
  • Kredite an Kunden in EUR Mrd 68,7
  • Einlagen in EUR Mrd 68,2
  • Neukunden 196.000

**Stand 12/2015 nach IFRS

Wir unterscheiden uns von anderen Geldinstituten durch:

  • Starke Gemeinwohlorientierung
  • Eine enge Bindung an die Gemeinden
  • Verankerung in der regionalen Wirtschaft, vor allem bei Klein- und Mittelbetrieben
  • Engagement bei Freiberuflern und Privatkunden, speziell bei der Wohnfinanzierung

Hier finden Sie Informationen über unsere Verbundpartner

Erste Group Bank AG

Die Erste Group Bank AG ist als Holding zuständig für Tochterbanken in 

  • Österreich
  • Tschechien
  • Slowakei
  • Rumänien
  • Ungarn
  • Serbien
  • Kroatien 
  • und für die Zentralfunktionen Treasury, Large Corporates und Internationales Geschäft 

Alle Tochterbanken betreuen insgesamt 16 Millionen Kunden. 

Zudem hat die Erste Group auch Geschäftsstellen in den Finanzzentren 

  • London
  • New York
  • und Hong Kong

Hier finden Sie mehr Infos über die Erste Group Bank AG

Was wir leisten

Woher wir kommen

1819

Als erste Sparkasse der österreichischen Monarchie wurde in Wien-Leopoldstadt die Erste österreichische Spar-Casse, das Vorgängerinstitut der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen, gegründet. Sie sollte als Gegengewicht gegen die Bankhäuser eine Präventiveinrichtung gegen die Verarmung der Bevölkerung und ein Instrument der Vermögensbildung der erwerbstätigen Bevölkerung sein.

1820 - 1830

Die ersten Sparkassen waren Vereinssparkassen und wurden von sogenannten „Menschenfreunden" gegründet, das waren vor allem Adelige, Geistliche, hohe Verwaltungsbeamte, aber auch Ärzte, Apotheker oder Berufsvertretungen. Die Erste initiierte weitere Sparkassengründungen nicht nur in Österreich, sondern auch in den Kronländern der Monarchie. Sparkassen waren bis in die 1850er Jahre in den Kronländern neben den Bankiers die einzigen Kreditinstitute.

1819

1831 - 1840

Zwischen 1827 und 1843 gab es in der Monarchie insgesamt 45 Zweigstellen als sogenannte „Kommanditen" der Ersten, aus denen sich viele neue Sparkassen entwickelten. Außerdem gründete die Erste mit der „Allgemeinen Versorgungsanstalt" eine Altersvorsorgeeinrichtung für alle Kronländer. Die Obergrenze der Spareinlagen war limitiert, für höhere Einlagen gab es geringere Zinssätze als für kleinere Einlagen.

1841 - 1850

Im Jahr 1844 wurde das „Sparkassen-Regulativ" für die Bildung, Einrichtung und Überwachung von Sparkassen erlassen, das im Wesentlichen bis 1979 die gültige Rechtsgrundlage für die Organisation der Sparkassen war. Erst aufgrund dieses Regulativs konnten auch Gemeinden Sparkassen gründen. Allerdings konnten sich erst ab dem Jahr 1849 politische Gemeinden konstituieren.

1819

1851 - 1860

Die ersten Gemeindesparkassen wurden ab 1853 gegründet, ab 1856 gab es in jedem heutigen Bundesland zumindest eine Sparkasse. Sparkassen durften nur jene Bankgeschäfte ausüben, die ihnen der Staat erlaubte, im wesentlichen waren das das Spargeschäft sowie das Hypothekar- und Lombardgeschäft. Probleme ergaben sie vor allem bei Ausbruch von Kriegen, weil kurzfristig hohe Summen abgehoben wurden.

1861 - 1870

1866 begann der Gründungsboom der Sparkassen, in den zwei Jahrzehnten bis 1874 wurden im heutigen Österreich 71 Gemeinde (Bezirks)- sowie 19 Vereinssparkassen gegründet. Damit konnte man auch auf den durch die Aufhebung des Feudalsystems und die Liberalisierung der Gewerbeordnungen gestiegenen Kapitalbedarf u. a. für Grundbefreiungen reagieren. Die Sparkassen wurden dadurch ein wirtschaftlicher Entwicklungsmotor der Monarchie, insbesondere des Bürgertums und der Klein- und Mittelbetriebe.

1819

1871 - 1880

1872 wurde die Beschränkung der Sparkassen auf „minderbemittelte Klassen" und die Zinsendegression aufgehoben, sie wurden nun „Geldanstalten humanitären Charakters“, die mit allen Bevölkerungsschichten Geschäfte abschließen konnten. Die Sparkassen fungierten de facto schon längere Zeit als Geldinstitut des Bürgertums und des niederen Adels. In der Folge des Börsenkraches von 1873 kam es zu einer großen Krise in der Kreditwirtschaft, die die Sparkassen kaum berührte.

1881 - 1890

Mit der Gründung des k. k. Postsparkassenamtes im Jahr 1883 und den Genossenschaftsbanken gab es auch in den ländlichen Gebieten erstmals Mitbewerber in einem allerdings stark wachsenden Markt. Die Spenden- und Bauförderungstätigkeit der Sparkassen erreichte dank der guten Gewinnsituation einen Höhepunkt. Viele öffentliche Gebäude der Gründerzeit gehen auf Stiftungen der Sparkassen zurück.  Als neuer Geschäftsbereich wurde das Depotgeschäft eingeführt.

1819

1891 - 1900

Im Jahr 1899 entstand in Niederösterreich der erste Regionalverband, dem bis 1905 Verbände in allen anderen Kronländern folgten. 1897 wurde die „Deutsche Kreditgenossenschaft für Böhmen" als erste Zentralbank für Sparkassen (vorerst auch für Genossenschaften) gegründet. Diese wurde 1901 in die „Centralbank der deutschen Sparkassen" umgewandelt, die ihren Sitz in Prag hatte, und als Spitzeninstitut für den Liquidationsausgleich und zur Mitfinanzierung größerer Kreditvorhaben. Sie verlegte 1916 ihren Sitz nach Wien.

1901 - 1914

1905 wurde in Wien der „Reichsverband Deutscher Sparkassen in Österreich" als gesamtösterreichische Interessenvertretung gegründet, aus ihm ging der heutige Österreichische Sparkassenverband hervor. Der Reichsverband gab ab 1906 die „Deutsche Sparkassen-Zeitung" als Vorgängerin der Österreichischen Sparkassenzeitung heraus. Die Mittelverwendungsseite war nach wie vor streng sicherheitsorientiert: 55 % der Bilanzsumme wurden in Hypothekar-Darlehen veranlagt,  24 % in staatlichen Wertpapieren.

1819

1914 - 1918

Mit dem Beginn des ersten Weltkriegs endete die Gründungswelle der Sparkassen, die in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts den Höhepunkt erreicht hatte. 1918 bestanden in der österreichischen Reichshälfte 695 Sparkassen, auf dem Gebiet des heutigen Österreichs 211 Sparkassen. Mit den Kriegsanleihen wurde auch der kleine Sparer erstmals in das Wertpapiergeschäft einbezogen, die Sparkassen durften erstmals als Zeichnungsstellen für diese nach dem Krieg wertlose Anleihen fungieren.

1919 - 1924

Die Sparkassen und Banken mussten nach Kriegsende unpopuläre staatliche Maßnahmen (vor allem den Banknotenumtausch nach Kriegsende und kurzfristig auch den Legitimationszwang beim Spargeschäft) unterstützen, was das Vertrauen der Bevölkerung in die Kreditwirtschaft stark belastete. Den Sparkassen wurde 1921 erstmals das  Effekten-, Devisen- und Valutengeschäft sowie das kurzfristige Ausleihungsgeschäft (Betriebsmittelkredit und Pfanddarlehen) erlaubt, wodurch sie die Krise der Nachkriegszeit überstehen konnten.

1819

1925 - 1930

Die Einführung des Schilling und die Konsolidierung der Währung 1925 führten zu einer großen Konkurswelle von Banken, die großteils von Spekulationen gelebt hatten. Allein in Wien ging fast die Hälfte der Banken in Konkurs. In den Jahren bis 1930 erfolgte hingegen eine kurze wirtschaftliche Blütezeit der Sparkassen. 1925 wurde der Weltspartag von den Sparkassen eingeführt. 1926 wurde die Centralbank der Sparkassen liquidiert, das neue Spitzeninstitut, die Girozentrale wurde erst 1938 gegründet.

1931 - 1937

Die kurze Blütezeit der Sparkassen und der gesamten Kreditwirtschaft fand mit dem „Schwarzen Freitag“ in New York und seinen Folgen für die österreichische Wirtschaft ein jähes Ende. Die Bankenkrise nach 1931 führte zu ernsten Liquiditätsproblemen vor allem bei den größeren Sparkassen, die der Staat durch Eingriffe in die Sparkassen-Autonomie (Reduzierung der Gehälter, Verbot von Kreditvergaben) zu lösen versuchte. Weitere Eingriffe in die Sparkassenautonomie brachten die politischen Umwälzungen ab 1934.

1819

1938 - 1945

Obwohl die Sparkassen nach 1934 ins deutschnationale Lager gewechselten, wurden nach dem März 1938 noch viele Führungskräfte und sonstige Mitarbeiter aus politischen Gründen ihres Postens enthoben. Die Besetzung Österreichs durch das Deutsche Reich brachte grundlegende Änderungen für die österreichische Sparkassenorganisation und das Sparkassenrecht. Besonders die größeren Institute wurden in diesen Jahren durch den Nationalsozialismus instrumentalisiert.

1945 - 1950

Die Wiederaufnahme des Sparkassengeschäfts ab Juli 1945 verlief unter schwierigsten Bedingungen: Viele Sparkassengebäude erlitten Bombenschäden, die Besatzungszonen und die fehlenden Transportmittel verhinderten monatelang den überregionalen Kontakt zwischen den Sparkassen.  Die Sparkassen mussten wie 1919 die staatliche Wirtschafts- und Währungspolitik unterstützen, besonders bei der staatlichen Kreditlenkung und beim 1947 erlassenen Währungsschutzgesetz.

1819

1951 - 1960

Nach der Währungsstabilisierung 1952 begann eine neue Blütezeit des Sparkassenwesens mit extrem hohen Zuwachsraten, allerdings auch unter starken staatlichen Restriktionen zur Inflationsbekämpfung, vor allem durch die Kreditkontrollabkommen. Erstmals gab es 1952 wieder einen Weltspartag und der Staat unterstützte ab 1954 das Schulsparen. 1955 konnten die Sparkassen durch das Rekonstruktionsgesetz und das Schilling-Eröffnungsgesetz erstmals seit dem Ende des 2. Weltkriegs wieder ordentliche Bilanzen legen.

1961 - 1970

Diese zehn Jahre waren das Jahrzehnt der neuen Geschäftsfelder. Die Sparkassen forcierten den privaten Spargiroverkehr.  Die ersten Wertpapiere, zuerst Anleihen, dann auch Investmentfonds, wurden verkauft, im Ausleihungsgeschäft gab es nicht nur zahlreiche Aktionskredite mit staatlichen Förderungen, sondern auch die Einführung der Privat-Kleinkredite. Mit der ersten Gründerwelle von Tochterfirmen (Spardat, Sparinvest, IMMORENT) begann das Allfinanz-Konzept des Sparkassensektors.

1819

1971 - 1980

Nach jahrelanger Vorbereitung waren das Kreditwesengesetz 1979 (KWG) und das Sparkassengesetz Meilensteine in der Sparkassengeschichte: Schwerpunkte des KWG waren die Umwandlung aller Kreditinstitute in Universalbanken, die Autonomie der Zinsgestaltung, die endgültige Filialfreigabe und die Verstärkung des Gläubiger- und Konsumentenschutzes. Im Sparkassengesetz 1979 wurde die Rechtsstellung der Sparkassen neu definiert, statt der ehrenamtlich tätigen Sparkassenleiter gab es eine kollegiale Vorstandsverfassung mit mindestens zwei hauptberuflichen Vorstandsdirektoren. Das Regionalitätsprinzip fiel weg, die Sparkassen wurden aufgabenmäßig mit den anderen Kreditinstituten gleichgestellt. Das Zweigstellennetz verdoppelte sich in diesen zehn Jahren auf 955, die beiden Wiener Institute gingen mit Filialen in alle Bundesländer.

1981 - 1990

In diesem Jahrzehnt kam es zu umfangreichen Veränderungen in der Sparkassen-Geschäftspolitik auf Grund des KWG 1979. Das Beteiligungsverbot fiel und es kam ab 1985 zur zweiten Gründerwelle der Allfinanz- bzw. Verbundpartner: mit dem s Realservice, der s Versicherung, den Immobilienanlagengesellschaften und den Pensionskassen konnten alle Finanzdienstleistungen am Sparkassenschalter angeboten werden. Als weitere Folge des KWG kam es zur ersten großen Fusionswelle im Sparkassensektor, zwischen 1979 und 1983 wurden 34 Sparkassen ausnahmslos mit anderen Sparkassen verschmolzen. 1983 gab es nur mehr 128 Sparkassen. Durch grundlegende Reformen des Sparkassengesetzes wurde die historische Rechtsform der Sparkasse geöffnet. Vorerst erfolgte die Möglichkeit der Begebung von Partizipations- und Ergänzungskapital, ab 1986 konnten die Sparkassen ihren bankwirtschaftlichen Betrieb in eine Sparkassen-Aktiengesellschaft einbringen. Die eigentümerlose Sparkasse blieb als Anteilsverwaltungs-Sparkasse (AVS) bestehen. Schließlich erreichte die Automation des Sparkassengeschäfts den ersten Höhepunkt. Die Selbstbedienungszonen mit Kontoauszugsdrucker und Geldausgabeautomaten ermöglichten viele  Bankgeschäfte auch außerhalb der Öffnungszeiten.

1819

1991 - 2000

In diesem Jahrzehnt erfolgte eine Strukturreform des Sparkassensektors und damit des gesamten Kreditwesens in Österreich sowie die Anpassung des österreichischen Bankrechts an das EU-Recht. Ab 1990 erfolgten einige Fusionen großer Banken in den Sparkassensektor. Die Zentralsparkasse fusionierte mit der Länderbank 1990 zur Bank Austria AG und erwarb 1997 die Mehrheit an der Creditanstalt. 1992 kam das ÖCI zur GiroCredit, die wieder 1994 von der Anteilsverwaltung Zentralsparkasse erworben und 1997 an die Erste weiterverkauft wurde. Durch Fusion vereinigten sich Erste und GiroCredit zur neuen Leadbank „Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG". Damit wurde nach einigen misslungenen Strukturmaßnahmen eine neue Sektorverfassung im Sparkassensektor geschaffen. Die Bank Austria verließ in der Folge schrittweise den Sektor. Die Erste Bank und die übrigen Sparkassen traten seit 1997 als Sparkassengruppe mit einer gemeinsamen Marketinglinie und zunehmend gleichen Finanzdienstleistungen auf. Die Sparkassen vereinbarten eine rentabilitätsorientierte neue Arbeitsteilung nach dem Prinzip „Zentrale Produktion – dezentraler Vertrieb". Schließlich übergab die Erste ihre Bundesländerfilialen und damit auch die in den Jahren zuvor fusionierten regionalen Sparkassen zumeist im Tausch gegen Aktienanteile an Landeshauptstadtsparkassen und größere regionale Institute.

Als Folge der zwei Fusionswellen kam es in den fünf Jahre ab 1989 zur Verringerung der Sparkassenzahl um 50 Institute auf 74 (1994). Der EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1996 erforderte die Übernahme des EU-Bankenrechts (Kapitaladäquanz-, Solvabilitäts- und Großkreditregelungen) im Rahmen einer umfangreichen Novelle des Bankwesengesetzes. 

2001 - 2010

Seit der Öffnung der ehemals kommunistischen Länder Zentral- und Osteuropas investierten die Sparkassen, allen voran die Erste Bank,  hohe Summen in diesem erweiterten Heimmarkt. Höhepunkte dieser Expansion waren der Kauf der Česká spořitelna (2000),der Slovenská sporitel'ňa (2001) und der Banca Comerciala Romana (2005) durch die Erste Bank. Auch in Slowenien, Ungarn, Kroatien, Mazedonien und Serbien entstanden Sparkassen-Tochterbanken, an denen auch regionale Sparkassen beteiligt sind. Im Jahr 2001 wurde mit dem Abschluss des Haftungsverbundes ein Meilenstein in der Kooperation innerhalb der Sparkassengruppe gesetzt. Nach einem langen Rechtsstreit trat im Juni 2008 ein Kooperations- und Haftungsverbund Neu in Kraft.

Nach der EDV-Umstellung auf das neue Jahrtausend wurde mit der Einführung des Euro im Jahr 2002 das zweite Großprojekt der jüngsten Sparkassengeschichte erfolgreich abgeschlossen. Mit Basel II und der Umsetzung des europäischen Zahlungsraum SEPA wurden weitere Großprojekte erfolgreich umgesetzt. Ab 2003 gab es erstmals eine gemeinsame EDV-Plattform für alle Sparkassen.

Die Ereignisse des 11. September 2001 brachten eine Änderung des Anlegerverhaltens zugunsten der risikoärmeren Veranlagungsformen ("Renaissance des Sparbuchs"). Die Jahre 2004 bis 2007 ließen die Anleger zwar wieder weitgehend in das Wertpapiergeschäft zurückkehren, die schwere Finanzkrise des Jahres 2008 werteten abermals das Sparbuch und die sicheren Sparformen auf.

2008 kam es zur Spaltung der Erste Group und der Erste Bank Oesterreich, wobei die Erste Group als Holding der Tochterbanken in Österreich und in den zentral- und osteuropäischen Ländern mit mehr als 16 Mio. Kunden fungiert. Die Erste Bank Oesterreich wurde das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen. Neben ihr gab es Die Zweite Sparkasse und 52 (2016: 46) Regionalsparkassen, von denen 40 ihren Geschäftsbetrieb in eine Bankaktiengesellschaft eingebrachten. Die ursprünglichen Sparkassen blieben als Anteilsverwaltungssparkassen bestehen, die ab 1999 in 34 Fällen in Stiftungen umgewandelt wurden.

1819

ab 2010

Die Weltwirtschaftskrise 2008 traf auch die Sparkassengruppe unverschuldet sehr hart, die Erste Group musste erstmals staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, die aber im Gegensatz zu anderen Sektoren in voller Höhe wieder zurückgezahlt wurde. Erst in der Mitte des Jahrzehnt kam es zu einer wirtschaftlichen Erholung, wobei sich der Haftungsverbund vor allem beim Liquiditätsausgleich bewährte.

Verantwortung

Der Gründungsgedanke der Sparkassen:

Gemeinwohlorientierung

Was die Sparkassen einzigartig macht, ist ihre Gründungsidee: Für sie steht nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Erfüllung von Aufgaben für die Gesellschaft in der Gründungsurkunde. Die Sparkassen wurden vor beinahe 200 Jahren (die erste in Vereinsform der 1819 gegründeten Erste österreichische Spar-Casse) als Art der Selbsthilfe von verantwortlichen Bürgern gegründet, um allen Bevölkerungsschichten, auch weniger begüterten, die finanzielle Eigenvorsorge zu ermöglichen. Der Sparkassengedanke bedeutet somit letztlich Schutz und Fürsorge für alle.

Die Sparkassen sind mit rund 21.2 Mio. Euro jährlich aktive Förderer des kulturellen, sportlichen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens in ihren jeweiligen Regionen. Ihre starke regionale Verankerung bewirkt ihre Nähe zu den Menschen. Diese Nähe schafft  Vertrauen, ist aber auch Auftrag und Verpflichtung. Für die österreichischen Sparkassen stehen die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden im Mittelpunkt.

Die Sparkassengruppe besteht aus den 46 Bundesländersparkassen, der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, der Zweite Wiener Vereins-Sparcasse und der Erste Group Bank AG als Holdinggesellschaft. Erste Bank und die Sparkassen bilden ein flächendeckendes Netz von über 1.100 Zweigstellen in allen Bundesländern. Die 49 Mitglieder der Sparkassengruppe sind in sieben Landesverbänden organisiert. Insgesamt betreuen die Sparkassen österreichweit über 3,4 Mio. Kunden.

Regionale Bindung

Die Sparkassen in Österreich unterscheiden sich von anderen Sektoren der Kreditwirtschaft durch ihre Verankerung in der regionalen Wirtschaft, vor allem bei Klein- und Mittelbetrieben, durch ihre enge Bindung an die Gemeinden, durch ihr hohes Engagement bei Freien Berufen sowie Privatkunden, unter anderem bei der Finanzierung von Wohnvorhaben und vor allem durch ihre hohe Corporate Social Responsibility gegenüber ihren Kunden, ihren Mitarbeitern und der Bevölkerung.

Und weil die Aufgaben der Sparkassen nicht nur der soziale Aspekt, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung und die Bereitstellung der Infrastruktur gehören, entwickelten sich die Sparkassen zu modernen Finanzdienstleistern. Sie sammeln Einlagen vor Ort ein und geben sie als Kredite für die regionale Wirtschaft weiter. Dadurch sind die Sparkassen fest in ihrer Region verwurzelt. Das verbindet sie auch mit der Bevölkerung und der Wirtschaft vor Ort.

Die Dezentralität der Sparkassen ist heute ein besonders stabilisierendes Element. Die breit gestreute Veranlagung und das dezentrale Risikomanagement sorgen heute dafür, dass immer noch ausreichend Liquidität für die regionale Wirtschaft vorhanden ist. Als selbständige Institute fällen sie ihre Entscheidungen vor Ort und schneller als in komplexen Firmengebilden möglich wäre. Aus dieser Nähe zum Markt entstehen Kundenkenntnis und gegenseitiges Vertrauen. Und genau das ist die wichtigste Basis für Finanzgeschäfte der Sparkassen.

Haftungsverbund

Zusätzliches Sicherheitsnetz von Erste Bank und Sparkassen

Der Sparkassen-Haftungsverbund - ein zusätzliches Sicherheitsnetz

Die Mitglieder der Sparkassengruppe sichern die Spareinlagen über das gesetzliche Ausmaß von EUR 100.000,- ab. Denn die österreichischen Sparkassen bilden seit Jahren mit dem Haftungsverbund auch eine Gemeinschaft zur Absicherung der Spareinlagen - den sogenannten "Haftungsverbund". Der Haftungsverbund bildet für die Spareinlagen der Kunden also ein zusätzliches Sicherheitsnetz.  Diese Haftung wirkt als Ergänzung zur gesetzlichen Einlagensicherung und Anlegerentschädigung.

In der Grundsatzvereinbarung zum Haftungsverbund ist ein Früherkennungssystem verankert, um frühzeitig auf wirtschaftliche Schwierigkeiten einer Sparkasse reagieren zu können. Die vorrangige Aufgabe des Sparkassen-Haftungsverbunds besteht darin, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der gesamten Sparkassengruppe zu erhöhen und damit die Einlagen unserer Kunden bestmöglich abzusichern.

Das Streben der Erste Bank und Sparkassen ist es natürlich, dass es niemals zu einem Anlassfall für den Haftungsverbund kommt und die Kundeneinlagen – so wie bisher – sicher bei den Verbundsparkassen veranlagt sind.

Fragen zum Haftungsverbund:

Der Haftungsverbund ist eine auf freiwilliger Basis abgeschlossene Vereinbarung zwischen der Erste Bank und den daran teilnehmenden österreichischen Sparkassen, in der die Mitglieder wechselseitig für die Auszahlung der Kundeneinlagen über den gesetzlich abgesicherten Betrag hinaus im Absicherungsfall (Konkurs) haften.

2002 haben die Erste Group Bank AG und ein Großteil der österreichischen Sparkassen den Haftungsverbund gegründet. Inzwischen ist die Erste Holding mit sämtlichen Sparkassen im Rahmen von Haftungsvereinbarungen verbunden.

Die Mitglieder des Haftungsverbundes setzten auf eine intensivere und raschere Umsetzung des bisherigen Kooperationsweges (einheitliche Geschäfts- und Marktpolitik, rentabilitätsorientierte Arbeitsteilung, einheitlicher Marktauftritt) unter Einbindung ihres Zentralinstitutes Erste Group Bank AG als „Lead Bank“. Daneben wurde ein Frühwarnsystem zur Früherkennung und Vermeidung von wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Sparkassen etabliert sowie das wechselseitige Einstehen und die Verpflichtung zur sachlichen und finanziellen Unterstützung in der Sparkassengruppe – der Haftungsverbund – begründet, der, über die gesetzlich gebotene Einlagensicherung hinaus, bestimmte Forderungen von Kunden absichern soll.

Der Haftungsverbund wurde im Laufe der Zeit in Übereinstimmung mit den wettbewerbsrechtlichen Vorgaben ausgebaut und parallel dazu die Zusammenarbeit zwischen seinen Mitgliedern weiter intensiviert. Der gemeinsamen, jedoch im mehrheitlichen Anteilsbesitz der Erste Bank Oesterreich stehenden Haftungsgesellschaft wurden weitreichende Befugnisse gegenüber den Mitgliedern eingeräumt.

Mitglieder beim Haftungsverbund sind die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, die Erste Group Bank AG und die österreichischen Sparkassen in den Bundesländern. (Ausnahme Unicredit Bank Austria AG).

Die wesentlichen Aufgaben des Haftungsverbundes bestehen

  1. in der Etablierung einer einheitlichen Geschäfts- und Marktpolitik, die u.a. folgende Bereiche umfasst: Planung und Entwicklung sowie einheitlicher Einsatz von Sektorprodukten und -dienstleistungen, Bündelung wesentlicher Abwicklungsfunktionen, Vereinheitlichung des Marktauftritts und der Werbelinie, koordinierte Marketingplanung
  2. in der Ausübung eines Frühwarnsystems, das allfällige wirtschaftliche Probleme seiner Mitglieder möglichst früh erkennt und den Mitgliedern bei der Bewältigung wirtschaftlicher Probleme effiziente Hilfe zukommen lässt, sowie gemeinsame Risikobewertungs- Risikomess- und Risikokontrollverfahren und
  3. in einer über die gesetzliche Einlagensicherung hinausgehenden Absicherung bestimmter Forderungen von Kunden durch die Begründung einer entsprechend ausgestalteten Einstandspflicht der Sparkassen und der Erste Holding (Erweiterte Einlagensicherung)

Die Mitglieder des Haftungsverbundes sichern im Absicherungsfall gewisse Kundeneinlagen ab. Der Haftungsverbund kommt nach der gesetzlichen Einlagensicherung zum Zug und wirkt somit als Ergänzung zur gesetzlichen Einlagensicherung und Anlegerentschädigung im Rahmen der wechselseitigen Haftungsvereinbarungen. Das vorrangigste Ziel der Erste Bank und der Sparkassen liegt jedoch darin, dass es nie zu einem Anlassfall aus dem Haftungsverbund (Absicherungsfall) kommt und somit die Kundeneinlagen wie in der Vergangenheit sicher und ertragreich bei Verbundsparkassen veranlagt sind.

Im Absicherungsfall (das ist die Eröffnung des Konkurses über ein Mitglied des Haftungsverbundes) sind vom Haftungsverbund Kundenforderungen bis zu einer gewissen Höhe abgedeckt. Folgende Kundenforderungen seien beispielhaft genannt: Spareinlagen, Guthaben auf Giro- und Verrechnungskonten, Geldforderungen aus der Begebung von Wertpapieren (wie z.B. Schuldverschreibungen oder Kassenobligationen der Erste Bank oder Sparkassen - Eigenemissionen).

Von der Absicherung nicht umfasst sind jedoch folgende Ausnahmen:

  • Forderungen von Kreditinstituten
  • Eigenmittelbestandteile gemäß Art. 26ff, 51ff, 62ff CRR (ehemals § 23 BWG)
  • ohne Rücksicht auf ihre Anrechenbarkeit (z.B. Partizipations-, Hybrid- oder Ergänzungskapital)
  • Forderungen im Zusammenhang mit Geldwäscherei
  • Forderungen im Zusammenhang mit strafrechtlich zu verfolgenden Handlungen

Voraussetzung für einen Absicherungsfall im Haftungsverbund ist die Eröffnung des Konkurses über ein Mitglied des Haftungsverbundes.

Die Kooperation in der Sparkassengruppe begründet eine Produktions-, Vertriebs-, Werbungs-, Spezialisierungs- und Garantiegemeinschaft, die Vorteile für alle Stakeholder bietet.

Verbraucher profitieren von der Verbreiterung und Modernisierung des Angebots und von dem technischen Fortschritt, der dadurch auf breiterer Basis innerhalb der Sparkassengruppe erzielt werden kann.

Der Haftungsverbund stellt sicher, dass auch außerhalb der städtischen Ballungsräume ein umfassendes Angebot von allen von den Kunden benötigten Finanzdienstleistungen gewährleistet ist und leistet so einen Beitrag zur Versorgung der ländlichen Gebiete mit Bankdienstleistungen.

Weiters bestehen Effizienzvorteile für die Mitglieder des Haftungsverbundes. Die Haftungsverbundmitglieder ziehen aus der Zusammenarbeit Vorteile durch die gemeinsame EDV-Plattform und IT-Anwendungen, gemeinsame Entwicklung von Produkten, gemeinsames Produktmarketing und den einheitlichen Werbeauftritt. Beispiele für die umfassenden Zusammenarbeitsmöglichkeiten im Kooperationsverbund sind das gemeinsame Vorgehen bei IT-Entwicklungen (Harmonisierung Marktservice), gemeinsame Produktentwicklungen (gemeinsames Aktionsprodukt zum Weltspartag), die Umsetzung einheitlicher Vertriebskonzepte (österreichweite Kooperation mit einer Handelskette).

Verbraucher, Sparkassen und Aufsicht ziehen daraus Vorteile, dass der Haftungsverbund vor allem jedoch danach trachtet, Sicherungsfälle dank des Frühwarnsystems erst gar nicht entstehen zu lassen und allfällige Probleme eines Mitgliedes durch die intern vorgesehenen Sanierungs- und Beteiligungsmaßnahmen bereits im Vorfeld gemeinsam zu lösen.

Hier finden Sie detaillierte Infos zur Einlagensicherung

Unsere Rechtsform

Sparkassenrecht – Organe der Sparkassen

Organe der Sparkassen sind nach aktienrechtlichem Vorbild der Vorstand und der Sparkassenrat.

Der Vorstand ist Geschäftsführer und Vertreter der Sparkasse, besteht aus 2 - 7 Mitgliedern und wird für höchstens 5 Jahre vom Sparkassenrat bestellt. Wiederholte Bestellungen sind zulässig und üblich.

Der Sparkassenrat (in Sparkassen Aktiengesellschaften der Aufsichtsrat) übt die Kontrolle über den Vorstand aus, hat jedoch keinerlei Geschäftsführungskompetenz. Er besteht aus dem Vorsitzenden und mindestens 3 weiteren Mitgliedern sowie den vom Betriebsrat entsendeten Mitgliedern (in fast allen Sparkassen ein Drittel der Gesamtzahl). Die Haftungsgemeinde darf bei Gemeindesparkassen maximal ein Drittel der Mitglieder stellen. Die Gesamtzahl der Aufsichtsratsmitglieder darf 30 nicht übersteigen.

Der Vorsitzende des Sparkassenrates ist bei Gemeindesparkassen grundsätzlich der Bürgermeister oder ein anderes Gemeinderatsmitglied der Haftungsgemeinde, bei Vereinssparkassen der Vereinsvorsteher. Die weiteren Mitglieder werden bei Gemeindesparkassen vom Gemeinderat, bei Vereinssparkassen von der Vereinsversammlung gewählt.

Vereinssparkassen und Gemeindesparkassen

Vereinssparkassen wurden von Sparkassenvereinen gegründet, der Sparkassenverein hat jetzt nur mehr die Aufgabe der Sicherung des organisatorischen Bestandes dieser Sparkasse. Organe des Sparkassenvereins sind die Vereinsversammlung und der Vereinsvorsteher. Die Vereinsmitglieder haften nicht für die Verbindlichkeiten der Sparkassen.

Gemeindesparkassen wurden von einer oder mehreren Gemeinden unter deren Haftung gegründet. Diese Gemeinde(n) haftet/n für alle Verbindlichkeiten als Ausfallsbürge(n) im Falle der Zahlungsunfähigkeit. Für neue Verpflichtungen unterliegt die Ausfallshaftung einer Fristenregelung. Die wesentliche Aufgabe der Gemeinde(n) ist wie beim Sparkassenverein die organmäßige Besetzung des Aufsichtsorgans (Sparkassenrat bzw. Aufsichtsrat).

Sparkassenaufsicht

Die bisherigen Aufsichtsregelungen wurden durch ein neues Finanzmarktaufsichtsgesetz teilweise novelliert, das am 1. April 2002 in Kraft trat. An die Stelle des Bundesministers für Finanzen tritt eine neue Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA), die nach dem BWG die Einhaltung aller Vorschriften überwachen und Missständen entgegentreten muss. Die neue Behörde (bisher der Finanzminister) kann Auskünfte über Geschäftsfälle verlangen und Prüfungen veranlassen. Weiters genehmigt sie/er die Satzungen und die Satzungsänderungen sowie allfällige Fusionen und ist für die Aufsicht über den Sparkassen-Prüfungsverband zuständig.

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