Was ist der Gender Pension Gap?

Viele Frauen haben ihre laufenden Ausgaben gut im Blick – aber kaum ihre eigene Pension. Dieser Beitrag zeigt, warum finanzielle Ungleichheit oft erst im Ruhestand in Form des Gender Pension Gap sichtbar wird. Einkommensunterschiede, Kinderbetreuung & Teilzeitarbeit sowie geringeres Interesse an Finanzthemen führen oft dazu, dass Frauen in der Pension weniger Geld zur Verfügung haben. Wer früh hinschaut, kann jedoch später besser gegensteuern. 

Hand aufs Herz. Auf wie viele Leserinnen treffen die nachfolgenden Aussagen zu?

  • Ich weiß, wie hoch die monatlichen Ausgaben für Strom und Gas in meinem Zuhause sind. 

  • Ich weiß, welche Versicherungen meine Familie hat. 

  • Ich weiß, wie hoch die Kreditrückzahlung für die Eigentumswohnung im vergangenen Monat war.  

  • Ich weiß, in welche Wertpapiere unsere Familie investiert ist. 

  • Ich weiß, wie hoch eines Tages meine Pension sein wird. 

Sollte frau jetzt zu jenen gehören, auf die diese Aussagen nicht zutreffen, ist sie in bester Gesellschaft. Leider. Denn während in vielen Beziehungen Harmonie herrscht, bekommt die Beziehung zum eigenen Geld oft zu wenig Aufmerksamkeit. Mehr Me-Time für die eigenen Finanzen würde sich hier auszahlen.

Wie hoch wird meine Pension sein? 

Solange Einkommen und Beziehung stabil sind, scheint es für viele Frauen keinen dringenden Anlass zu geben, sich intensiv mit Geld zu beschäftigen. Ändert sich jedoch eines von beiden – etwa durch Trennung, Krankheit oder Jobverlust – stehen Frauen plötzlich vor einer neuen Realität. 

Rund jede zweite Ehe wird in Österreich geschieden. Haben sich Frauen bis dahin wenig mit ihren eigenen Finanzen auseinandergesetzt, kann es schwierig werden, den gewohnten Lebensstandard allein aufrechtzuerhalten. Spätestens mit dem Pensionsantritt wird diese Lücke deutlich sichtbar.

Wie viel Pension brauche ich einmal und wie hoch ist die Pensionslücke zu meinem tatsächlich erwirtschafteten Anspruch? Während der Erwerbstätigkeit wird die Pensionsgutschrift jährlich auf das Pensionskonto gutgeschrieben. Im Beitrag Wie wirkt sich Teilzeit auf die Pension aus haben wir die Zusammenhänge eingängig beschrieben. Wie hoch diese Lücke ist, verrät unser Pensionsrechner.

Wie viel Pension brauche ich einmal und wie hoch ist die Pensionslücke zu meinem tatsächlich erwirtschafteten Anspruch? Während der Erwerbstätigkeit wird die Pensionsgutschrift jährlich auf das Pensionskonto gutgeschrieben. Im Beitrag Wie wirkt sich Teilzeit auf die Pension aus haben wir die Zusammenhänge eingängig beschrieben. Wie hoch diese Lücke ist, verrät unser Pensionsrechner.

Wie groß ist der Gender Pension Gap in Österreich?

Frauen müssen im Ruhestand mit bis zu 40 % weniger Pension auskommen als Männer. Ein Drittel der alleinlebenden Frauen ist im Pensionsalter armutsgefährdet. Altersarmut ist damit kein Randphänomen, sondern eine reale Lebenssituation.

Wie entsteht der Gender Pension Gap?

Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap beschreibt den Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern. In Österreich verdienten Frauen im Jahr 2024 17,6 % weniger als Männer. 

Die gute Nachricht: 2012 lag dieser Wert noch bei 22,9 % – die Lücke schließt sich also langsam. Die schlechte Nachricht: Sie schließt sich zu langsam und liegt weiterhin deutlich über dem EU-Durchschnitt von 11,1 %. 

Karriereknick mit Kind 

Mit der Geburt eines Kindes verändert sich die Erwerbsbiografie vieler Frauen. Während sie für eine gewisse Zeit aus dem Job aussteigen oder ihre Arbeitszeit reduzieren, bleiben Männer meist durchgehend im Unternehmen. Sie sammeln weiterhin Erfahrung, Chancen und Einkommen. 

Teilzeit-Arbeit 

In Österreich arbeitet rund jede zweite Frau in Teilzeit. Hauptgrund dafür ist die Kinderbetreuung, denn ganztägige Betreuungsangebote sind nicht flächendeckend verfügbar. 

Teilzeit kann für bestimmte Lebensphasen sinnvoll sein. Langfristig hat sie jedoch klare finanzielle Folgen: geringeres Einkommen, weniger Einzahlungen ins Pensionskonto, weniger Sparmöglichkeiten und geringere Karrierechancen. Die Rechnung ist leider simpel: Wer weniger verdient, erhält später auch weniger Pension.

Unbezahlte Care-Arbeit 

Frauen leisten einen Großteil der unbezahlten Arbeit in unserer Gesellschaft. Das österreichische Pensionssystem orientiert sich jedoch an bezahlter Arbeit. Zwar werden bis zu vier Jahre Kindererziehungszeiten angerechnet, viele Frauen bleiben aber länger bei den Kindern oder arbeiten auch danach in Teilzeit. Diese Jahre fehlen später bei der Pension.

Weniger Interesse an Finanzen

Viele Frauen empfinden Geldthemen als kompliziert oder nicht „ihr Gebiet“. Eine repräsentative Integral-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen zeigt: 37 % der Männer fühlen sich sehr gut informiert, bei Frauen sind es nur 19 %. 

Themen wie Vorsorge, Veranlagung oder Finanzierungen werden gesellschaftlich noch immer eher Männern zugeschrieben. Das wirkt sich auf das Spar- und Investitionsverhalten aus: Während Sparkonten bei allen beliebt sind, nutzen Männer häufiger Wertpapiere, Gold oder Kryptowährungen.

Ab jetzt: Bewusst mit dem eigenen Geld umgehen

Der erste Schritt ist bereits getan – durch das Lesen dieses Beitrags. Natürlich kann frau nicht alle strukturellen Benachteiligungen allein lösen. Der Gender Pay Gap, Gender Pension Gap und fehlende Kinderbetreuung brauchen gesellschaftliche Antworten.

Doch auf vieles kann frau selbst Einfluss nehmen: sich informieren, Fragen stellen, die eigene Pension berechnen und frühzeitig vorsorgen. Je früher das passiert, desto größer ist der Handlungsspielraum.

FAZIT

Die eigene Pension ist kein fernes Zukunftsthema, sondern das Ergebnis vieler Entscheidungen im Laufe des Lebens. Wer früh hinschaut, gewinnt nicht sofort mehr Geld, dafür aber Klarheit, Sicherheit und Unabhängigkeit. Sich mit der eigenen finanziellen Zukunft zu beschäftigen, heißt, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Lust, zu erfahren, wie frau ihre finanzielle Gesundheit starten kann? Hier geht’s zum Beitrag 5 Geldtipps für Frauen

Stand: März 2026

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