
Markt-Timing kostet Rendite
Am 19. April ist Weltfondstag – eine gute Gelegenheit, um sich mit den langfristigen Möglichkeiten der Geldanlage in Fonds auseinanderzusetzen. Denn das Interesse an Investmentfonds wächst weiterhin und immer mehr Anleger:innen nutzen sie als Baustein für ihre finanzielle Zukunft.
Doch erfolgreiches Investieren hängt nicht allein von der Auswahl des richtigen Fonds ab. Jedes Jahr veröffentlicht das unabhängige US-Forschungsinstitut DALBAR den sogenannten „Quantitative Analysis of Investor Behavior“ (QAIB). Diese Studie untersucht, was Anleger:innen in Investmentfonds tatsächlich verdienen und wie stark sich ihre Ergebnisse von der reinen Fonds- bzw. Marktperformance unterscheiden.
Der spannende Punkt: Der Unterschied entsteht nicht durch den Fonds selbst, sondern durch das Verhalten der Anleger:innen.
Während ein Fonds durchgehend investiert bleibt, berücksichtigen die DALBAR-Daten echte Zahlungsströme – also Käufe, Verkäufe und Pausen an der Seitenlinie. Und genau hier entsteht jene Lücke, die über Jahre hinweg zu spürbaren Renditeverlusten führt.
Die Performance-Lücke 2024 auf einen Blick
Quellen: DALBAR Inc. – QAIB 2025 (Daten per 31.12.2024)
Ein Blick auf das Jahr 2024 zeigt das sehr deutlich: Obwohl der S&P 500 + 25 % zulegte, erreichten Anleger:innen im Schnitt nur + 16,5 %. Die Differenz von - 8,5 % ist enorm und sie entsteht fast ausschließlich durch falsches Timing. Oder anders ausgedrückt: Nicht der Markt ist das Problem – sondern das Verhalten.
Warum Timing nicht entscheidend ist
Das Muster wiederholt sich seit Jahrzehnten: In Krisen wird verkauft, aus Angst vor weiteren Verlusten. Sobald sich die Märkte wieder erholen, wird eingestiegen, aus Sorge, etwas zu verpassen.
Das Problem daran: Gerade in der Erholungsphase treten häufig die stärksten Börsentage auf. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht investiert ist, verpasst die Rendite, die langfristig den Unterschied macht.
„Nicht investieren“ ist keine neutrale Entscheidung
Viele glauben, in unsicheren Marktphasen sei es klug, erst einmal abzuwarten. Doch wer sein Geld auf dem Konto hält, erzielt vor allem inflationsbereinigt keine Rendite. Und das ist langfristig fast immer die schwächere Strategie.
Selbst klassische 60/40-Portfolios, die zu 60 % aus Aktien und zu 40 % aus Anleihen bestehen, zeigen das deutlich. Sie bieten zwar weniger Risiko als reine Aktieninvestments, aber dennoch attraktive Renditechancen. Historisch betrachtet waren diese Portfolios in den meisten Marktphasen klar besser als nicht veranlagtes Geld.
Es gab nur wenige Ausnahmejahre, etwa bei bestimmten geopolitischen Ereignissen, in denen die Rendite auf Jahressicht im Minus lag. Über längere Zeiträume hinweg war „nicht investieren“ nahezu nie die bessere Alternative.
Die wichtigste Erkenntnis
Die entscheidende Erkenntnis daraus ist klar: Markt-Timing funktioniert in der Praxis selten, Emotionen kosten Rendite und Abwarten ist keine neutrale Strategie.
Oder, wie es Börsenlegende André Kostolany einmal treffend formulierte: „An der Börse sind zwei mal zwei niemals vier, sondern fünf minus eins. Man muss nur die Nerven haben, dieses Minus eins auszuhalten.“
Am Ende geht es also nicht darum, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden, sondern um die viel wichtigere Frage: „Bin ich investiert, wenn es darauf ankommt?“ Denn letztlich schlägt Zeit im Markt das Markt-Timing.
Auch wenn langfristiges Investiert-Bleiben erfolgreicher ist als Markt-Timing, bleiben Unsicherheiten in volatilen Phasen nicht aus. Umso wichtiger ist eine klare Strategie, die Halt gibt – auch dann, wenn es an den Märkten unruhig wird.
Erfahren Sie bei unserem Online-Event „Investieren in stürmischen Zeiten“ am 23. April um 18.00 Uhr, wie Sie Ihr Portfolio widerstandsfähiger aufstellen können.
Alen Obic, Sparkasse OÖ Kapitalanlagegesellschaft
Wichtige rechtliche Hinweise:
Diese Marketingmitteilung richtet sich ausschließlich an Personen die ihren Sitz, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich haben und dient als zusätzliche Information für unsere Anleger:innen. Die Sparkasse Oberösterreich Bank AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Inhalte, Richtigkeit der Informationen und für das Eintreten der dargestellten Marktmeinung. Diese Mitteilung ist unverbindlich und stellt kein Angebot und keine Aufforderung oder Empfehlung für den Kauf, Verkauf oder das Halten von bestimmten Finanzinstrumenten oder Dienstleistungen dar. Die Sparkasse Oberösterreich übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Inhalte und für das Eintreten von Prognosen. Beachten Sie bitte, dass Veranlagungen in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken beinhalten.
Erschienen am: 16.4.2026
Impressum: Medieninhaber, Hersteller, Herausgeber und Redaktion: Sparkasse Oberösterreich Bank AG, Postanschrift: Promenade 11 – 13, 4020 Linz