Kostet, shoppt und bleibt gerne: Private-Banking-Betreuer Gerhard Bichler (l) zu Besuch bei Philip Fraissl und Michael Steurer

Die Genusslieferanten

Ein bisschen Feinkostladen, ein bisschen Bar und ziemlich viel dolce vita: Philip Fraissl und Michael Steurer haben das Il Magazzino in Stein übernommen. Jetzt gestalten sie das Sortiment nach ihrem Geschmack – und füllen die Gläser mit allem, was nach Aperitivo verlangt. 

Man könnte hier einfach Prosciutto kaufen. Oder Mozzarella. Ein gutes Olivenöl vielleicht, eine Dose Sardinen, Pasta oder Wein. Man kann aber auch bleiben. Sich etwas aus dem Regal aussuchen, dazu Brot bestellen und ein Glas Spumante trinken. Oder gleich eine Feinkostplatte. Später vielleicht noch einen Espresso. Und plötzlich ist aus dem schnellen Einkauf ein ziemlich entspannter Nachmittag geworden.

Willkommen im Il Magazzino
Seit April führen Michael Steurer und Philip Fraissl den Feinkostladen in Stein. Beide sind 30, beide haben langjährige Erfahrung in der Gastronomie und beide haben schon öfter mit dem Gedanken gespielt, irgendwann gemeinsam ein Lokal zu führen. Dann ergab sich die Gelegenheit, das Il Magazzino zu übernehmen. „Innerhalb von zwei Monaten ging es von null auf hundert“, erinnern sich die Jungunternehmer.

Regale voller guter Ideen
Wer durch das Il Magazzino geht, versteht schnell, worum es hier geht: nicht um möglichst viel, sondern um möglichst gut. Italien bleibt das kulinarische Zentrum, dogmatisch sehen es die beiden allerdings nicht. Auch Produkte aus Österreich, Kroatien oder Slowenien dürfen in die Regale, wenn sie überzeugen. „Qualität ist das, worauf wir Wert legen“, sagt Philip. Gesucht werden Produkte, die es nicht ohnehin in jedem Supermarkt zu kaufen gibt: besondere Öle, Feinkost, Käse, Salumi, Fischkonserven, Pasta, Süßes, Kaffee und natürlich Wein. Italienische Tropfen stehen im Vordergrund, aber auch die Wachau darf im Regal nicht fehlen.

Gerade erst sind mehrere neue Käsesorten eingezogen, Cannoli und andere italienische Süßspeisen sollen ihnen nach und nach Gesellschaft leisten. Künftig wollen die beiden Unternehmer auch regelmäßig nach Italien fahren: Produzenten besuchen, Wein verkosten und Spezialitäten finden, die anschließend in Krems landen. „Wir wollen nichts auf Zwang machen“, sagt Michael. Das Il Magazzino soll sich mit ihnen weiterentwickeln – ohne dabei das zu verlieren, wofür es längst geschätzt wird.

Kosten. Shoppen. Bleiben.
Das eigentlich Schöne am Il Magazzino ist, dass die Grenze zwischen Einkaufen und Ausgehen ziemlich schnell verschwimmt. Antipasti- und Käseplatten werden frisch angerichtet, dazu gibt es Panini und eine Vielzahl an Spezialitäten. Wer nur etwas fürs Abendessen holen wollte, bleibt deshalb vielleicht noch auf ein Glas. Probieren und Einkaufen gehören hier ganz selbstverständlich zusammen.

Aperitivo statt Heimweg
Besonders gut funktioniert dieses Prinzip am späten Nachmittag. Dann ist Aperitivo-Zeit im Il Magazzino. Studierende schauen in einer Pause vorbei oder bleiben auf dem Heimweg auf einen Kaffee oder Drink. Stammgäste treffen auf Touristen, die durch Stein spazieren, und bei schönem Wetter sitzt man draußen im Gastgarten zusammen und genießt.

Die Lage könnte dafür kaum passender sein. Historische Häuser, schmale Gassen, die Donau in Sichtweite, die Pizzeria ums Eck, der Eissalon nicht weit. „Es hat sich hier fast ein kleines Little Italy entwickelt“, finden die beiden.

Dass ein großer Teil ihrer Gäste zu den Stammkunden zählt, schätzen Michael und Philip besonders. „Wir haben das Privileg, Beziehungen zu unseren Gästen aufbauen zu können. Das macht den Betrieb familiär.“ Mitunter bringen diese Beziehungen auch Wünsche mit sich. Fragen Gäste nach einer bestimmten Spezialität, versuchen die beiden, sie zu besorgen. Vorausgesetzt, sie passt ins Il Magazzino. Denn bei aller Offenheit gilt eine ziemlich einfache Regel: Verkauft wird nur, wovon sie selbst überzeugt sind.

Darf‘s ein bisschen mehr sein?
Mittlerweile verlässt der Genuss auch das Il Magazzino. Feinkostplatten werden zum Mitnehmen vorbereitet, kleinere Caterings sind möglich, und für Geburtstage, Agapen oder private Feiern kann man direkt bei den beiden anfragen. Beim Wachauer Weinfrühling waren Michael und Philip bereits mit ihrer Feinkost unterwegs – eine Richtung, die sie weiter ausbauen wollen.

Pläne gibt es ohnehin genug. Irgendwann könnte ein Onlineshop dazukommen, sie wollen neue Produzenten kennenlernen, das Angebot soll behutsam erweitert werden. Eilig haben es Philip Fraissl und Michael Steurer damit nicht. „Es macht wirklich Spaß“, sagen sie über ihre ersten Monate als Unternehmer. „Wir können viel ausprobieren und haben noch vieles vor.“

Mitnehmen oder bleiben? Im Il Magazzino geht zum Glück beides.

Il Magazzino
Steiner Landstraße 76
3500 Krems-Stein

T: 0677/62251929
M: info@il-magazzino.com
il-magazzino.com


Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 11–20 Uhr
Samstag 11–16 Uhr

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