
Ausgezeichnet: ReinSaat
Reinhild Frech-Emmelmann ist die Mutter der biologisch-dynamischen Pflanzenzüchtung in Österreich. Sie ist Pionierin, Geschäftsfrau mit Handschlagqualität und vor allem eine Frau, die ihre Träume realisiert und neue Wege geht. Sie hat im Grunde genommen die Basis dafür gelegt, dass es in Österreich regionales Bio-Gemüse in großer Vielfalt geben kann. Jetzt wurde sie als EU-Bio-Landwirtin des Jahres 2024 ausgezeichnet und ihr Lebenswerk wurde gewürdigt
Beste Bio-Landwirtin in der Europäischen Union
Reinhild Frech-Emmelmann hat für ihr Herzens- und Lebensprojekt ReinSaat den EU Organic Award 2024 in der Kategorie „Beste Bio-Landwirtin in der EU“ überreicht bekommen. In insgesamt acht Kategorien wählte eine Jury, bestehend aus Vertretern der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, von IFOAM Organics Europe und weiteren Organisationen, die Siegerinnen und Sieger aus jenen europäischen Bio-Projekten, die es bis in die Endauswahl geschafft hatten. „Es freut mich natürlich außerordentlich, dass ich diese Anerkennung erhalten habe, auch wenn ich nie für Auszeichnungen gearbeitet habe. Es würdigt unser aller Engagement, und für den Bekanntheitsgrad von ReinSaat ist es auch ein Gewinn“, bringt es Reinhild Frech-Emmelmann auf den Punkt.
ReinSaat wächst und gedeiht
Die EU-Auszeichnung würdigt nicht nur die landwirtschaftlichen Leistungen, sondern auch das ganzheitliche Unternehmenskonzept der Saatgut-Pionierin. „Ich bin davon überzeugt, dass ein gutes Einvernehmen mit Mensch und Natur der goldene Schlüssel für eine enkeltaugliche Zukunft ist“, betont Frech-Emmelmann. „Familiäre Arbeitsatmosphäre, gute Arbeitsbedingungen und regionale Wertschöpfung sind dabei genauso wichtig wie eine biologisch-dynamische Wirtschaftsweise mit dem Ziel, Biodiversität zu erhalten. Die Auszeichnung ist einmal mehr die Bestätigung für den Weg, den wir mit ReinSaat seit 1998 konsequent und kompromisslos gehen. Und ich möchte mich an dieser Stelle auch bei allen unseren treuen und verlässlichen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern bedanken.“
Die ReinSaat GmbH züchtet, produziert und vertreibt samenfestes, biologisch-dynamisches und organisch-biologisches Gemüse-, Kräuter- und Blumensaatgut. Heute bewirtschaftet der biodynamisch geführte Betrieb rund 30 Hektar Land, davon rund ein Hektar Gewächshausfläche. Das Sortiment umfasst mehr als 800 Sorten.
Nachhaltiger Gewinn
Seit März 2020 arbeitet Tochter Maria Bödecker im Unternehmen. Geplant war ein sanfter Einstieg als Assistentin der Geschäftsführung. Die Idee war gut, die Umsetzung sah anders aus. „Ich habe bei ReinSaat begonnen, weil ich die sinnvolle Arbeit weiterführen will, und habe innerhalb kürzester Zeit viel Verantwortung übernommen, um ReinSaat gerecht zu werden und meine Mutter wirklich zu unterstützen. Das war eine Herausforderung und herausfordernd ist der Job nach wie vor, denn ReinSaat ist gewachsen. Und wenn ein Unternehmen wächst, gehören gewisse Prozesse angepasst. Ich habe nach Verstärkung gesucht und mit dem Betriebswirt Rafael Graf jemanden gefunden, der sich um den strategischen und organisatorischen Bereich sowie den Sales-Bereich kümmert. Wir sind heute gemeinsam mit meiner Mutter ein dreiköpfiges Geschäftsführungsteam bei ReinSaat, und in der jetzigen Konstellation, davon bin ich überzeugt, können wir den Betrieb auch in Zukunft auf sichere Beine stellen. Besonders am Herzen liegen mir das Wohl all unserer Mitarbeiter und der notwendige gegenseitige Respekt für ein gutes Miteinander“, so Maria Bödecker.
Größer werden die Aufgaben und auch der mut muss wachsen
ReinSaat bietet rund 50 Menschen aus zehn Nationen einen sicheren und sinnstiftenden Arbeitsplatz. ReinSaat hat im Laufe der Jahre ein Vermehrernetzwerk aus rund 60 Betrieben in neun Ländern aufgebaut, die in oft jahrelangen Kooperationen die Saatgutproduktion ganz wesentlich unterstützen. Der Vertrieb erfolgt weltweit an über 100.000 Kunden (Markt- und Hausgärtner). „Wenn dein Beruf deine Berufung ist, dann hat man viele Ideen“, erzählt Reinhild Frech-Emmelmann. „Seit wir uns zu dritt um ReinSaat kümmern, bleibt auch wieder mehr Zeit für mich für Forschung und Züchtung. Also für jenen Bereich, den ich leite“, so die passionierte Züchterin. „Es ist ein großes Glück, dass die junge Generation in den Betrieb eingetreten ist, den ich von Grund auf aufgebaut habe. Ich bin der Meinung, dass jeder, der in seinem Beruf etwas kann und etwas bewirkt hat, bis zum letzten Tag arbeitet, um das Wissen, das man sich jahrzehntelang angeeignet hat, auch bestmöglich weiterzugeben. Daher ist es mir wichtig, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten, sich mit der Materie zu verbinden und die nächste Generation bestens auf die künftigen Herausforderungen am Markt vorzubereiten. Ich fürchte mich vor nichts. Jede Herausforderung ist spannend. Und wenn man sie überwunden hat, dann ist man daran gewachsen.“
Reinsaat
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