Innsbruck, 5. März 2021
Finanzrealität der Frauen: Nach wie vor starke Abhängigkeiten
- 40 Prozent der Frauen sind heute auf eine finanzielle Unterstützung angewiesen
- Für drei Viertel aller Frauen ist finanzielle Unabhängigkeit ein sehr großes Anliegen
- 26 Prozent der Frauen würden mehr in Wertpapiere investieren, wenn sie mehr Wissen dazu hätten
Traurige Realität: Mit den Finanzen der Frauen in Österreich steht es nicht zum Besten. Im Vergleich zu Männern verdienen Frauen um 20,4 Prozent weniger, ihre Teilzeitquote beträgt 47,7 Prozent und die durchschnittliche Alterspension der Österreicherinnen liegt nur bei 1.064 Euro im Monat – das ist deutlich unterhalb der Armutsgrenze von derzeit 1.259 Euro pro Monat. Claudia Höller, Vorstand der Tiroler Sparkasse: „Die vielen Faktoren, die Frauen schlechter stellen als Männer, führen leider dazu, dass man sich hierzulande um die finanzielle Gesundheit der Frauen wirklich Sorgen machen muss.“
Angesichts der 384.035 in Tirol lebenden Frauen muss man sich diesen Problemen aktiv stellen. Claudia Höller: „Frauen, die Kindererziehung übernehmen und in der Folge weniger Versicherungsjahre haben, tragen noch immer das volle Risiko einer niedrigeren Pension und eines höheren Armutsrisikos.“ Der Equal Pension Day im Jahr 2020 fiel auf den 30. Juli – das ist jener Tag, an dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben, wie Frauen bis Jahresende erhalten werden. Anders gesagt: Frauen erhalten im Schnitt um 42 % weniger Pension als Männer. „Gerade vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Lebensläufe mit langen Karenzzeiten und Teilzeitarbeit müssen sich Frauen finanziell besser aufstellen, um für die Zukunft vorzusorgen. Wichtig ist, dass sie sich selbst um ihre finanzielle Gesundheit kümmern. Zudem sollten sie sich angesichts einer Scheidungsrate von über 40 % in Österreich auch nicht zu sehr auf den Partner verlassen.“, warnt Höller.

Claudia Höller (Vorständin Tiroler Sparkasse)
Fotonachweis: Thomas Steinlechner 2020, Abdruck honorarfrei.
Umfrage zum Weltfrauentag 2021
76 % der Frauen wollen finanzielle Unabhängigkeit
Laut einer aktuellen Studie von IMAS im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen ist 76 % der Tirolerinnen eine finanzielle Unabhängigkeit von ihrem Partner, ihren Eltern und Kindern „sehr wichtig“. Bei den Männern sehen das nur 63 % so. Claudia Höller: „Gleichzeitig sind Frauen deutlich häufiger auf eine finanzielle Unterstützung durch ihre Familie angewiesen.“ Während bei den Frauen für 40 % finanzielle Zuwendungen notwendig sind, sind es bei Männern nur 14 %.
Frauen und Männer sehen Finanzbildung als ein Muss
Für 85 % der Frauen und 79 % der Männer steht jedenfalls fest, dass ein besseres Finanzwissen heute ein absolutes Muss ist. 91 % wollen Finanzbildung in Pflicht- und weiterführenden Schulen, 79 % auf den Universitäten. 71 % wünschen, dass Banken und Sparkassen dieses Wissen ver-mitteln. Claudia Höller: „Diese Bildungsverantwortung nehmen wir in den Sparkassen in Tirol mit den unterschiedlichsten Angeboten wahr. Ich kann nur jeder Frau raten, unsere Beratungs¬leistungen anzunehmen, denn finanzielles Unwissen behindert das soziale, ökonomische und kulturelle Leben.”
Frauen sparen für den Nachwuchs, Männer für die Partnerin
Sparen ist für Frauen tendenziell etwas wichtiger als für Männer. So geben 54 % der Frauen an, dass ihnen Sparen „sehr wichtig“ ist, aber nur 48 % der Männer sind dieser Meinung. Während Frauen am häufigsten Geld für ihre Kinder (50 %) sowie für ihre Enkel, Paten oder sonstige nicht eigene Kinder (31 %) beiseitelegen, sparen Männer häufiger Geld für ihre Partnerin (56 %). Corona-bedingt ist auch die Sparquote in den letzten zwölf Monaten deutlich angestiegen.
Frauen setzen auf Sicherheit
Sparen ist bei den Tirolerinnen und Tirolern tief verankert. Bei der Produktauswahl zeigt sich ein Geschlechterunterschied. Frauen bevorzugen mehr Sicherheit bei der Geldanlage, während Männer risikoreicher unterwegs sind. Die TirolerInnen greifen trotz Nullzinsphase und Inflation vor allem zu Sparbuch (Frauen 77 %, Männer 68 %), gefolgt von Bauspar-Verträgen (Frauen 48 %, Männer 53 %) und Lebensversicherungen (Frauen 52 %, Männer 50 %). Wertpapiere nutzen laut Studienergebnissen nur 31 % der Frauen, aber 44 % der Männer. Claudia Höller: „Erfreulich ist, dass 26 % der Frauen und 35 % der Männer mehr in Wertpapiere investieren würden, wenn sie mehr Wissen dazu hätten. Hier gibt es mittlerweile ein großes Umdenken. Die TirolerInnen erkennen, dass in einer Niedrigzinsphase auf dem Sparbuch wertvolles Geld an Wert verliert. Auch hier kann ich nur raten, die hervorragenden Beratungsleistungen in den Sparkassen anzunehmen.”
Disclaimer: Bitte beachten Sie: Das Veranlagen in Wertpapiere birgt neben Chancen auch Risiken.
Über die Tiroler Sparkasse
Seit über 200 Jahren hat es sich die Tiroler Sparkasse zur Aufgabe gemacht, Wohlstand in der Region zu schaffen. Als klassische Universalbank bietet das Bankinstitut eine umfassende Palette an Finanzprodukten an und stellt die persönliche Beratung in den Mittelpunkt. An 32 Standorten sowie rund um die Uhr über George und George Business werden über 155.000 Privat- und Unternehmenskund:innen in allen Fragen des Geldlebens betreut. Mit rund 400 Mitarbeiter:innen gehört die Tiroler Sparkasse zu den größten Arbeitgeber:innen in der Region.
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