Innsbruck, 24. Jänner 2020

 

67 Prozent in Tirol überzeugt:
Lebensstandard sinkt ohne private Vorsorge

Repräsentative IMAS-Studie zur privaten Vorsorge vor dem Hintergrund sinkender Sozialleistungen

  • 9 von 10 Befragte orten starke Veränderung bei Ansprüchen künftiger Pensionisten
  • Lediglich jeder Zweite glaubt an eine gesetzliche Rente in der heutigen Form
  • 73 Prozent halten eine private Pflegeversicherung für unabdingbar
  • Monatliche Lücke: 1.541 Euro fehlen jedem Befragten in Tirol für Pflege

Die Erkenntnis, dass private Vorsorgemaßnahmen aufgrund sinkender Sozialleistungen essentiell sind, ist – laut vorliegender IMAS-Studie im Auftrag von s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen – bei 88 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler bereits fest im Bewusstsein verankert. Und das, speziell vor dem Hintergrund sich stark verändernder Lebensvorstellungen zukünftiger Pensionisten-Generationen darüber, was ihnen später in ihrer Pension einmal wichtig sein wird. Die stärksten Veränderungen zu früheren Pensionisten-Generationen sehen die Befragten in Tirol in einem verstärkten Wunsch nach ausgedehnten Reisen und sich dabei die Welt anzusehen sowie im Betreiben von Sport (75 Prozent). Danach folgt eine aktive Gesundheitsvorsorge (71 Prozent) sowie die neue Freizeit intensiv zu nutzen (69 Prozent).

Posaunisten

Manfred Bartalszky (Vorstand Wiener Städtische, Bankvertrieb Team sVersicherung), Hans Unterdorfer (Vorstandsvorsitzender Tiroler Sparkasse) und Paul Eiselsberg (Studienleiter IMAS Institut)
Fotonachweis: Thomas Steinlechner, Abdruck honorarfrei.

Lebensstandard: Gesetzliche Rente kein Garant mehr

Wer im Alter aktiv sein möchte, benötigt dazu die entsprechenden finanziellen Mittel. „Haben sich Eltern- und Großeltern dabei noch auf den Staat verlassen können, sieht das für zukünftige Pensionisten-Generationen nicht mehr so rosig aus: Gerade einmal jeder zweite Befragte (50 Prozent) in Tirol glaubt nämlich, dass es die staatliche Pension in der heutigen Form bei eigenem Pensionsantritt noch geben wird“, so Manfred Bartalszky, Vorstand der Wiener Städtischen und verantwortlich für den Bankenvertrieb Marke s Versicherung. Ein Halten des gewohnten Lebensstandards, alleine mit der staatlichen Pension, bezweifeln mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten in Tirol völlig.

Demzufolge meinen 87 Prozent alle Pensionsskeptiker im Bundesland, dass sie mehr privat vorsorgen werden müssen; das Pensionsantrittsalter deutlich steigen wird (83 Prozent); 77 Prozent, dass die Pensionsbeitragszahlungen erhöht werden und 72 Prozent glauben, dass die staatlichen Pensionen weiter gekürzt werden. Immerhin 25 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es für sie einmal überhaupt keine staatliche Pension mehr geben wird. Übrigens: Aktuell wenden die Österreicher laut Studie monatlich im Durchschnitt 120 Euro für die eigene private Pensions- und Gesundheitsvorsorge auf.

Lebensträume angehender Pensionisten

Wenig überraschend gestalten sich die Lebensziele für das eigene Alter. „So ist eine gute Gesundheit für neun von zehn Tiroler (89 Prozent) die klare Nummer 1 auf ihrer Wunschliste fürs eigene

 

Alter gefolgt von der Hoffnung, später einmal finanziell abgesichert zu sein und sich über Geld keine Sorgen machen zu müssen (79 Prozent)“, berichtet Hans Unterdorfer, Vorstandsvorsitzender der Tiroler Sparkasse. Auf Platz 3 und 4 der Befragten im Bundesland Tirol, mit 74 Prozent und 73 Prozent folgen der Wunsch im Alter regelmäßig jemanden zum Reden zu haben sowie nicht einsam zu sein.

Pflegekosten als Damokles-Schwert


Der erfreuliche Umstand, dass wir alle immer älter werden, hat leider auch eine Kehrseite: Diesen Zugewinn an Lebensjahren können nicht alle bei bester Gesundheit und ohne fremde Hilfe genießen. Demnach sind 73 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler der festen Überzeugung, dass auch der rechtzeitige Abschluss einer privaten Pflegeversicherung unabdingbar ist, um später selbst darüber entscheiden zu können, wie man betreut bzw. gepflegt werden möchte. Auf die Frage, wie hoch die Menschen die finanzielle Lücke zwischen den zukünftigen Pflegekosten und den staatlichen Pflegeleistungen einschätzen, wird in Tirol ein Betrag von durchschnittlich 1.541 Euro im Monat genannt. „Ein durchaus realistischer Wert, wenn man sich die Berechnungen von Hilfsorganisationen ansieht, wonach ein Platz im Pflegeheim – je nach Pflegebedarf und Ausstattung – mit bis zu 6.000 Euro und die monatlichen Kosten für die Pflege zu Hause mit 3.500 Euro bis 4.500 Euro zu beziffern sind“, so Bartalszky. Dem gegenüber beläuft sich die durchschnittliche Alterspension in Österreich auf 890 Euro für Frauen (1.480 Euro Männer) und das mediane Pflegegeld auf rund 470 Euro.

Betreuung und Pflege am liebsten zu Hause


Befragt danach, wie sich die unterschiedlichen Pflegeangebote künftig entwickeln werden, meinen acht von zehn Tiroler (85 Prozent), dass die Betreuung durch mobile Pflegekräfte im eigenen Zuhause am stärksten an Bedeutung gewinnen wird. Gefolgt von der 24-Stunden-Betreuung durch eine externe Pflegekraft in den eigenen vier Wänden (69 Prozent) und Pflege- und Altenheime mit 61 Prozent auf Platz 3. Überraschend: Völlig abgeschlagen, mit lediglich 18 Prozent, sehen die Befragten die künftige Bedeutung der Pflege durch Familienangehörige. Geht es allerdings danach, welche Betreuungsform man sich selbst einmal wünscht, führt hier klar die Pflege durch die Familie, gefolgt von der Betreuung in einem Pflege- und Altenheim, der 24-Stunden-Betreuung zu Hause und mobilen Pflegekräften.

Zur Studie: s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-Befragung zum Thema „Die neue Pensionisten-Generation“. Ende 2019 beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen zu finanziellen Vorsorgethemen, die Entwicklung der Wünsche und Vorstellungen zukünftiger Pensionisten-Generationen sowie zum Zukunftsthema Pflege. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren.

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Verena Schneeberger
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