
© Österreichische Post AG / Klaus Vyhnalek
Aktien-News KW 20 | 12.05.2026
Enttäuschendes Startquartal für die Post
Die Zahlen für das erste Quartal trafen die Erwartungen von Erste Group Research bei Umsatz und operativem Ergebnis, während das Nettoergebnis aufgrund eines negativen Bewertungseffekts unter den Schätzungen lag. Die Post hatte bereits mit den Ganzjahreszahlen Investor:innen auf einen schwachen Jahresstart eingestimmt. Neben dem strukturellen Rückgang im Briefvolumen und bei Werbesendungen sowie dem regulatorisch bedingten Mengenentfall in der Türkei durch restriktive Importregeln für Pakete aus Asien wirkten auch die Umstellung der Telekom-Vertriebskooperation auf die eigene Mobilfunk-Marke Yelllow dämpfend. In Summe konnte der Umsatz im ersten Quartal mit 770,7 Millionen Euro (+ 0,7 % J/J) stabil gehalten werden. Das Umsatzplus in der Division E-commerce & Logistics (+ 6,9 % J/J) konnte dabei die rückläufigen Tendenzen in Brief, Filiale & Services (- 7,6 %) und Bank (- 7,6 %) kompensieren. Das EBIT lag mit 36,8 Millionen Euro um 24 % unter dem Vorjahresniveau, der Quartalsgewinn schrumpfte auf 15,3 Millionen Euro (- 60 % J/J), zusätzlich belastet durch einen negativen Bewertungseffekt auf die Optionsverbindlichkeit der restlichen 20-Prozent-Anteile an Aras Kargo (abhängig von Inflation und Wechselkursen).
Unveränderter Ausblick, Abwärtstrend könnte kurzfristig anhalten
Für die weitere Entwicklung der Post-Aktie gibt Erste Group Research aktuell folgende Einschätzung ab: „Der Ausblick 2026 bleibt unverändert. Der Vorstand erwartet einen leicht steigenden Umsatz sowie eine weitgehend stabile Ergebnisentwicklung. Obwohl das schwächere Q1-Ergebnis im Markt bereits verankert sein sollte, kam die Post-Aktie in einer ersten Reaktion unter Druck. Der seit dem Dividenden-Abschlag Ende April bestehende Abwärtstrend könnte somit kurzfristig seine Fortsetzung finden.“
mhu / Zusammenfassung vom 08.05.2026 / Quelle: Erste Group Research