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Aktien-News KW 15 | 08.04.2026
Quartalsbilanz: ATX bleibt stabil, starke Energie- und Technologiewerte
Der ATX schloss das erste Quartal 2026 trotz des Iran-Krieges nahezu unverändert gegenüber dem Jahresbeginn ab und verzeichnete ein Plus von 0,3 %. Zwischenzeitlich hatte er jedoch Mitte Februar mit über 5.800 Punkten ein neues Allzeithoch erreicht. Damit entwickelte sich der ATX stärker als der Euro Stoxx 600 (- 1,53 %) und der S&P 500 (- 4,6 %).
Die aktuelle ATX-Bewertung liegt mit einem KGV von 10,5x leicht unter dem Niveau von Jahresende 2025 sowie unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Gleichzeitig notiert der Index damit weiterhin deutlich unter den Bewertungsniveaus der europäischen Märkte (Euro Stoxx 600: 15x) und der USA (S&P: 20x). Das erwartete Gewinnwachstum bleibt mit knapp 20 % für 2026 hoch.
Attraktive Dividendenrendite
Im Hinblick auf die bereits gestartete Dividendensaison bietet der ATX erneut eine attraktive erwartete Dividendenrendite von 4,5 % für 2026. Damit liegt er klar über dem Stoxx 600 (3,1 %) und dem S&P 500 (1,2 %). Im ATX notieren derzeit mit OMV, Österreichischer Post und BAWAG drei Unternehmen mit erwarteten Dividendenrenditen (2026e) von über 5 %. Auch auf Basis der Ausschüttungen für 2025 erreichen OMV und Österreichische Post bereits Dividendenrenditen von mehr als 5 %.
AT&S mit größtem Plus
Stärkster Wert im ATX im 1. Quartal war die AT&S (das Foto zeigt das Headquarter in Leoben Hinterberg) mit rund + 75 %, die von mehreren positiven Entwicklungen profitierte. Dazu zählen die neuen Werke im malaysischen Kulim und in Leoben, die zum Umsatzwachstum beitrugen, sowie ein positiver Ausblick für das laufende und das kommende Wirtschaftsjahr. Generell profitiert AT&S von ihrer strategischen Position als Hersteller von HighEnd-IC-Substraten in der globalen KI- und Halbleiter-Lieferkette. Die Aktien der OMV und des Öl- und Gasfeldausstatters SBO legten jeweils um rund 30 % zu und profitierten von den Energiepreisanstiegen seit Beginn des Iran-Kriegs.
Wienerberger und Do & Co mit größtem Minus
Die stärksten Rückgänge verzeichneten Wienerberger (- 24 %) und Do & Co (- 20 %). Höhere Gaspreise verteuern die energieintensive Produktion beim Baustoffkonzern, wobei Wienerberger für 2026 bereits einen Großteil seines Gasbedarfs gehedgt hat. Zugleich würden spätere Zinssenkungen die Kosten für Baukredite erhöhen und damit die Neubaunachfrage, insbesondere in den USA, belasten. Durch seine breite Diversifikation hat Wienerberger jedoch den Umsatzanteil aus Renovierung und Infrastruktur mittlerweile auf rund die Hälfte erhöht. Do & Co ist aufgrund von Flugstreichungen und dem Ausfall von Nahost‑Airlines an wichtigen Drehkreuzen sowie der Absage von Großveranstaltungen in der Golfregion (wie der Formel-1-Rennen in Bahrain und Saudi‑Arabien) negativ betroffen. Teilweise kompensierend wirkt jedoch das jüngst ausgeweitete Flugangebot des Kooperationspartners Turkish Airlines, insbesondere auf Strecken nach Asien.
Vieles hängt von der Energieversorgungslage ab
Der Iran‑Krieg belastet den ATX kurzfristig deutlich – infolge steigender Energiepreise, höherer Inflationserwartungen, einer Abschwächung der Konjunktur sowie einer erhöhten Marktvolatilität. Mittel- bis langfristige Effekte hängen stark vom weiteren Konfliktverlauf ab, insbesondere davon, wann sich die Energieversorgungslage wieder stabilisieren kann. Positiv für die Aktienmärkte wirkt hingegen das nach wie vor solide erwartete Gewinnwachstum von 7,5 % in Europa bzw. knapp 20 % im ATX. Aus Sektorensicht bleibt der Ausblick vor allem für Technologie, Rohstoffe, Finanzen, Versorger und Energie konstruktiv.
mhu / Zusammenfassung vom 03.04.2026 / Quelle: Erste Group Research