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Aktien-News KW 40 | 01.10.2024
AT&S verkauft Medical-Geschäft
Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S gab Anfang letzter Woche bekannt, seine koreanische Tochter mit dem Werk in Ansan und damit sein Medical-Geschäft an den italienischen Leiterplattenproduzenten Somacis zu verkaufen. Der Kaufpreis (Equity Value) beträgt 405 Millionen Euro. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, ein Closing wird bis März 2025 erwartet. Gleichzeitig korrigierte AT&S seine Ausblicke für das laufende Geschäftsjahr sowie für 2026/27 um den Verkauf des Medical-Geschäfts (Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro). Im Geschäftsjahr 2024/25 erwartet AT&S nun einen Umsatz zwischen 1,6 und 1,7 Milliarden Euro (zuvor: 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro). sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 24% bis 26 % (zuvor: 25 % bis 27 %). Die bereinigte EBITDA-Marge enthält dabei keinen erwarteten Buchgewinn aus dem Medical-Verkauf. Für das Geschäftsjahr 2026/27 wird ein Umsatz von rund 3,0 Milliarden Euro (zuvor: 3,1 Milliarden Euro) erwartet und weiterhin eine EBITDA-Marge von 27 % bis 32 %.
Schrittweise Markterholung erwartet
Erste Group Research ordnet die Transaktion folgendermaßen ein: „AT&S hatte bereits Mitte Mai angekündigt, sein koreanisches Werk zu verkaufen. Für uns stellt der erfolgreiche Abschluss einen wichtigen Schritt zur Stärkung von Bilanz und Cashflow dar, die sich noch im heurigen Wirtschaftsjahr positiv auswirken sollte. Wir schätzen, dass sich die Eigenkapitalquote durch den Verkauf um rund 4 Prozentpunkte auf 24 % gegenüber dem Wert für das Q1 2024/25 verbessern sollte und der freie Cashflow heuer ausgeglichen sein könnte – abhängig von der Entwicklung des Working Capitals. Somit sollte sich der Investorenfokus wieder verstärkt der operativen Erholung zuwenden. Wir erwarten weiter eine langsame schrittweise Markterholung in den nächsten Quartalen, obwohl die Visibililtät insbesondere im IC-Substrate-Geschäft für Highend-Datacenter-CPUs gering ist.“
mhu / Zusammenfassung vom 27.09.2024 / Quelle: Erste Group Research