Graz, 21.01.2026

Vorsorgestudie 2026: Sieben von zehn Steirer:innen glauben nicht an eine ausreichend hohe staatliche Pension

  • 92 Prozent empfinden finanzielle Vorsorge als wichtig
  • 38 Prozent schätzen ihr Risiko für Altersarmut als hoch ein
  • 225 Euro im Monat für private Altersvorsorge
  • 6 von 10 Befragten gehen davon aus, im Alter weiter arbeiten zu müssen

Die Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank und Sparkassen und der Wiener Städtischen zeigt: Immer mehr Menschen in der Steiermark bezweifeln, im Alter allein mit der staatlichen Pension ihren gewohnten Lebensstandard halten zu können. Gleichzeitig steigt das Bewusstsein, dass finanzielle Gesundheit weit über die reine Altersvorsorge hinausgeht. Sie umfasst finanzielle Sicherheit im Alltag, die Fähigkeit, Krisen abzufedern, persönliche Ziele zu erreichen und langfristig selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können. Vor dem Hintergrund demografischer Entwicklungen und weltweiter geopolitischer Unsicherheiten wächst damit auch der Bedarf an Orientierung und verlässlichen Partner:innen, die Menschen bei langfristigen finanziellen Entscheidungen begleiten.

Fragt man die Steirer:innen nach ihrer Erwartung bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung und der Lebensqualität in den kommenden Monaten, rechnen 64 Prozent mit einer Verschlechterung, 20 Prozent mit gleichbleibenden Verhältnissen und nur 16 Prozent mit einer Verbesserung. Der Wunsch nach Stabilität, Verlässlichkeit und Sicherheit nimmt somit weiter zu. Dieser Trend spiegelt sich auch in den zentralen Vorsorgethemen wider: Diese sind für sieben von zehn Befragte im Bundesland die Gesundheit (+9 Prozentpunkte zu 2025), 62 Prozent investieren regelmäßig in eine private Altersvorsorge (+12PP) und 59 Prozent geben das Thema Wohnen als Ziel ihrer Vorsorgetätigkeit an (+12PP). Es folgen die Bildung finanzieller Reserven für Krisenfälle (55 %) und für jede:n Zweite:n (53 %) ist die Familie ein wichtiger Vorsorgegrund.

Vertrauen in staatliche Pensionen nimmt weiter ab

Befragt nach den Hauptgründen der Steirer:innen vorzusorgen, sagen mehr als die Hälfte der Befragten (54 %), weil man nur so seinen gewohnten Lebensstandard im Alter wird halten können bzw. um eventuellen Schicksalsschlägen finanziell vorzubeugen. Dass man nicht mehr an den Staat – als verlässlichen Partner bei Pensionen – glaubt, nennt jede:r Zweite als zentrales Vorsorgeargument. Immerhin 44 Prozent hoffen dadurch ihr persönliches finanzielles Risiko zu verringern.

„Hier zeigen die zuletzt stärker werdenden Diskussionen über die Finanzierbarkeit des staatlichen Pensionssystems Wirkung. Mit 73 Prozent zweifeln knapp drei Viertel der Steirerinnen und Steirer daran, einmal eine ausreichend hohe Pension vom Staat zu erhalten. Dass bereits heute jeder vierte Steuereuro in die Stützung der öffentlichen Pensionen fließt, verunsichert mittlerweile 8 von 10 Befragte“, erläutert Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin Wiener Städtische, die aktuelle Situation. Jede:r sechste Befragte geht gar davon aus, in der Pension weiter arbeiten zu müssen, um im Alter gut über die Runden zu kommen.

Die Ergebnisse unterstreichen den zunehmenden Bedarf an frühzeitiger Planung und persönlicher Beratung, um finanzielle Versorgungslücken realistisch einzuschätzen und langfristig auszugleichen. Regional verankerte Finanzinstitute wie die Steiermärkische Sparkasse nehmen dabei für viele Menschen in der Steiermark die Rolle einer verlässlichen Partnerin in Vorsorgefragen ein.

Vorsorgebetrag weiter hoch – Klassiker gefragt

Fragt man die Menschen im Bundesland nach den bereits genutzten Vorsorgeinstrumenten, werden die Anlage-Klassiker genannt: Sparkonto (42 %), Lebensversicherung (41 %) und das Bausparen (23 %). Es folgen Fondssparpläne und Wertpapiere (21 % bzw. 20 %), Immobilien (14 %) und Gold (11 %). Auffallend dabei ist, dass erstmals seit Jahren in der Steiermark das Sparkonto (-17PP) weniger stark nachgefragt ist – die Lebensversicherungen (+6PP) hingegen an Beliebtheit zulegen konnte.

„Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen in der Steiermark bereit sind, Verantwortung für ihre finanzielle Zukunft zu übernehmen. Entscheidend ist dabei eine langfristige und zur persönlichen Lebenssituation passende Vorsorgestrategie. Dazu gehört auch ein durchdachter Produktmix mit klassischen Sparprodukten und Wertpapieren für mehr Chancen und Sicherheit. Als Steiermärkische Sparkasse begleiten wir unsere Kund:innen als verlässliche Partnerin mit Beratung und Orientierung – gerade in bewegten Zeiten“, so Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied Steiermärkische Sparkasse. Der durchschnittliche monatliche Vorsorgebetrag liegt österreichweit mit 225 Euro weiterhin auf einem hohen Niveau. Männer investieren durchschnittlich 265 Euro pro Monat, Frauen 179 Euro.

Sorge vor Altersarmut bleibt hoch

Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Sorgen vor Altersarmut in der steirischen Bevölkerung stark ausgeprägt sind. So schätzen 38 Prozent der Befragten das Risiko, in der Pension selbst von Altersarmut betroffen zu sein, als hoch ein. Wie also einer möglichen Altersarmut wirksam entgegensteuern? 88 Prozent sehen hier eine möglichst frühzeitige private finanzielle Vorsorge als wirkungsvollste Maßnahme. Eine strukturierte Auseinandersetzung mit der eigenen finanziellen Gesundheit kann helfen, Risiken realistisch einzuschätzen und Handlungsspielraum zu bewahren.

Mehr als drei Viertel (77 %) der Befragten in der Steiermark sind davon überzeugt, dass eine umfassende finanzielle staatliche Förderung privater Altersvorsorge bzw. eine durchgängige Vollzeitbeschäftigung (69 %) der Weg zu einer höheren Pension ist. Vor diesem Hintergrund fällt auch die Zufriedenheit mit dem staatlichen Pensionssystem generell eher mäßig aus – nur jeder Zweite (51 %) im Bundesland zeigt sich damit zufrieden, 40 Prozent hingegen sind unzufrieden. „Angesichts dieses Umfelds ist es wenig überraschend, dass die private finanzielle Vorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für 92 Prozent der Befragten in der Steiermark – das ist zugleich der höchste Wert in Österreich – hat diese einen sehr hohen bzw. hohen Stellenwert“, so die beiden Finanzexpert:innen unisono.

Zufriedenheit mit Pensionskonto gering

Um Planungssicherheit für die eigene Pension zu bekommen, gibt es seit 20 Jahren für alle nach dem 1.1.1955 geborenen Österreicher:innen das Pensionskonto. Laut Umfrageergebnis weiß jedoch erst jede:r Sechste der befragten Steirer:innen über das persönliche Pensionskonto-Guthaben Bescheid. Von jenen, die ihr Guthaben kennen, zeigen sich lediglich 48 Prozent sehr oder eher zufrieden. Umgekehrt sind 45 Prozent damit eher nicht bzw. überhaupt nicht zufrieden. Auf die Frage, wie hoch die eigene Bruttopension später einmal ausfallen wird, nennen die Befragten österreichweit einen durchschnittlichen Betrag von 2.023 Euro. Männer rechnen dabei mit 2.254 Euro, Frauen mit 1.748 Euro.

Zur Studie: Erste Bank und Sparkassen und Wiener Städtische beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-Befragung rund um das Thema der privaten Altersvorsorge. Ende 2025 beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen rund um ihre Vorsorgestrategien in turbulenten Zeiten, ihr konkretes Spar- und Vorsorgeverhalten, die Einschätzung ihrer finanziellen Situation im Alter sowie ihren Erwartungen für die Zukunft. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung im Alter von 16 bis 65 Jahren.

Rückfragen an:
Steiermärkische Sparkasse | Konzernkommunikation, Sparkassenplatz 4, 8010 Graz
Birgit Pucher, 050100 - 35055, E-Mail: birgit.pucher@steiermaerkische.at

WIENER STÄDTISCHE Versicherung | Pressekontakt, Schottenring 30, 1010 Wien
Thomas Steiner, 050350 - 22101, E-Mail: thomas.steiner@wienerstaedtische.at

V.l.: Paul Eiselsberg, IMAS Studienautor, Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin Wiener Städtische, Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied Steiermärkische Sparkasse