Graz, 21. Oktober 2025

Sparstudie 2025: Anlageverhalten im Wandel

  • Sparen bleibt für die Steirer:innen ein zentrales Thema, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten – 76% halten es für wichtig, Geld zur Seite zu legen.
  • Das Volumen privater Wertpapierveranlagungen in der Steiermärkischen Sparkasse ist seit 2015 um rund 93% gestiegen – ein deutliches Zeichen für den Wandel im Sparverhalten.

Der Weltspartag feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. Die aktuelle Sparstudie von Erste Bank und Sparkassen zeigt: Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt Sparen ein fixer Bestandteil im Alltag vieler Steirer:innen – auch wenn sich die Formen und Motive im Laufe der Zeit verändert haben.

„Sparen ist und bleibt ein zentraler Bestandteil der finanziellen Vorsorge. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich verändert: Die anhaltende Inflation und niedrige Zinsen machen deutlich, dass klassische Sparformen allein nicht mehr ausreichen. Wer heute Vermögen sichern und aufbauen möchte, muss auch neue Wege gehen. Wertpapiere bieten hier eine sinnvolle Ergänzung – sie eröffnen Chancen, die über das Sparbuch hinausgehen. Unser Ziel ist es, den Menschen in der Steiermark nicht nur Sicherheit zu geben, sondern auch Perspektiven für eine stabile finanzielle Zukunft”, sagt Georg Bucher, Vorstandsvorsitzender Steiermärkische Sparkasse.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Sparen für die Steirer:innen weiterhin eine zentrale Rolle spielt – auch wenn die individuellen Möglichkeiten und die Zufriedenheit mit dem Sparbetrag unterschiedlich ausfallen. Viele beginnen mit kleinen Beträgen und nennen Sicherheit als wichtigstes Motiv. Das zeigt sich auch in unseren Giro- und Spareinlagen mit einem erfreulichen Volumen von 9,3 Milliarden Euro – ein starkes Zeichen des Vertrauens unserer Kund:innen in die Stabilität der Steiermärkischen Sparkasse. Sparen bleibt ein wichtiger Anker im Alltag. Gleichzeitig sehen wir, dass die Vielfalt an Sparformen zunimmt. Diese Entwicklung unterstreicht, wie wichtig es ist, Menschen bei ihren finanziellen Entscheidungen individuell zu begleiten und ihnen passende Lösungen anzubieten“, so Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied Steiermärkische Sparkasse.

Sparen als Konstante in bewegten Zeiten

76% der Steirer:innen geben an, dass ihnen Sparen „sehr“ oder „ziemlich wichtig“ ist – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt die Steiermark zwar weiterhin leicht unter dem Österreich-Schnitt, zeigt aber eine stabile Haltung zum Thema Vorsorge. Der durchschnittliche monatliche Sparbetrag liegt bei 328 Euro und damit leicht über dem Bundesdurchschnitt (320 Euro).

Das klassische Sparbuch bzw. Sparkonto bleibt mit 80% Nutzung die beliebteste Sparform, gefolgt vom Girokonto (55%) und Leben-/Kapitalversicherungen (42%). Auch Wertpapiere gewinnen weiter an Bedeutung.

Wertpapiere gewinnen an Bedeutung – langfristig denken lohnt sich

Wertpapiere werden in der Steiermark zunehmend als sinnvolle Ergänzung zum klassischen Sparverhalten gesehen. Bereits 40% der Befragten nutzen Wertpapiere wie Aktien oder Fonds. Besonders beliebt sind Aktien (26%) und Investmentfonds (24%). Das Volumen der Wertpapierveranlagungen in der Steiermärkischen Sparkasse ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen – von rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf knapp 4,8 Milliarden Euro Mitte 2025. Diese Entwicklung zeigt: In Zeiten anhaltender Inflation und niedriger Zinsen suchen immer mehr Menschen nach Alternativen, um ihr Geld langfristig zu sichern und zu vermehren. Wertpapiere bieten dabei Chancen, die über das klassische Sparbuch hinausgehen.

Finanzielle Ziele im Fokus

Hinter dem Sparverhalten der Steirer:innen stehen klare und vielfältige Ziele. Für die große Mehrheit – konkret 84% – ist das Sparen vor allem ein Mittel, um für Notfälle gewappnet zu sein. 70% legen Geld zur Seite, um sich finanziell abzusichern oder für die Zukunft vorzusorgen. Auch persönliche Wünsche spielen eine wichtige Rolle: 68% sparen unter anderem für spätere Konsumwünsche wie Urlaube oder größere Anschaffungen. Der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit motiviert ebenfalls viele – 64% nennen ihn als Sparziel. Damit zeigt sich deutlich: Sparen ist für die meisten nicht nur eine Gewohnheit, sondern Ausdruck von Verantwortung, Planung und dem Wunsch nach Stabilität im Alltag.

Finanzwissen bleibt ausbaufähig

Nur etwa ein Drittel der Steirer:innen schätzt den eigenen Wissensstand bei Finanz- und Wirtschaftsthemen als „sehr gut“ oder „ziemlich gut“ ein. Gleichzeitig halten es mehr als die Hälfte für wichtig, sich mit finanziellen Fragen auseinanderzusetzen. Besonders auffällig ist, dass bei 57% das Thema Finanzbildung in der Familie keine Rolle spielt. Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass es verstärkt Angebote braucht, die Finanzwissen praxisnah und verständlich vermitteln – unabhängig vom Alter oder der Lebenssituation. Ein Beispiel dafür ist der interaktive Finanzerlebnispark FLiP im CoSA in Graz, der Jugendlichen und Erwachsenen einen kostenlosen Zugang zu Finanzbildung ermöglicht.

V.l.: Georg Bucher, Vorstandsvorsitzender, und Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied