Graz, 28.09.2022
Steiermärkische Sparkasse: Ein erfolgreiches Halbjahresergebnis 2022
Das wirtschaftliche Umfeld hat sich seit Jahresbeginn stark verändert. Zunächst hatte sich nach den Einschränkungen der Covid-19-Pandemie eine solide Erholung sowohl in Österreich als auch in Südosteuropa abgezeichnet. Der Krieg in der Ukraine, die Folgeeffekte der Sanktionen, Unsicherheiten im Zusammenhang mit Gaslieferungen aus Russland sowie die fortgesetzten Probleme in den internationalen Lieferketten und die gestiegene Inflation dämpften in weiterer Folge den Wirtschaftsaufschwung. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen hat der Steiermärkische Sparkasse-Konzern im ersten Halbjahr 2022 ein erfolgreiches Ergebnis erzielt.
Highlights 1. Halbjahr 2022
- Anstieg Periodenergebnis nach Steuern auf 134,8 Millionen Euro
- Sehr gute Wachstumsraten im Kreditgeschäft: + 5,1 %
- Gestiegene Ergebnisbeiträge der Auslandstöchter
- Geringe Risikovorsorgen
Erfolgs- und Geschäftsentwicklung
Das Periodenergebnis nach Steuern des Steiermärkische Sparkasse-Konzern betrug im 1. Halbjahr 2022 134,8 Millionen Euro. Dieses liegt um 27,5 % über dem Wert des 1. Halbjahres 2021 (105,7 Millionen Euro). Die größten Einflussfaktoren auf das Ergebnis waren das stark gesunkene Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten, sowie die sehr zufriedenstellenden Wachstumsraten und die weit über Plan liegenden Ergebnisbeiträge der Tochterbanken. Alle Tochterbanken erwirtschafteten in dieser Periode Gewinne.
Die Bilanzsumme im Konzern ist im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um rund 2,3 % bzw. 0,4 Milliarden Euro auf 20,1 Milliarden Euro gestiegen.
Die Betriebserträge stiegen insgesamt um 10,2 % von 269,8 Millionen Euro auf 297,3 Millionen Euro.
Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 6,5 % auf 86,1 Millionen Euro (80,8 Millionen Euro). Vor allem im Wertpapiergeschäft konnten erfreuliche Zuwächse erzielt werden, wobei die Nachfrage nach nachhaltigen Wertpapierprodukten unverändert hoch ist. Das Fondsabsatzvolumen beträgt 200,2 Millionen Euro. Darin enthalten sind nachhaltige Wertpapierprodukte (ESG) in der Höhe von 42,4 Millionen Euro. Das Provisionsergebnis im Zahlungsverkehr konnte um 12,4 % auf 47,3 Millionen Euro gesteigert werden.
Die Risikovorsorgen im Konzern reduzierten sich im ersten Halbjahr 2022 um 4,0 Millionen Euro. Teilweise konnten in den Vorjahren im Zusammenhang mit Covid-19 gebildete Vorsorgen aufgelöst werden. Im Gegensatz dazu wurden auf Grund der zunehmend angespannten geopolitischen Situation neue Portfoliovorsorgen gebildet, die den zuvor genannten Effekt weitestgehend neutralisierte. Die bereits hohen Bevorsorgungen in den Vorjahren sowie ein aktives Portfoliomanagement tragen wesentlich zum erfreulichen Halbjahresergebnis 2022 bei.
Die Kundenkredite sind um 693 Millionen Euro auf 14,4 Milliarden Euro gewachsen. Das ist eine erfreuliche Steigerung von rund 5,1 % im 1. Halbjahr 2022. Insgesamt wurden 400 Millionen Euro an Privatkrediten vergeben. Bei den Firmenkrediten wurde ein Neuvolumen an Investitionsfinanzierungen von 895 Millionen Euro ausbezahlt. Erweiterungs- und Nachholinvestitionen, teilweise noch getrieben durch die staatliche Investitionsprämie anlässlich der Covid-19-Krise sowie eine rege Kreditnachfrage bei Wohn- und Gewerbeimmobilien wirkten sich wachstumsfördernd aus.
Auf der Passivseite sind die gesamten Verbindlichkeiten gegenüber Kund:innen um 69 Millionen Euro bzw. 0,4 % auf 15,4 Milliarden Euro gestiegen. Darin enthalten sind Spareinlagen mit 7,9 Milliarden Euro.
Das Eigenkapital stieg um 1,8 % und liegt mit 2,2 Milliarden Euro weit über allen regulatorischen Anforderungen. Auch sämtliche Liquidätskennzahlen werden durch die Steiermärkische Sparkasse übererfüllt.
Auf einen Blick
in Mio. EUR
Ausblick
Alle zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Ausblick unterliegen der Annahme, dass zumindest im Jahr 2022 ausreichende russische Gasimporte in die Kernmärkte des Steiermärkische Sparkasse-Konzern erfolgen. Darüber hinaus können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht quantifizierbare (geo-)politische, regulatorische, wirtschaftliche oder Gesundheitsrisiken die Erreichung der Ziele erschweren. Für die Kernmärkte des Steiermärkische Sparkasse-Konzern wird für 2022 ein reales BIP-Wachstum von ca. 2,5 % bis 4,9 % prognostiziert. Gleichzeitig wird die Inflation das gesamte Jahr hindurch ein wichtiges Thema bleiben, im Verhältnis zum Vorjahr weiter angetrieben vom geopolitischen Konflikt um die Ukraine.
Die Steiermärkische Sparkasse verfügt jedoch über eine sehr gute wirtschaftliche Ausgangsposition und ein Kreditportfolio mit guter Qualität, um die zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen und ihre Kund:innen bei der Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen bestmöglich zu unterstützen, insbesondere jene, die von der aktuellen Ukrainekrise und ihren Auswirkugen besonders betroffen sind. Dem Ausbau der Marktposition des Steiermärkische Sparkasse-Konzern als Universalbank in der Region, sowohl in der Steiermark im unmittelbaren Kernmarkt der Steiermärkische Bank und Sparkassen AG als auch in Südosteuropa, wird daher weiterhin höchste Priorität eingeräumt.
Die auf Kundenakquisition abzielenden Aktivitäten im gesamten Konzern werden auch im restlichen Geschäftsjahr 2022 mit unveränderter Intensität verfolgt werden, um die erfreuliche Entwicklung im Bereich der Neukundengewinnung weiter fortzusetzen.
„Aus heutiger Sicht erwarte ich mir für das Jahr 2022 ein zufriedenstellendes Jahresergebnis. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt weiterhin auf dem Wertpapiergeschäft und hier insbesondere im Private Banking. Im Firmenkundenbereich liegt der Fokus auf der aktiven Unterstützung von Transformationsprozessen und Investitionen zu mehr Nachhaltigkeit und der bestmöglichen Begleitung unserer Unternehmer:innen auf diesem Weg. Die hohe Inflationsrate und die Energiekrise werden das gesamte Jahr hindurch ein wichtiges Thema bleiben, weiter angetrieben vom geopolitischen Konflikt um die Ukraine und den damit verbundenen Folgen wie Sanktionen und Lieferengpässe. Ziel ist es, mit unserer langjährigen Expertise unsere Kund:innen bestmöglich durch diese herausfordernde Zeit zu begleiten und weiterhin als verlässliche Finanzpartnerin zur Seite zu stehen“, betont Gerhard Fabisch, Vorstandsvorsitzender Steiermärkische Sparkasse.
V. l.: Georg Bucher, Vorstandsmitglied, Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied, Walburga Seidl, Vorstandsmitglied und Gerhard Fabisch, Vorstandsvorsitzender