
Was ist ein Notgroschen?
Ein Notgroschen ist dein finanzielles Sicherheitsnetz. Er hilft dir, unerwartete Ausgaben zu stemmen – ganz ohne Stress oder Schulden. Als Orientierung gelten laut Expert:innen 3 bis 5 Netto-Monatsgehälter. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, rund 10 Prozent deines Einkommens regelmäßig zur Seite zu legen.
Das Leben passiert oft ungeplant: Die Waschmaschine geht kaputt. Das Auto braucht eine Reparatur. Oder das Einkommen verändert sich plötzlich, weil du zum Beispiel deinen Job verlierst. Genau für solche Momente ist ein Notgroschen da. Er sorgt dafür, dass dein Leben ohne große finanzielle Sorgen oder Schulden weiterlaufen kann, weil du dir einen finanziellen Puffer aufgebaut hast.
Wie hoch sollte mein Notgroschen sein?
War früher die 50/30/20-Formel im Trend (siehe weiter unten), gilt als Faustregel heute, dass du 3 bis 5 Netto-Monatsgehälter auf einem Konto, wie etwa einem täglich fälligen Sparkonto, “parken” solltest. So ein Konto ist sicher und du kannst jederzeit darauf zugreifen.
3 bis 5 Netto-Monatsgehälter? Das klingt im ersten Moment viel. Doch es geht nicht darum, diesen Betrag von heute auf morgen zu erreichen, sondern darum, mit dem Aufbau zu beginnen und diesen Betrag allmählich zu erreichen.

Wie baue ich mir meinen Notgroschen auf?
Ein Notgroschen entsteht dann, wenn du ein Haushaltsbudget erstellst und damit einen guten Überblick über deine monatlichen Netto-Einnahmen und deine Ausgaben hast. Und du es schaffst, diese so zu gestalten, dass du monatlich etwas zur Seite legen kannst. Du kannst zum Beispiel mit kleinen Beträgen beginnen, dafür regelmäßig. In unseren Beiträgen zum Sparen findest du viele hilfreiche Anleitungen und Tipps fürs Ansparen.
Was mache ich, wenn ich den Notgroschen aufgebaut habe?
Hast du deinen Notgroschen in der Tasche, kannst du auch für deine mittel- und langfristige Vorsorge Geld ansparen. Eine einfache und auch realistische Routine können zum Beispiel 10 % deines monatlichen Netto-Einkommens sein. Diese Summe kannst du ansparen oder auch anlegen. Wichtig ist dabei eine Regelmäßigkeit. Denn kleine Beträge summieren sich nämlich über die Zeit.
Gilt die 50/30/20-Formel noch?
Viele kennen die 50/30/20-Formel. Sie ist eine Anleitung dafür, wie du deine monatlichen Ausgaben aufteilen könntest. Und diese besagt: 50 Prozent von deinem monatlichen Netto-Gehalt sollten für deine Fixkosten reserviert sein, 30 Prozent für persönliche Wünsche und Freizeit und 20 Prozent fürs Sparen. Die bekannte Formel klang viele Jahre einfach und irgendwie auch machbar.
Heute fühlt sich das für viele anders an. Miete, Lebensmittel, Energie: Vieles ist in den vergangenen Jahren spürbar teurer geworden. Vielen fließt das Geld nur so durch die Finger. Plötzlich bleibt am Monatsende weniger übrig als geplant. Der Gedanke, bei den steigenden Ausgaben 30 Prozent für die Freizeit zu reservieren und zusätzlich auch noch 20 Prozent zu sparen, wirkt für viele heute zynisch. Und genau hier beginnt bei vielen der Frust oder das Gefühl, etwas falsch zu machen.
Dabei macht keiner etwas falsch, wenn sich die 50/30/20-Formel nicht ausgeht. Eine Formel, die von perfekten und gleichbleibenden Bedingungen ausgeht, einzuhalten, ist unrealistisch. Heute geht es vielmehr darum, einen Umgang mit Geld zu finden, der zu deinem eigenen Leben und den aktuellen Umständen passt.
Fazit
Ein Notgroschen ist kein Luxus, sondern ein Stück Sicherheit im Alltag. Er wächst mit der Zeit und deinen Möglichkeiten. Wichtig ist nicht, wie schnell du ans Ziel kommst, sondern dass du überhaupt beginnst und einen Polster aufbaust. Ein Notgroschen hilft dir gerade in Zeiten steigender Kosten und Unsicherheiten, ruhiger zu schlafen.
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Stand: Mai 2026