72 Prozent der Salzburger:innen glauben nicht an eine ausreichend hohe staatliche Pension

  • 91 Prozent empfinden finanzielle Vorsorge als wichtig
  • 225 Euro im Monat für private Altersvorsorge
  • 4 von 10 Befragten schätzen ihr Risiko für Altersarmut als (sehr) hoch ein
  • 76 Prozent gehen davon aus, im Alter weiter arbeiten zu müssen

Die Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und der Wiener Städtischen zeigt: Immer mehr Menschen im Bundesland Salzburg zweifeln an einer ausreichend hohen staatlichen Pension und fürchten, im Alter weiter arbeiten zu müssen. Gleichzeitig wächst der Zuspruch für private finanzielle Vorsorge – beeinflusst auch durch den demografischen Wandel und die weltweiten geopolitischen Unsicherheiten.

Fragt man die Salzburger:innen nach ihrer Erwartung bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung und der Lebensqualität in den kommenden Monaten, rechnen 58 Prozent mit einer Verschlechterung, 27 Prozent mit gleichbleibenden Verhältnissen und lediglich 15 Prozent mit einer Verbesserung. Die Sorgenfalten werden demnach größer. Es verwundert daher auch nicht, wenn Menschen in diesem Umfeld vermehrt auf Stabilität, Verlässlichkeit und Sicherheit setzen. Dieser zunehmende Wunsch nach Sicherheit zeigt sich auch bei den zentralen Themen, für die man bereit ist, privat finanziell vorzusorgen: Diese sind für knapp sieben von zehn Befragten im Bundesland die private Altersvorsorge (+3 Prozentpunkte zu 2025), 66 Prozent schaffen finanzielle Reserven für Krisenfälle (+9PP), 63 Prozent der Salzburger:innen investieren regelmäßig in eine private Gesundheitsvorsorge (+6PP) und 55 Prozent geben die Familie als Ziel ihrer Vorsorgetätigkeit an. Es folgen die Vorsorge für das Wohnen (52 %) und für vier von zehn Befragten (42 %) ist der Vermögensaufbau ein wichtiger Vorsorgegrund.

Vertrauen in staatliche Pensionen nimmt weiter ab

Befragt nach den Hauptgründen, warum Menschen in Salzburg privat vorsorgen, sagt jeder Zweite, weil man sich nicht mehr auf die staatlichen Systeme verlassen kann und 46 Prozent meinen, damit eventuellen Schicksalsschlägen finanziell vorbeugen zu wollen. 43 Prozent der Befragten glauben, dass man nur so den gewohnten Lebensstandard im Alter wird halten können und 39 Prozent hoffen dadurch ihr persönliches finanzielles Risiko zu verringern. „Hier zeigen die zuletzt stärker werdenden Diskussionen über die Finanzierbarkeit des staatlichen Pensionssystems Wirkung. Mit 72 Prozent zweifeln knapp drei Viertel der Salzburger:innen daran, einmal eine ausreichend hohe Pension vom Staat zu erhalten. Dass bereits heute jeder vierte Steuereuro für die Stützung der öffentlichen Pensionen aufgewendet werden muss, verunsichert mittlerweile mehr als acht von zehn Befragte“, erläutert Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen die aktuelle Situation. Drei Viertel der Salzburger:innen geht gar davon aus, in der Pension weiter arbeiten zu müssen, um im Alter gut über die Runden zu kommen.

Vorsorgebetrag weiter hoch – Klassiker gefragt

Fragt man die Menschen im Bundesland nach den bereits genutzten Vorsorgeinstrumenten, werden die Anlage-Klassiker genannt: Sparkonto (47 %), Lebensversicherung (42 %) und Immobilien (30 %). Es folgen das Bausparen (29 %) und die Veranlagung in Fondssparplänen (22 %), Wertpapiere (18 %) und Gold (16 %). Auffallend dabei ist, dass erstmals seit Jahren das Sparkonto (-8PP) und Bausparverträge (-4PP) weniger stark nachgefragt sind. Die Lebensversicherung hingegen konnte um drei Prozentpunkte zulegen. „Erfreulich ist zudem der durchschnittliche monatliche Betrag, den Menschen in Österreich in ihre persönliche Pensionsvorsorge investieren. Trotz der wirtschaftlichen Anspannungen bewegt sich dieser mit 225 Euro auf einem hohen Niveau,“, so Claus Graggaber, Landesdirektor der Salzburger Sparkasse zum Vorsorge-Status quo. Männer investieren dabei mit 265 Euro pro Monat im Schnitt immer noch deutlich mehr als Frauen mit 179 Euro.

Altersarmut durch rechtzeitige Vorsorge vermeiden

Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Sorge vor Altersarmut in der Salzburger Bevölkerung stark ausgeprägt ist. So schätzen 39 Prozent der Befragten das Risiko, in der Pension selbst von Altersarmut betroffen zu sein, als sehr hoch bzw. hoch ein. Wie also einer möglichen Altersarmut wirksam entgegensteuern? 87 Prozent der Befragten in Salzburg sind davon überzeugt, dass eine möglichst frühzeitige private finanzielle Vorsorge sowie eine durchgängige Vollzeitbeschäftigung (78 %) der Weg zu einer höheren Pension sind. Eine umfassende finanzielle staatliche Förderung privater Altersvorsorge sehen 77 Prozent als wirkungsvollste Maßnahmen. Vor diesem Hintergrund fällt auch die Zufriedenheit mit dem staatlichen Pensionssystem generell eher mäßig aus – lediglich jeder Zweite (52 %) im Bundesland zeigt sich damit zufrieden, 43 Prozent unzufrieden. „Angesichts dieses Umfelds ist es wenig überraschend, dass die private finanzielle Vorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für 91 Prozent der Befragten in Salzburg hat diese einen sehr hohen bzw. hohen Stellenwert“, so die beiden Finanzexpert:innen unisono.

Zufriedenheit mit Pensionskonto gering

Um Planungssicherheit für die eigene Pension zu bekommen, gibt es seit 20 Jahren für alle nach dem 1.1.1955 geborenen Österreicher:innen das Pensionskonto. Laut Umfrageergebnis wissen jedoch erst 54 Prozent der befragten Salzburger:innen (51 % österreichweit) über ihr Pensionskontoguthaben Bescheid. Und: 60 Prozent jener, die ihr Guthaben kennen, sind damit sehr bzw. eher zufrieden. Umgekehrt sind 40 Prozent damit eher nicht bzw. überhaupt nicht zufrieden. Auf die Frage, wie hoch die eigene Bruttopension später einmal ausfallen wird, nennen die Befragten österreichweit einen durchschnittlichen Betrag von 2.023 Euro. Männer rechnen dabei mit 2.254 Euro, Frauen mit 1.748 Euro.

Zur Studie: Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-Befragung rund um das Thema der privaten Altersvorsorge. Ende 2025 beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen rund um ihre Vorsorgestrategien in turbulenten Zeiten, ihr konkretes Spar- und Vorsorgeverhalten, die Einschätzung ihrer finanziellen Situation im Alter sowie ihren Erwartungen für die Zukunft. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung im Alter von 16 bis 65 Jahren.

Sonja Brandtmayer-Foto Wildbild

Paul Eiselsberg-Foto Wildbild