Salzburgerinnen und Salzburger befürchten, in der Pension weiter arbeiten zu müssen

  • 64% der Befragten gehen davon aus, später in der Pension weiter arbeiten zu müssen, um sich ihren Lebensstandard leisten zu können
  • Bedeutung privater Altersvorsorge in Salzburg weiterhin auf sehr hohem Niveau
  • Knapp 6 von 10 im Bundesland zweifeln an ausreichend hoher staatlicher Pension
  • Nur 36 Prozent der Salzburger:innen mit staatlichem Pensionssystem zufrieden


Die Vorsorgestudie 2025 im Auftrag von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische zeigt einen zunehmenden Zuspruch der Bevölkerung bei privater finanzieller Vorsorge. Dass dabei die aktuelle wirtschaftliche Situation in Verbindung mit den herrschenden geopolitischen Unruhen eine Rolle spielt, ist nicht von der Hand zu weisen.

Befragt man die Salzburger:innen, ob sich die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Lebensqualität in den kommenden Monaten eher verbessern oder verschlechtern werden, dann erwarten 64 Prozent eine Verschlechterung, 22 Prozent ein Gleichbleiben der Situation und lediglich 9 Prozent eine Verbesserung. Kurz gesagt: Die Sorgenfalten werden tendenziell wieder größer. „Wenig verwunderlich also, dass in diesem Umfeld die private finanzielle Vorsorge mehr und mehr an Wichtigkeit gewinnt. So sagen 86 Prozent der Befragten im Land Salzburg, dass die Bedeutung einer privaten Vorsorge für sie persönlich sehr hoch bzw. hoch ist“, erläutert Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen, die aktuelle Situation.

Salzburger:innen mit staatlichem Pensionssystem wenig zufrieden

Die Zufriedenheit mit dem staatlichen Pensionssystem fällt bei den Menschen in Salzburg eher unterdurchschnittlich aus. Lediglich jede:r Zweite (50 %) ist damit sehr zufrieden bzw. zufrieden, 42 Prozent eher nicht bzw. überhaupt nicht zufrieden. „Somit gehen auch 6 von 10 Befragten (60 %) davon aus, später im Alter keine ausreichend hohe staatliche Pension zu erhalten. Und: Es steigt dadurch die Sorge, sich den gewünschten Lebensstandard im Ruhestand später einmal nicht mehr leisten zu können“, sagt Christoph Paulweber, Vorstandsvorsitzender der Salzburger Sparkasse, zum Status quo im Bundesland. „Hier werden wir in unserer Beratungsarbeit verstärkt ansetzen, um den persönlichen Vorsorgebedarf noch deutlicher aufzuzeigen und den Menschen in Salzburg die Dringlichkeit einer rechtzeitigen privaten Vorsorge noch klarer vor Augen zu führen. Denn Altersarmut darf einfach keine Option sein“, so Paulweber weiter.

Um ein Gefühl zu bekommen, wie es um die eigene finanzielle Situation im Alter einmal bestellt sein wird, gibt es seit dem Jahr 2005 für alle nach dem 1. Jänner 1955 geborenen Österreicher:innen das persönliche Pensionskonto samt Pensionskontorechner. Danach befragt, sagen lediglich 48 Prozent der Salzburger:innen, dass sie über ihr aktuelles Guthaben am Pensionskonto Bescheid wissen. Hier fällt das deutliche Altersgefälle auf: Je älter die Befragten, desto häufiger wissen sie Bescheid. Immerhin zeigen sich 61 Prozent derer, die angeben ihr Guthaben zu kennen, damit sehr bzw. eher zufrieden. Umgekehrt sind 35 Prozent jener Gruppe damit nicht zufrieden.

Finanzielle Vorsorge unverzichtbar

Befragt nach den Hauptgründen der Salzburger:innen vorzusorgen, nennen 58 Prozent eventuelle Schicksalsschläge als Grund, 54 Prozent geben an privat vorzusorgen, weil sie damit Familie bzw. Partner:in oder Kinder absichern möchten und 48 Prozent weil sie davon ausgehen, sich dadurch ihren Lebensstandard auch im Alter leisten zu können. Knapp zwei Drittel der Befragten (64 %) gehen gar davon aus, später in der Pension weiter arbeiten zu müssen, um sich ihren Lebensstandard leisten zu können. „Hier zeigen die zuletzt stärker werdenden Diskussionen über die Finanzierbarkeit des staatlichen Pensionssystems Wirkung. Der Umstand, dass bereits heute jeder 4. Steuer-Euro in die Stützung der öffentlichen Pensionen fließt, verunsichert auch viele Menschen in Salzburg“, so Brandtmayer. Befragt, wie man einer möglichen Altersarmut gegensteuern könnte, sprechen sich 86 Prozent der Salzburger:innen dafür aus, bereits in jungen Jahren mit einer ergänzenden privaten Vorsorge zu starten.

Vorsorgebetrag weiter hoch – Klassiker gefragt

„Sehr erfreulich ist jedenfalls, dass die Höhe des Betrages, den die Menschen österreichweit im Schnitt pro Monat bereit sind für ihre private Pensions- und Gesundheitsvorsorge zu investieren, weiterhin hoch bleibt. Trotz der wirtschaftlichen Anspannungen ist dieser mit 250 Euro sogar etwas höher als im Vorjahr“, so Paulweber. Männer investieren dabei mit 299 Euro pro Monat im Schnitt signifikant mehr als Frauen mit 192 Euro, allerdings ist jener Betrag, den Frauen zur Seite legen, von zuletzt 170 Euro doch deutlich gestiegen. Befragt nach dem maximal vorstellbaren Vorsorgebetrag nennen die Befragten im Schnitt 302 Euro im Monat.

Betrachtet man die von den Salzburger:innen bereits genutzten Vorsorgeinstrumente, werden die Anlage-Klassiker genannt: Das Sparbuch bzw. die Sparkarte (55 %), die Lebensversicherung (39 %) und das Bausparen (34 %). Es folgen Fondssparpläne, Wertpapiere, Immobilien sowie Gold und Edelmetalle. Aber auch an neuen von der Politik diskutierten Ansätzen wird Interesse signalisiert: Ein „Vorsorgedepot“, bei dem die erzielten Gewinne nach einer bestimmten (Mindest-)Behaltefrist steuerfrei für die private Altersvorsorge zur Verfügung stehen sollen, ist für 6 von 10 (59 %) Salzburger:innen sehr interessant – 35 Prozent würden es auch nutzen, falls dies von der Politik beschlossen werden würde.

Christoph Paulweber, Vorstandsvorsitzender der Salzburger Sparkasse, Foto stefanzauner.at

Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen Versicherung, Foto Marlene Fröhlich

Zur Studie: Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-Befragung rund um das Thema der privaten Altersvorsorge. Ende 2024 beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen rund um ihre Vorsorgestrategien in turbulenten Zeiten, ihr konkretes Spar- und Vorsorgeverhalten, die Einschätzung ihrer finanziellen Situation im Alter sowie ihren Erwartungen für die Zukunft. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung im Alter von 16 bis 65 Jahren.