
Richtig vorsorgen, aber wie?
Die private Vorsorge kann in Österreich grundsätzlich über zwei zentrale Wege erfolgen: die Veranlagung über ein Wertpapierdepot oder über kapitalbildende Versicherungen. Beide Modelle unterscheiden sich deutlich in Bezug auf Ertrag, Risiko, Flexibilität, Steuern und Bequemlichkeit und eignen sich daher für unterschiedliche Bedürfnisse und Anlegertypen.
Vorsorgen mit Wertpapieren
Ein Wertpapierdepot ermöglicht Investitionen in Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs oder Zertifikate. Der größte Vorteil liegt im langfristigen Renditepotenzial. Historisch gesehen erzielen insbesondere breit gestreute Aktieninvestments über längere Zeiträume die höchsten Erträge.
Dem gegenüber stehen jedoch Kursschwankungen, die mitunter deutlich ausfallen können. Wer in Wertpapiere investiert, sollte daher einen langen Anlagehorizont mitbringen und Marktschwankungen aushalten können.
Steuerlich unterliegen realisierte Gewinne der Kapitalertragsteuer (KESt) von derzeit 27,5 %, die bei österreichischen Depots meist automatisch abgeführt wird. Ein großer Pluspunkt ist die hohe Flexibilität: Anleger:innen können jederzeit kaufen, verkaufen oder ihre Anlagestrategie anpassen. Diese Freiheit erfordert jedoch auch ein gewisses Maß an Interesse, Grundwissen und Eigeninitiative oder eine professionelle Beratung.
Vorsorgen mit kapitalbildenden Versicherungen
Kapitalbildende Versicherungen, wie etwa klassische oder fondsgebundene Lebensversicherungen, kombinieren Sparen mit einem Versicherungsschutz. Sie sind vor allem bei sicherheitsorientierten Anleger:innen beliebt.
Klassische Lebensversicherungen bieten garantierte Leistungen, allerdings bei aktuell eher niedrigen Renditen.
Fondsgebundene Versicherungen bieten höhere Ertragschancen, sind jedoch ebenfalls Marktrisiken ausgesetzt.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der steuerlichen Behandlung: Werden bestimmte Voraussetzungen erfüllt (z. B. mindestens 15 Jahre Laufzeit und laufende Prämienzahlung), sind die Erträge einkommensteuerfrei. Stattdessen fällt eine Versicherungssteuer auf die Prämien an. Die Flexibilität ist jedoch eingeschränkt. Vorzeitige Kündigungen oder Anpassungen sind oft mit erheblichen Kosten verbunden. Zudem sind die Kostenstrukturen von Versicherungen häufig komplexer und höher als bei einem Wertpapierdepot.
Wie viel Eigenaufwand ist nötig?
Sowohl bei Wertpapierveranlagungen als auch bei Versicherungen besteht die Möglichkeit, die Verantwortung an sogenannte Portfolio- oder Fondsmanager:innen zu delegieren. Der persönliche Aufwand kann dadurch deutlich reduziert werden.
Versicherungen folgen in der Regel dem „Set-and-forget“-Prinzip: Einmal abgeschlossen, läuft die Vorsorge automatisiert weiter. Bei Wertpapier-Investments ist zumindest zu Beginn eine bewusste Auseinandersetzung mit der Anlagestrategie sinnvoll und im Interesse der Anleger:innen, ebenso wie eine laufende Beratung.
Die richtige Vorsorgelösung ist individuell
Zusammenfassend eignet sich ein Wertpapierdepot besonders für renditeorientierte, langfristig denkende und risikobereite Anleger:innen, die Flexibilität schätzen.
Kapitalbildende Versicherungen sind hingegen eine gute Lösung für eher konservative Anleger:innen, die Wert auf Planbarkeit, Disziplin und Komfort legen. Bei langfristigen Veranlagungen kann die steuerliche Begünstigung bei vergleichbarem Anlagerisiko sogar zu einem höheren Ertrag führen.
Welche Form der Vorsorge die richtige ist, hängt letztlich von den persönlichen Zielen, der Risikobereitschaft und dem gewünschten Maß an Flexibilität ab.
Markus Hinterberger, Segmentmanager
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Versicherer ist: WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Vienna Insurance Group, Schottenring 30, 1010 Wien. Die Sparkasse Oberösterreich Bank AGPromenade 11-13, 4020 Linz, (GISA-Zahl: 27506806, abrufbar unter Registernummer: https://www.gisa.gv.at/versicherungsvermittlerregister) übt die Tätigkeit eines vertraglich gebundenen Versicherungsagenten der WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Vienna Insurance Group als Nebengewerbe aus und vermittelt ausschließlich Produkte dieser Versicherung. Sie stützt ihren Rat nicht auf eine umfassende Marktuntersuchung und erhält für vermittelte Versicherungsverträge Provisionen, die in den Versicherungsprämien enthalten sind.
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