
Investieren abseits der Börse
Viele Anleger:innen denken beim Thema „Investieren“ oftmals nur an Aktien, Anleihen, Fonds und Co. Was oft überrascht: Der viel größere Teil der weltweiten Wirtschaft findet abseits der Börse statt. Die meisten Unternehmen, von mittelständischen Industriebetrieben bis zu internationalen Technologieanbietern, sind privat geführt und nicht börsennotiert. Genau hier setzen sogenannte Private Market-Investitionen an.
Was versteht man unter Private Markets?
Private Markets umfassen Investitionen außerhalb der öffentlichen Finanzmärkte. Dazu gehören vor allem:
- Private Equity: Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen
- Private Credit: Kreditvergaben direkt an Unternehmen, ohne Umweg über Anleihemärkte
Lange waren diese Geldanlagen nur für große Investor:innen wie Pensionskassen oder Stiftungen zugänglich. Inzwischen öffnen sich Private Markets zunehmend auch für private Anleger:innen. Natürlich immer im Rahmen der persönlichen Risikoneigung und regulatorischen Vorgaben.
Warum gewinnen Private Markets an Bedeutung?
- Der Markt ist sehr groß: Rund 90 % aller Unternehmen weltweit sind privat geführt. Viele davon sind innovativ, wachstumsstark und oft Marktführer:innen in spezialisierten Bereichen. Über die Börse sind solche Unternehmen für Privatkund:innen somit gar nicht zugänglich.
- Wachstumspotenzial außerhalb der Börsenschwankungen: Private Equity-Manager:innen arbeiten eng mit den Unternehmen zusammen und sind auch operativ eingebunden. Das Ziel ist eine Wertsteigerung über mehrere Jahre. Dadurch sind kurzfristige Marktschwankungen weniger relevant.
- Alternative Einkommensquelle durch Private Credit: Dabei wird, wie zuvor beschrieben, ein Kredit direkt an ein Unternehmen vergeben. Die Zinserträge können attraktiver sein als bei klassischen Unternehmensanleihen, weil kein Handel über die Börse stattfindet. Das bedeutet, die Anlage kann nicht jederzeit sofort verkauft werden. Für diese längere Bindung des Kapitals erhalten Anleger:innen eine sogenannte Liquiditätsprämie, also einen zusätzlichen Zins.
Welche Vorteile können Private Markets bieten?
Zugang zu Unternehmen, die an der Börse nicht verfügbar sind.
Chance auf langfristig attraktive Rendite, insbesondere durch die mögliche Wertentwicklung des Unternehmens.
Weniger kurzfristige Schwankungen als bei vielen börsennotierten Anlagen.
Portfolioergänzung zur breiteren Streuung. Private Markets entwickeln sich oft anders als Aktienmärkte.
Welche Risiken sollten Anleger:innen beachten?
Private Markets eignen sich nicht für alle Anleger:innen.
Begrenzte Verfügbarkeit: Ein- und Ausstieg sind in der Regel nur zu festgelegten Zeitpunkten möglich.
Längere Kapitalbindung: Laufzeiten von mehreren Jahren sind typisch und sollten zur persönlichen Planung passen.
Wertschwankungen und Verlustrisiko: Unternehmerische Risiken bleiben bestehen; Gewinne sind nicht garantiert und Verluste möglich.
Qualitätsunterschiede bei Anbieter:innen: Erfahrung, Strategie und Zugang zu geeigneten Unternehmen entscheiden wesentlich über den Erfolg.
Für wen können Private Markets sinnvoll sein?
Private Markets eignen sich besonders für Anleger:innen, die:
langfristig investieren möchten.
Ihr Portfolio breiter aufstellen wollen.
bereit sind, ihr Geld für längere Zeit anzulegen und kein Problem damit haben die Anlage nicht jederzeit verkaufen zu können.
über eine ausreichende Risikobereitschaft verfügen.
Für Kund:innen, die sich ausführlich informieren möchten, bieten wir im Private Banking individuelle Beratung zu Private Markets-Strategien an. Dabei steht immer im Vordergrund, ob und wenn ja in welchem Ausmaß diese Anlageklasse zur persönlichen Situation passt.
Klaus Strehle, Bereichsleiter Private Banking & Wealth Management Sparkasse OÖ
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Erschienen am: 16.4.2026
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