Marktbericht Jänner 2026

Im Frühjahr war nicht absehbar, wie gut das Börsenjahr 2025 laufen würde. Vor allem die geplanten Zölle des neuen US‑Präsidenten Trump sorgten bei vielen Anleger:innen für große Unsicherheit. Die Folge waren die stärksten Kursschwankungen seit Beginn der Corona‑Pandemie im Jahr 2020. Danach folgte jedoch eine der schnellsten Kurserholungen überhaupt. Besonders der US‑Markt schloss das dritte Jahr in Folge mit einem zweistelligen Plus ab.

 

Endlich mal deutsche Outperformance gegenüber US-Indizes

Für alle deutschen Investor:innen war das Jahr 2025 eine willkommene Abwechslung. Üblicherweise wachsen US‑Konzerne schneller und treiben die Kurse in New York stärker an als der deutsche Leitindex DAX. 2025 war es jedoch umgekehrt:  Der DAX konnte die US-Börsen, speziell den S&P 500 und Dow Jones auf Jahressicht klar schlagen, obwohl er im letzten Quartal eher seitwärts lief.

Gründe für diese Entwicklung:

  • Positive Effekte durch das geplante Investitionspaket der deutschen Regierung in Höhe von 500 Milliarden Euro in die Infrastruktur
  • Sehr starke Kursentwicklungen bei Banken, Rüstungsaktien und weiteren Indexschwergewichten
  • Zu Jahresbeginn waren deutsche Aktien im Vergleich zu amerikanischen Werten attraktiver bewertet

Im Sog des deutschen Aktienmarktes konnte insbesondere der österreichische Leitindex ATX profitieren und ging im unten angeführten Ranking mit einer Performance von rund 45 % klar als Sieger hervor. An der Wiener Börse waren Versicherer, Bauaktien und eben auch Bankentitel sehr gefragt. Mit einem starken Plus von 166 Prozent führte der Technologiekonzern AT&S die Gewinnerliste 2025 an.

Der ATX erreichte 2025 außerdem nach über 18 Jahren wieder ein ein neues Rekordhoch von rund 5.350 Punkten.

Die nachstehende Tabelle zeigt die indexierte Performance unterschiedlicher Indizes im Jahr 2025. So lässt sich auf einen Blick erkennen, welche Märkte besonders stark zugelegt haben und wie sich die Märkte im Jahresverlauf im Vergleich zueinander entwickelt haben.

Quelle: baha

Starke Erholung an den US‑Börsen

Die gute Entwicklung in Deutschland bedeutete nicht, dass die US‑Märkte schwach waren. Im Gegenteil: Wer im April in der Phase großer Unsicherheit nachkaufte, konnte stark profitieren. Die großen US‑Indizes erholten sich rasch, nachdem Präsident Trump bei seinen Zollplänen zurückruderte.

Im Fokus standen vor allem Technologieunternehmen, die vom anhaltenden KI‑Boom profitieren. Vor allem jene Unternehmen, welche die nötige Infrastruktur in Form von Rechenzentren und Speicher für die Entwicklung von KI-Tools bereitstellen.

Im Rampenlicht stand auch weiterhin der KI-Chip-Marktführer Nvidia. Im Herbst kamen jedoch Ängste vor einer möglichen KI‑Blase auf, und viele Technologieaktien gaben einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Einige Werte konnten sich gut halten – und auch Nvidia blieb trotz der Herbstkorrektur zuletzt bei einem Jahresplus von rund 23 %.

Die nachfolgende Darstellung zeigt die indexierte Entwicklung der wichtigsten US‑Indizes ab dem 8. April 2025. Alle Indizes starten dabei bei einem gemeinsamen Ausgangswert von 100. So wird sichtbar, wie stark sich die US‑Börsen nach dem Tief im April erholt haben und welche Indizes besonders dynamisch zugelegt haben.

Gold und Silber mit Rekordwerten

Edelmetalle entwickelten sich 2025 besonders stabil. Sowohl Gold als auch Silber erreichten Bestmarken und noch dazu mit einer Stetigkeit, welche Aktien zwischenzeitlich vermissen ließen.

Bis Ende März entwickelten sich die Preise von Gold und Silber fast parallel. Danach legte Gold stärker zu, weil viele Anleger:innen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten auf „sichere Häfen“ ausweichen. Silber wurde dagegen gemieden, da es auch stark in der Industrie genutzt wird und die Zölle für zusätzliche Unsicherheit sorgten. Zur Jahresmitte drehte sich das Bild jedoch: Silber überholte Gold und stieg anschließend überdurchschnittlich weiter an.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Preisentwicklung von Gold und Silber im Jahr 2025 in US‑Dollar:

Die Aussichten für die Edelmetalle bleiben unverändert positiv. Gründe dafür sind:

  • Hohe geopolitische Risiken in mehreren Regionen (Europa, Mittelamerika, Asien)
  • Prognose eines schwächeren US-Dollars
  • Starke Nachfrage der Notenbanken nach Gold
  • Positive Wirkung von Gold in der Portfoliodiversifikation. Das haben andere Assetklassen, wie beispielsweise Anleihen, nur in einem geringeren Ausmaß.

Uneinheitliches Wachstum in der Eurozone

Die Wirtschaft der Eurozone zeigte sich im zweiten Halbjahr 2025 überraschend robust. Das Wachstum wird sich auch im heurigen Jahr weiter fortsetzen. Auf Länderebene verzeichneten Frankreich und Spanien die höchsten Wachstumsraten, demgegenüber stagnierte die Wirtschaft in Deutschland und in Italien.

Unterstützend wirkt, dass der Arbeitsmarkt in der Eurozone weiterhin stabil ist, die Unsicherheit im Handelsstreit mit den USA nachgelassen hat und die EZB-Zinssenkungen zunehmend in der Realwirtschaft ankommen. 2026 ist darüber hinaus mit zusätzlichem Rückenwind durch die steigenden staatlichen Ausgaben, insbesondere in Deutschland, zu rechnen.

Für die EZB gib ist es somit derzeit keinen Grund, den Leitzins weiter abzusenken. Erste Group Research prognostiziert für 2026 ein Wachstum in der Eurozone von 1,0 %. Zusätzlich soll die Inflation 2026 auf 1,8 % weiter absinken. Vor allem die sinkende Inflation der Dienstleister könnte zu diesem Rückgang beitragen.

US-Wirtschaft weiterhin robust während Inflation anzieht

Die US‑Wirtschaft blieb 2025 stabil, unterstützt durch den KI‑Boom. Diese Konjunkturstütze kommt Präsident Trump sehr gelegen. Während er seinen entschlossenen Umbau des Landes fortsetzt, macht sich indes seine Politik teilweise auch negativ in der Wirtschaft bemerkbar. Die Zoll- und Migrationspolitik bremst das Arbeitskräftewachstum aus und treibt die Inflation. Für das laufende Jahr erwartet die Erste Group Research eine Teuerungsrate von 2,9 Prozent. Auch der private Konsum – traditionell die wichtigste Stütze der US-Wirtschaft – zeigte sich verhalten und blieb hinter den Erwartungen zurück. Trotz allem wird das Wachstum im heurigen Jahr weiter konstant bleiben.

Die US-Notenbank steht nach wie vor zwischen zwei Entwicklungen: Zum einen schwächt sich der Arbeitsmarkt weiter ab, während die Inflation wieder anzieht. Der Arbeitsmarkt bereitet der Notenbank derzeit größere Sorgen. Deshalb rechnet die Erste Group Research im laufenden Jahr mit zwei weiteren Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte.

Die nachfolgende Grafik zeigt die erwartete Zinsentwicklung für die Eurozone und die USA. 

Die nachfolgende Grafik zeigt eine aktuelle Wirtschaftsprognose mit Fokus auf zwei zentralen Indikatoren: BIP‑Prognose in Prozent und Inflations‑Prognosen in Prozent.

Für 2026 zeichnet sich ein erneut positives Börsenjahr ab

Für die meisten Sektoren wird auch im heurigen Jahr eine anhaltend gute Gewinnentwicklung erwartet, allen voran der Technologiesektor, welcher von der Verbreitung von KI-Anwendungen und entsprechenden Investitionen weiterhin profitiert.

Aber auch andere Branchen werden die positive Entwicklung aus dem letzten Jahr mitnehmen. Darunter etwa der Finanzsektor, Gesundheit und Industrie. Dies unterstrich auch die per 13.01.2026 startende Berichtsaison, bei welcher US-Bankentitel großteils erfreuliche Quartalszahlen lieferten.

Zudem wird die Konjunktur einem positiven Börsenjahr jedenfalls nicht im Wege stehen. In diesem Zusammenhang sehen die Analysten für Europa den Konjunkturpfad optimistischer als für die USA. Zusätzlich werden die Kapitalmärkte weiterhin von der geld- und fiskalpolitischen Unterstützung profitieren. Gleichzeitig sollte Anleger:innen (geo-)politische Risiken nicht außer Acht lassen. Wie 2025 könnten auch 2026 immer wieder stärkere Schwankungen auftreten.

Die folgenden Grafiken zeigen die Entwicklung zentraler Aktienmarktindizes sowie deren Prognosen bis Anfang 2026:

Arnold Kastler, Product Governance Sparkasse OÖ

Wichtige rechtliche Hinweise:

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Erschienen am: 22.01.2026

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