
Marktbericht April 2026
Ein sehr ereignisreiches erstes Quartal 2026 ging zu Ende. Zum einen war von Trumps „Make America Great Again“- Agenda an den Aktienmärkten nicht viel zu spüren: US-Aktien entwickelten sich volatil seitwärts, während die Leitindizes aus den Schwellenländern sowie aus dem europäischen Raum im Februar neue Allzeithochs erreichten.
Zum anderen beeinflusste der begonnene Krieg im Iran die Börsen im März. Entsprechend nervös verhielten sich die Märkte und schwankten zwischen der Sorge einer weiteren Eskalation und der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kampfhandlungen. Steigende Energiekosten, höhere Renditen und sinkende BIP-Prognosen lasteten letztendlich auf der Performance globaler Aktienindizes.
US-Aktien verloren im März in Lokalwährung rund 5 %. Dank des starken US-Dollars fiel der Rückgang für Euro-Anleger mit nur 2,5 % jedoch deutlich moderater aus. Außerhalb der USA waren die Verluste an den Aktienmärkten deutlich höher. So büßten beispielsweise europäische Aktien bis zum Börsenschluss am 31. März um mehr als 7,5 % innerhalb eines Monats ein.
Der Krieg im Iran setzte im März die Aktienmärkte unter Druck
Wertentwicklung ausgewählter Aktienindizes
Quelle: Berenberg, Bloomberg; Wertentwicklung in EUR skaliert auf 100
Friedenshoffnung treibt Märkte Anfang April
Anfang April kam es zu einer Gegenbewegung an den Börsen. Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe löste eine regelrechte „Friedensrally“ aus. Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete am 8. April mit einem Plus von gut 5 % seinen größten Tagesgewinn seit dem Jahr 2022. Die Aktienmärkte konnten innerhalb kürzester Zeit die März-Verluste großteils wieder aufholen, während der Ölpreis (Brent, USD) erneut unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel fiel.
Pakistan vermittelte zwischen den Konfliktparteien und der Iran präsentierte laut US-Präsident einen „umsetzbaren Zehn‑Punkte‑Friedensvorschlag“ als mögliche Basis für weiter Verhandlungen. Dennoch ist es noch deutlich zu früh für nachhaltige Entwarnung: Der Waffenstillstand ist fragil, die Straße von Hormuz bleibt weiterhin de facto geschlossen und wird zusätzlich seit Montag von den USA blockiert. Berichte aus der Region zeigen zudem, dass der Schiffsverkehr trotz Waffenstillstand auf einem Bruchteil des normalen Niveaus verharrt und somit der eigentliche Engpass beim Öl noch nicht beseitigt ist.
Iran-Krieg bedroht wichtige Lieferketten
DAX verbuchte sein größtes Tagesplus seit 2022
Tägliche Kursveränderung im Leitindes Dax
Goldpreis unter Druck trotz unsicherer geopolitischer Lage
Trotz der angespannten geopolitischen Lage zeigte sich der Goldpreis überraschend schwach. Nach dem rasanten Anstieg im Jänner kam es im weiteren Verlauf des Quartals zu einer starken Korrekturphase. Anfang April konnte sich das Edelmetall wieder etwas erholen und notiert aktuell bei rund 4.800 USD.
Üblicherweise profitiert Gold in Krisenzeiten von seiner Rolle als „sicherer Hafen“ und zieht im Falle von kriegerischen Auseinandersetzungen deutlich an. Dies war in jüngster Vergangenheit allerdings nicht der Fall, was unter anderem daran lag, dass sich das Edelmetall in den drei Jahren zuvor von Kursen im Bereich um 1.750 USD bis auf 5.500 USD im Januar mehr als verdreifacht hatte. Viele Investor:innen machten somit Kasse und nahmen dadurch deutliche Kursgewinne mit. Weitere Gründe für den starken Preisverfall waren die Befestigung des US-Dollars und die abnehmende Wahrscheinlichkeit von US-Zinssenkungen.
Die langfristigen Perspektiven für Gold bleiben trotz allem vielversprechend. Zahlreiche Einflussfaktoren, welche einen Preisanstieg begünstigen, sind weiterhin intakt. Vor allem die geopolitischen und die zuletzt gestiegenen wirtschaftlichen Risiken sind in diesem Fall hervorzuheben. Auch die höhere Volatilität der Aktienmärkte ist ein Aspekt, der die Notwendigkeit einer Portfoliodiversifikation deutlich macht.
1-Jahres Goldpreisentwicklung in USD
Wachstum in der Eurozone trotz aktueller Unsicherheiten
Die Wirtschaft der Eurozone wuchs im vierten Quartal 2025 solide um 0,2 %. Getragen wurde der Aufschwung vor allem vom privaten Konsum und steigenden Investitionen. Auf Länderebene stach Spanien mit einem kräftigen Wachstum von 0,8 % hervor, während Deutschland mit +0,3 % wieder in den Wachstumsmodus zurückkehrte.
Im heurigen Jahr wird der Konsum der Eurozone voraussichtlich von steigenden Reallöhnen sowie einem engen Arbeitsmarkt profitieren. Auch der Anstieg der Investitionen sollte sich dank der gesenkten Leitzinsen der EZB, in Verbindung mit fiskalischen Maßnahmen in Deutschland weiter fortsetzen.
Kurzfristig haben jedoch die Abwärtsrisiken für die Konjunktur, angesichts des Anstiegs der Energiepreise, zugenommen. Infolgedessen ist die Inflation in der Eurozone im März im Vorjahresvergleich von 1,9 % auf 2,5 % angestiegen. Erste Group Research rechnet allerdings im zweiten Quartal 2026 mit einer schrittweisen Entspannung der Lage an den Energiemärkten. Dadurch sollten sich die Verbraucherpreise wieder beruhigen und das Wirtschaftswachstum in der Eurozone nicht in Gefahr sein.
Der EZB-Rat ließ bei der März-Sitzung die Leitzinsen unverändert und sieht aktuell keine Notwendigkeit die Zinsen im heurigen Jahr anzuheben. Der geldpolitisch wichtigste Einlagezinssatz bleibt derzeit somit bei 2 %. Trotz allem hat der Krieg im Nahen Osten zu deutlich unsichereren Aussichten geführt und die Risiken für Leitzzinsanhebungen sind gestiegen.
US-Wachstum weiterhin schwach
In den USA deuteten die Daten für das vierte Quartal 2025 auf ein schwaches Wirtschaftswachstum hin. Der wochenlange Shutdown und die teilweise Stilllegung von Regierungsämtern belasteten die Konsumausgaben maßgeblich. Gleichzeitig zeigten die Investitionen, die öffentlichen Ausgaben und der Außenhandel eine schwache Entwicklung. Das erste Quartal 2026 hatte auf Basis monatlicher Indikatoren zwar eine Verbesserung erwarten lassen, der Ausbruch des Irankriegs und der damit verbundene Anstieg der Treibstoffpreise könnte sich aber negativ auf die Konsumnachfrage im Frühjahr auswirken und somit abermals zu einem schwachen Wachstum führen.
Demensprechend erwartet Erste Group Research für das zweite Quartal einen nur verhaltenen Aufschwung der US-Wirtschaft. Das Beschäftigungswachstum könnte aufgrund niedriger Netto-Migration sehr schwach bleiben und die relativ hohe Inflation wird weiter an der Kaufkraft - zumindest mancher Haushalte - nagen. Aufgrund der US-Zölle und höheren Treibstoffpreisen zeichnen sich aktuell keine signifikanten preisdämpfenden Faktoren in den USA ab. Die Verbraucherpreise stiegen im März um 3,3 % zum Vorjahresmonat, was wiederum den höchsten Wert in fast zwei Jahren ausmacht.
Trotz der derzeit unsicheren Lage bleibt die US-Notenbank zuversichtlich. Bei der jüngsten Sitzung des zinsentscheidenden Gremiums der US-Notenbank, wurde ein sehr positives Bild der US-Wirtschaft gezeichnet, wenn auch erst für 2027. Laut der jüngsten Umfrage unter den Sitzungsteilnehmern soll bis zum Ende des nächsten Jahres die Inflation sehr nahe an das Ziel von 2 % kommen, das Wirtschaftswachstum steigen und die Zinsen um einen halben Prozentpunkt sinken.
Zinsmärkte
Wirtschaft
Wie geht es nun weiter?
Auch wenn sich die Lage mit der zweiwöchigen Waffenruhe und den Friedensgesprächen entspannte, sind die politischen Hürden für eine dauerhafte Lösung hoch. Die Straße von Hormuz bleibt nach wie vor das beherrschende Thema am Verhandlungstisch, weshalb von einem nachhaltigen stabilen Frieden derzeit noch keine Rede sein kann. Aus diesem Grund ist auch kurzfristig weiterhin mit erhöhter Volatilität an den Märkten zu rechnen.
Mittelfristig sprechen jedoch mehrere Faktoren für eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends an den Aktienmärkten. Die globalen Gewinn- und Umsatzprognosen wurden von Analysten trotz des Abverkaufes an den Börsen im März und der unsicheren geopolitischen Lage bislang kaum nach unten korrigiert. So sind die Gewinnrevisionen für die meisten Länder nach wie vor positiv. Insbesondere in den USA ist im heurigen Jahr laut Konsensus-Forecast mit einem zweistelligen Gewinnwachstum von rund +16 % zu rechnen. Darüber hinaus lieferten die Großbanken JPMorgan und Goldman Sachs bei der aktuell beginnenden Berichtsaison hervorragende Q1 Zahlen, die Analystenerwartungen wurden regelrecht pulverisiert.
Auch die sinkenden Aktienbewertungen, welche man in den letzten Monaten beobachten konnte, haben sich im März weiter fortgesetzt. Mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von knapp unter 20 sind die Bewertungen der US-Leitindizes seit Oktober 2025 um mehr als 15 % gefallen. Auch europäische Aktien bekamen im März einen weiteren Dämpfer. Mit 14,9 handelt das KGV hiesiger Aktien nur noch leicht über dem historischen Durchschnitt.
In Summe spricht somit einiges dafür, dass der Aufwärtstrend der letzten Jahre an den Börsen weiterhin intakt bleibt.
US-Aktienbewertungen sind seit Oktober 2025 um mehr als 15 % gefallen
Arnold Kastler, Product Governance Sparkasse OÖ
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Erschienen am: 15.04.2026
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