Lohnt es sich in Europa zu investieren?

Erinnern wir uns ein Dreivierteljahr zurück. Damals, im Spätherbst des vergangenen Jahres, einem Jahr, in dem das europäische Selbstverständnis über Militär- und Energieversorgungssicherheit in ihren Grundfesten erschüttert und Jahrzehnte nach hinten katapultiert wurde, zogen dunkle Wolken über der heimischen Wirtschaft auf. Die Unsicherheit vor potenziellen Covid-Lockdowns aus den Vorjahren wich der Unsicherheit, wie lange die Gasversorgung durchhalten werde. Demzufolge spielten die Energiepreise an den Terminmärkten verrückt. Bei heimischen Stammtisch- und Fernsehrunden wurden Weltuntergangsszenarien an die Wand gemalt und die Frage, ob Europa in eine Rezession schlittern werde, war keine des Zeitpunktes, sondern der Tiefe. Entsprechend schlecht war auch die Stimmung an den Kapitalmärkten und zahlreiche Profis waren sich einig: „Winter is coming.“

Es kam wieder einmal anders als gedacht

Zu unser aller Wohl kam es aber dank milder Temperaturen, Energiesparmaßnahmen und der Erschließung alternativen Energiequellen bei Weitem nicht so schlimm wie befürchtet. Das Chaos am Energiemarkt blieb aus, Gas-Rationierungen konnten vermieden werden und die europäische Wirtschaft kam alles in allem recht gut durch den Winter.

Das ausgebliebene Schreckensszenario sorgte natürlich auch bei Anleger:innen für Freudenstimmung, was die heimischen Aktienmärkte in den letzten Monaten deutlich anspringen ließ. Beim Schreiben dieser Zeilen Anfang Juli notieren die Indizes der DACH-Region rund 31,50 % (DAX), 17,60 % (ATX) und 10 % (SMI) über ihren Tiefs von Ende September.

Die unterschiedliche Entwicklung der genannten Länderindizes hat viele Gründe. Neben der ausgebliebenen Energiekrise beflügelte den nahe seines Allzeithochs notierenden Deutschen Aktienindex DAX vor allem auch die Wiederöffnung Chinas (Abkehr von der „Zero-Covid-Politik“). Davon konnten auch die heimischen Unternehmen profitieren, jedoch drückte die Bankenkrise (Stichwort: Credit Suisse) bei uns stärker auf den Schuh. Dasselbe gilt für den Schweizer Markt (SMI), der zudem wegen seiner defensiven Struktur weniger stark von der überraschend starken globalen Wirtschaft profitieren konnte.

Bewertungen in Europa attraktiv

Trotz der zuletzt beobachteten positiven Entwicklung sind die hiesigen Aktienmärkte attraktiv bewertet, vor allem dann, wenn sie mit jenen der USA verglichen werden. Beispielsweise weist der ATX auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) – einer häufig eingesetzten Bewertungskennzahl – für das Jahr 2023 einen Wert von 7,1 bzw. für 2024 von 6,7 auf. Das ist ein signifikanter Abschlag gegenüber den US-Pendants (z. B. S&P 500 Index KGV von rund 20). Eine Bewertungslücke zwischen diesen beiden Märkten ist im historischen Kontext zwar üblich, die Höhe erscheint jedoch schon abenteuerlich. Auch der deutsche Aktienindex notiert mit einem Wert von 11 auf Basis des KGV nur unwesentlich teurer als der österreichische und spürbar unter seinem Durchschnitt von etwa 15 (Anmerkung: Quellen Erste Group Research bzw. Bloomberg).

Die höhere Bewertung von US-Aktien wird aktuell stark durch den Hype über künstliche Intelligenz (KI) befeuert. Apple beispielsweise liebäugelt in diesen Tagen mit einer

Bewertung von unglaublichen drei Billionen US-Dollar. Damit ist der Apfel-Konzern aus Cupertino mehr als doppelt so viel wert wie der DAX und somit die 40 größten börsennotierten Konzerne in Deutschland zusammen. Der Fokus der weltweiten Anleger:innen liegt zur Stunde auf technologielastigen, potenziellen KI-Profiteuren. Das wiederum ermöglicht mittel- und langfristig Opportunitäten für Anleger:innen, die abseits der „Big Tech-Unternehmen“ auf der Suche nach Qualitätsunternehmen zu vernünftigen Preisen sind. Diese Marktteilnehmer:innen könnten momentan in der DACH-Region fündig werden. Zumal auch die heimische Wirtschaft von den Entwicklungen rund um die künstliche Intelligenz in puncto Automatisierung, Digitalisierung & Co. perspektivisch spürbar profitieren dürfte.

s RegionenFonds – eine mögliche Variante für ein DACH-Investment

Eine sinnvolle und aktuell interessante Möglichkeit für Anleger:innen, sich breit gestreut an der heimischen Wirtschaft zu beteiligen, ist der s RegionenFonds. Das Fondsmanagement veranlagt das Fondsvermögen in etwa zu gleichen Teilen in Anleihen bzw. Aktien. Neben der bereits erwähnten, relativ günstigen Aktienbewertungen zeigt sich vor allem auch das Anleihesegment wieder von seiner attraktiven Seite.

Nach einer jahrelangen Zinswüste können Anleihefondsmanager wieder aus dem Vollen schöpfen. Der rekordschnelle Zinsanstieg der letzten Monate führte zwar zu schmerzvollen Kursverlusten bei bestehenden Zinspapieren, jedoch stiegen im Umkehrschluss die Renditen jener entsprechend nach oben. Das ist eine finanzmathematische Notwendigkeit, welche mit Blick nach vorne das Erzielen attraktiver Erträge bei überschaubaren Laufzeiten im Anleihesegment ermöglicht. Entsprechend weist der Rentenbaustein des Fonds mit einer breiten Streuung auf rund 100 verschiedene Unternehmensanleihen eine Rendite von knapp 5 % p. a. auf.

Selbstverständlich existieren für die heimische Wirtschaft und ergo auch für den s RegionenFonds trotz der attraktiven Rahmenbedingungen verschiedene Risiken wie etwa das Markt- oder Zinsrisiko. Die Inkaufnahme kalkulierter Risiken gehört allerdings zur Geldanlage dazu, da ohne diese Bereitschaft kein Mehrertrag möglich ist. Zu den Chancen und Risiken - und wie man diese handhaben kann - informiert Sie gerne Ihr:e Betreuer:in .

Stefan Gerstmayr, Sparkasse OÖ Kapitalanlagegesellschaft

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