
Warum Börsengänge interessant und dennoch mit Vorsicht zu genießen sind
Börsengänge faszinieren. Sie stehen für Wachstum, Visionen und oft auch für große Unternehmensgeschichten. Beispiele wie TKMS, ARM Holdings, Birkenstock und viele weitere Börsengänge haben in den letzten Jahren für viel Aufmerksamkeit an den Kapitalmärkten gesorgt.
Auffällig dabei: Die USA dominieren. Sowohl bei der Anzahl als auch beim Volumen der Börsengänge. Doch unabhängig vom Markt stellt sich immer dieselbe Kernfrage:
„Warum geht ein Unternehmen überhaupt an die Börse?“
Warum Unternehmen an die Börse gehen
Der wichtigste Grund für einen Börsengang – auch IPOs (Initial Public Offerings) genannt – ist klar: Kapitalbeschaffung.
Unternehmen können sich auf unterschiedliche Arten finanzieren – zum Beispiel über Kredite, über Anleihen oder über einen Börsengang.
Ein Börsengang ermöglicht:
Mehr Eigenkapital ohne verpflichtende Rückzahlung
Eine breitere Investorenbasis
Höhere Bekanntheit und Reputation
Oft professionellere Strukturen im Unternehmen
Doch er ist kein Selbstläufer – und schon gar keine Erfolgsgarantie.
Wann ist ein Börsengang erfolgreich?
Viele glauben, ein Börsengang ist dann erfolgreich, wenn der Aktienkurs am ersten Tag steigt. Das ist jedoch zu kurz gedacht.
Ein Börsengang ist dann gelungen, wenn:
die Bewertung realistisch war
das Unternehmen langfristig gut arbeitet
Vertrauen bei Investor:innen nachhaltig aufgebaut und gehalten wird.
Selbst strenge Prüfungen und Offenlegungspflichten schützen nicht vor Enttäuschungen. Gründe für Kursrückgänge sind oft nicht schlechte Unternehmenszahlen, sondern zu hohe Erwartungen oder ein schwieriges Marktumfeld.
SPACs: Eine alternative Form des Börsengangs
Neben klassischen Börsengängen haben sich in den letzten Jahren sogenannte SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) etabliert. Dabei handelt es sich um bereits börsennotierte Firmen, die nur einen Zweck haben: Geld einzusammeln und später ein anderes Unternehmen zu übernehmen. Dieses übernommene Unternehmen gelangt damit schneller an die Börse.
Warum entscheiden sich Unternehmen für diesen Weg?
Der Prozess ist schneller und oft günstiger
Es gibt weniger formale Anforderungen
Das Unternehmen erhält rascher neues Kapital
Diese Variante wird vor allem von Unternehmen genutzt, die stark wachsen möchten, aber noch nicht lange am Markt sind. Doch genau hier liegt der Haken: Hohes Wachstum bedeutet auch hohes Risiko.
Viele Börsengänge über eine Mantelgesellschaft basierten weniger auf belastbaren Zahlen als auf Zukunftsversprechen – und genau diese haben sich oft nicht erfüllt.
Beispiele dafür sind:
Virgin Galactic: rund –99 % seit dem Börsengang
Lordstown Motors: rund –99 % seit dem Börsengang
Hier lag das Problem nicht an der Methode selbst, sondern an zu großen Erwartungen.
2026 – Ein spannendes Jahr für Börsengänge
Für das Jahr 2026 werden weltweit mehrere mögliche große Börsengänge erwartet:
SpaceX – 1,5 Billionen Dollar
OpenAI – 500 Milliarden Dollar
ByteDance – 480 Milliarden Dollar
Anthropic – 183 Milliarden Dollar
Solche Unternehmen könnten viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Fazit: Börsengänge bieten Chancen – aber keine Garantien
Börsengänge sind ein zentraler Bestandteil funktionierender Kapitalmärkte. Sie ermöglichen Wachstum, Innovation und Beteiligung.
Für Anleger:innen gilt jedoch: Ein Börsengang ist kein automatisches Qualitätssiegel. Entscheidend ist, wie sich das Unternehmen in den Jahren danach entwickelt. Geduld und realistische Erwartungen sind wichtig.
Warren Buffett bringt es in einem bekannten Zitat gut auf den Punkt: „The one big thing to remember about IPOs is that they are run for the benefit of the sellers, not the buyers.“
Das bedeutet: Die beste Chance für Anleger:innen entsteht oft erst nach dem Börsengang, wenn sich das Unternehmen am Markt bewährt.
Alen Obic, Sparkasse OÖ Kapitalanlagegesellschaft
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Erschienen am: 22.1.2026
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