Das Sparverhalten der Niederösterreicher:innen
Integral hat 1.000 in Österreich lebende Personen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren) mittels telefonischen und Online-Interviews nach ihren geplanten Spar- und Anlageformen gefragt.
Die Befragung fand im 2. Quartal 2024 im Zeitraum von 12. bis 25. Juni 2024 statt. Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Zahlen aus dem gleichen Quartal des Vorjahres. Der Landesverband der NÖ Sparkassen präsentiert im folgenden Text, die genauen Studienergebnisse für Niederösterreich.
Die Bedeutung des Sparens und die Sparziele der Niederösterreicher:innen
- Die Bedeutung des Sparens liegt 2024 mit 82 Prozent (+5ppt) nahezu auf dem gleichen Niveau wie in Gesamtösterreich (81 %).
- Der durchschnittliche monatliche Sparbetrag stieg von 2014 bis 2021 kontinuierlich an. Ausgelöst durch die Coronapandemie und die darauffolgende Wirtschaftskrise ging das monatliche Sparvolumen der Niederösterreicher:innen im Jahr 2022 zurück. Nach einem Anstieg im vergangenen Jahr zeigt die aktuelle Studie nun jedoch erneut eine Senkung von 33 Euro und liegt damit bei 272 Euro und somit unter dem Niveau des Bundesschnitts von 308 Euro. Österreichweit wurde beobachtet, dass dank der gestiegenen Zinsen im 3. Quartal 2023 60 Prozent der Österreicher:innen, im 4. Quartal 2023 und 1. Quartal 2024 sogar 61 Prozent das Sparbuch als Sparklassiker nutzten. Aufgrund der jüngsten Zinssenkungen hat sich diese Entwicklung wieder geändert.
- Als persönliches Sparziel wird in Niederösterreich zuerst das „Sparen für Notfälle“ (86 %) genannt. Gespart wird aber auch zur „finanziellen Absicherung und Vorsorge“ (65 %) und „damit man sich später etwas leisten kann“ (70 %).
- Die Zufriedenheit der Sparenden mit dem Sparbetrag nahm 2024 erneut ab und liegt in Niederösterreich aktuell mit 34 Prozent (österreichweit mit 39 %) auf dem niedrigsten Niveau bisher.
Sparformen und Informationsverhalten
- Das Sparbuch bzw. das Sparkonto ist mit 80 Prozent nach wie vor die mit Abstand beliebteste Sparform in Niederösterreich. Erst nach deutlichem Abstand folgen Lebensversicherung bzw. Kapitalversicherung (51 %) sowie das Bausparen (47 %), danach folgen Sparen am Girokonto (46 %), Wertpapiere (35 %), staatlich geförderte Pensionsversicherungen (33 %), Immobilien als Altersvorsorge (23 %), Gold/Edelmetalle (23 %) und Kryptowährung (5 %).
- Von 66 Prozent der Niederösterreicher:innen werden Bankberater:innen als Informationsquellen bei Beratung zu Finanzthemen herangezogen. Nach einem Abstand folgen die Familie & Freund:innen (53 %), unabhängige Finanzberater:innen (34 %) sowie Websites zum Thema „Investieren“ (30 %)
- Rund 8 von 10 Niederösterreicher:innen sind sehr (44 %) oder eher (34 %) sicherheitsbetonte Sparende.
Persönlicher Wissensstand über Wirtschafts- und Finanzthemen
- Der persönliche Wissensstand über Wirtschafts- und Finanzthemen der Niederösterreicher:innen ist – nach eigener Einschätzung – seit dem letzten Jahr im Durchschnitt nahezu unverändert und liegt mit der Note 2,9 (- 0,1 pp.) damit minimal über dem Niveau von Gesamtösterreich (Note 3,0). Mit nur 5 Prozent (6 % für Gesamtösterreich) gibt sich nur eine sehr kleine Gruppe der Niederösterreicher:innen die Note 1. Ebenso 5 Prozent geben sich gleichzeitig mit 'Nicht genügend' die schlechteste Bewertungs-Note (6 % für Gesamtösterreich).
- Aus Sicht der Niederösterreicher:innen spielen Eltern und Erziehungsberechtigte (83 %) gemeinsam mit Banken und Sparkassen (82 %) die wichtigste Rolle bei der Vermittlung von Wissen im Bereich von Wirtschafts- und Finanzthemen. Daneben spielen auch Pflicht- und weiterführende Schulen mit 70 Prozent eine Rolle, ebenso die Sozialpartner wie
- Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer (65 %). Die Universitäten und Fachhochschulen folgen mit Abstand mit 56 Prozent, Politik und Regierung mit 53 Prozent. Dahinter rangieren die Medien (46 %) und einschlägige Webseiten und Social-Media-Kanäle (41 %). Die Reihenfolge der Institutionen in Gesamtösterreich unterscheidet sich dabei minimal.
Einstellung zum Weltspartag
- 6 von 10 Niederösterreicher:innen betrachten den Weltspartag als Ereignis für „Alt und Jung“ (60 %), etwa die Hälfte sieht diesen als veraltet an (52 %). Dem stehen die Hälfte der Niederösterreicher:innen gegenüber, die an die Bedeutung des Sparens erinnert (50 %). 46 Prozent der Niederösterreicher:innen sehen den Weltspartag als „nur etwas für Kinder“ an.
Persönliche Finanzgebarung
- Über die Hälfte der Niederösterreicher:innen (59 %) überlegt bei zu tätigenden Ausgaben.
- 74 Prozent der Niederösterreicher:innen geben an, das persönliche Budget sehr genau zu planen, 3 Prozent planen überhaupt nicht. 12 Prozent geben an, „mal so und mal so“ zu agieren. Das spiegelt im Wesentlichen die bundesweiten Ergebnisse wider, wenngleich der Anteil der Österreicher:innen, der sehr genau plant, mit 64 Prozent geringer ist als in Niederösterreich.
- 24 Prozent der Niederösterreicher:innen nutzen unter anderem den generellen Überblick im Online-Banking, 18 Prozent verwenden unter anderem Excel-Listen für Ein- und Ausgaben und 14 Prozent führen ein Haushaltsbuch. Spezielle Finanzmanager (7 %) bzw. Apps (7 %) werden weniger häufig genutzt.
- Nahezu alle Niederösterreicher:innen sind der Meinung, dass man Kindern Sparen von Anfang an beibringen sollte (95 %), dass jeder Mensch einen finanziellen Polster zur Verfügung haben sollte (93 %), sowie dass Sparen Sicherheit gibt (89 %) und auch mit kleinen Beträgen Sinn macht (89 %). Dies ist nahezu deckungsgleich mit den bundesweiten Ergebnissen.
Wertpapiere im Fokus
- 14 Prozent der Niederösterreicher:innen attestieren sich einen sehr guten bzw. guten Wissensstand über Wertpapiere, dem stehen etwa die Hälfte der Niederösterreicher:innen gegenüber, die sich einen genügenden bzw. nicht genügenden Wissensstand über Wertpapiere attestieren. D.h. mit einem Notendurchschnitt von 3,6 attestieren sich die Niederösterreicher:innen einen geringen Wissensstand bei Wertpapieren.
- Ein überwiegender Teil der Niederösterreicher:innen erachtet es als unbedingt (41 %) bzw. ziemlich (44 %) notwendig, sich vor einer Wertpapier-Investition beraten zu lassen. In Gesamtösterreich zeigt sich ein nahezu deckungsgleiches Bild.
- Mehr als ein Drittel der Niederösterreicher:innen (38 %) sieht Wertpapiere als Möglichkeit, Geld zu verdienen. Demgegenüber stehen 44 Prozent der Niederösterreicher:innen, die Wertpapiere mit „Geld verlieren“ assoziieren. 26 Prozent sehen auch eine Altersvorsorge darin, nahezu ebenso viele schreiben Wertpapieren eine immer größer werdende Bedeutung zu (22 %). Gleichsam werden aber auch sie von knapp einem Drittel als „schwierig zu verstehen“ (35 %) eingestuft und nahezu die Hälfte sieht Wertpapiere als „nur etwas für Risikofreudige“ (46 %) an.
- Wie auch in Gesamtösterreich sind Aktien (24 %) und Investmentfonds (20 %) in Niederösterreich zur Wertpapiernutzung am beliebtesten.

Foto v.l.n.r.: VDir. Manfred Wunsch, Obmann-Stellvertreter des Landesverbandes der NÖ Sparkassen VDir. Mag. Helge Haslinger, MBA MA, Obmann-Stellvertreter des Landesverbandes der NÖ Sparkassen VDir. Dr. Peter Prober, Obmann des Landesverbandes der NÖ Sparkassen VDir. Hansjörg Henneis, Obmann-Stellvertreter des Landesverbandes der NÖ Sparkassen

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