Studie: Corona dämpft Zukunftserwartung aber nicht den Vorsorgewillen 

  •  74 Prozent haben geplante Vorsorgemaßnahmen nicht verschoben
  •  Sieben von zehn Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher nicht von   finanziellen Einbußen durch Corona betroffen
  •  Für deutlich mehr als die Hälfte spielt Nachhaltigkeit in der Vorsorge eine wichtige   Rolle

Die Corona Krise hat auch in Niederösterreich ihre Spuren hinterlassen und neben den gesundheitlichen Risiken, vielerorts zu Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Unternehmensschließungen geführt. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Umfrage von IMAS Austria, im Auftrag von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische, inwieweit sich die wirtschaftliche und gesundheitliche Gefahrensituation auf das Leben und die Vorsorgestimmung der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher auswirkt.
 

Für die kommenden Monate zeichnen die Befragten in Niederösterreich ein eher pessimistisches Bild: 64 % gehen von einer allgemeinen Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse und Lebensqualität der Menschen aus. Zwei Drittel sind davon überzeugt, dass sich unser Alltag – also die Art wie wir denken, leben, einkaufen oder arbeiten – nach der Corona Krise stark verändern wird. Und: Mehr als die Hälfte der Befragten in Niederösterreich (59 %) haben bereits darüber nachgedacht, ihren Lebensstandard zu ändern und Einsparungen im Bereich des täglichen Lebens vorzunehmen.
Manfred Bartalszky, Vorstand der Wiener Städtischen und verantwortlich für den Bankenvertrieb Marke s Versicherung: „Zeitlich begrenzte Einsparungen bei Konsum, Kino- oder Restaurantbesuchen ist die eine Sache. Die finanzielle Vorsorge jedoch ist ein Langzeitprojekt, vergleichbar mit einem Marathon. Manche Kilometer fallen einem leicht, andere echt schwer. In Zeiten einer Krise heißt es daher durchhalten und sich vor Augen zu führen, dass sich das am Ende bezahlt macht. Und: Denjenigen, die noch über eine private Vorsorge nachdenken darf ich eines sagen – je früher Sie damit starten, umso vorteilhafter und ertragreicher ist es für Sie“.
 

Corona kaum Einfluss auf Vorsorgeverhalten
 

Danach befragt, wie stark man selbst oder Personen im eigenen Haushalt aufgrund der Corona Krise von finanziellen Einbußen durch beispielsweise Kurzarbeit, Jobverlust oder Umsatzrückgängen betroffen sind, antworten 71 Prozent in Niederösterreich mit „eher nicht“ bzw. „überhaupt nicht stark betroffen“. Helge Haslinger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Niederösterreich Mitte West und Obmann Stv. des Landesverbandes der Niederösterreichischen Sparkassen: „Demzufolge geben auch 74 Prozent an, vor der Krise geplante Vorsorgemaßnahmen auch tatsächlich getätigt zu haben. 17 Prozent haben dies auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das ist natürlich legitim, aus den Augen verlieren sollte man die finanzielle Vorsorge aber keinesfalls.“ Die Corona Krise hat das Vorsorgeverhalten der Menschen aber generell nicht stark verändert.

65 Prozent haben gleich viel Geld in ihre private Pensions- und Gesundheitsvorsorge investiert. 25 Prozent geben an weniger und 7 Prozent meinen mehr Geld zur Seite gelegt zu haben.


Mit staatlicher Pension alleine wird es knapp
 

Apropos Pension: Wenn die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher an die eigene staatliche Pension denken, glauben lediglich 39 Prozent daran, dass es diese in der heutigen Form bis zu ihrem eigenen Pensionsantritt noch geben kann. „Viele sind daher der Überzeugung, dass sie hinkünftig tendenziell mehr private ergänzende Vorsorge für den Lebensabend treffen werden müssen. Eine durchaus realistische Einschätzung bedenkt man, dass neben den demographischen Veränderungen nun auch noch die steigende Staatsverschuldung aufgrund der Corona Krise das Budget zusätzlich belastet“, meint dazu Bartalszky. Eine überwiegend zurückhaltende Einschätzung wird auch in punkto gleichbleibenden Lebensstandards – alleine durch die staatliche Pension – abgegeben: Sieben von zehn Befragte im Bundesland (71 %) glauben nicht, dass sich das ausgehen kann, was auch die hohe Bedeutung der privaten finanziellen Vorsorge erklärt.

 

Vorsorgemotive klar definiert
 

Die Bedeutung der finanziellen Vorsorge ist für acht von zehn befragten Menschen in Niederösterreich (82 %) gerade in Krisenzeiten hoch, was sich auch im Trendvergleich zeigt. Demzufolge werden österreichweit im Schnitt 161 Euro im Monat für die private Pensions- und Gesundheitsvorsorge investiert. Männer legen dabei durchschnittlich 204 Euro und Frauen 110 Euro monatlich zur Seite. Unter den Top-Vorsorgethemen in Niederösterreich, also jenen Lebensbereichen, für die man jedenfalls gerne bereit ist, privat ergänzend vorzusorgen, stehen zwei Themen ganz klar im Fokus: Die eigene Pension (67 %) und die Familie (66 %). Überraschend: Erst an dritter Stelle kommt das Thema Gesundheit (59 %), gefolgt von kurzfristig verfügbaren finanziellen Reserven (51 %). Spontan befragt, was unter finanzieller Vorsorge verstanden wird, nennt deutlich mehr als ein Drittel (38 %) das Sparen bzw. die Schaffung finanzieller Rücklagen. Auf Platz 2 mit 25 Prozent der Nennungen schafft es die Pensions- und Altersvorsorge, gefolgt von der Lebensversicherung mit 14 Prozent sowie Fonds, Wertpapieren oder Aktien mit immerhin 11 Prozent.
 

Anlage-Klassiker auch in der Krise gefragt
 

Die Top 3-Vorsorgeprodukte der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sind Sparbücher bzw. Sparkarten (59 %), gefolgt von der Lebensversicherung (42 %) und dem Bausparvertrag (42 %). Aber auch Investitionen am Kapitalmarkt sind attraktiv: Immerhin setzen bereits 23 Prozent auf Fondssparpläne und 17 Prozent auf Wertpapiere. Haslinger: „Eine vernünftige Vorsorgestrategie beruht immer auf einem gut diversifizierten Portfolio. Auch wenn Sicherheit bzw. ein geringes Risiko in Niederösterreich immer noch im Vordergrund stehen, sorgen in Niedrigzinszeiten Wertpapiere für Rendite. Das ist umso wichtiger zu wissen, weil sich die Zinssituation auch noch länger nicht verändern dürfte.“ Zusätzlich gewinnt nachhaltige Geldanlage immer mehr an Bedeutung: So geben bereits deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (58 %) an, dass ihnen Nachhaltigkeit bei der persönlichen Vorsorge bzw. Veranlagung sehr bzw. eher wichtig ist. Vier von zehn Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer (39 %) sind außerdem überzeugt, dass der Nachhaltigkeitsgedanke im Finanzbereich in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen wird – eine durchaus positive Entwicklung im Anlageverhalten der Menschen in Niederösterreich.

 

Zur Studie: s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-Befragung zum Thema „Vorsorge in Zeiten von Corona? Wie die Österreicherinnen und Österreicher in der Pandemie vorsorgen“. Ende 2020 beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen zum Einfluss der Corona Krise auf Spar- und Vorsorgethemen, den Corona bedingten Veränderungen im täglichen Leben sowie die Zukunftserwartungen nach Corona. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren.

 

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Die WIENER STÄDTISCHE Versicherung ist die größte Einzelgesellschaft des internationalen Versicherungskonzerns VIENNA INSURANCE GROUP AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG) mit Sitz in Wien und ist mit neun Landesdirektionen, 130 Geschäftsstellen und rund 4.000 Mitarbeitern präsent. Weiters verfügt das Unternehmen über Zweigniederlassungen in Italien und Slowenien. Die WIENER STÄDTISCHE Versicherung ist ein innovativer und verlässlicher Partner für sämtliche Kundenbedürfnisse sowohl in privaten Lebenssituationen als auch im Gewerbe- und Firmenkundenbereich.

Paul Eiselsberg, Studienautor IMAS International

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Manfred Bartalszky, Bankenvertrieb Team s Versicherung

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Helge Haslinger, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Niederösterreich Mitte West und Obmann Stellvertreter Landesverband der Niederösterreichischen Sparkassen

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