
Tenor Gregor Reinhold

Sopran Leonie Paulus, Fotos: Academia/Dabernig
Academia Vocalis: Abschlusskonzert OPER der Meisterklasse Hanser in Kufstein
In diesem heurigen, voll gebuchten Meisterkurs Opern- & Operninterpretation trafen sich 14 ausgewählte SängerInnen aus 2 Kontinenten (Europa & Asien), die ein großes Zukunftspotential versprechen. So handelt es sich nicht um „absolute Beginner“, sondern um SängerInnen, die schon fortgeschritten sind in ihrer künstlerischen Entwicklung und sich in dieser Meisterklasse einiges an zusätzlichem Know-how erarbeiteten.
/GM) Nach einer Woche harter Arbeit konnte man ein Abschlusskonzert des Opern- & Operninterpretations-Meisterkurs mit außergewöhnlich hoher musikalischer Qualität mit großen, unverbrauchten Stimmen genießen. Univ.-Prof. Karlheinz und Verena Hanser (Dekan der mdw Wien), der Zampano der europäischen Gesangspädagogen und ihm zur Seite Univ.-Prof. Tobias Truniger (Leiter des Opernstudios der Staatsoper München & an der dortigen Universität Professor) leisteten hier ganze Arbeit und dieser besondere Abend war von großem Erfolg gekrönt. Das Konzert 14.8. in Kufstein wurden allesamt großartig von den TeilnehmerInnen stimmlich in Szene gesetzt.
Alle TeilnehmerInnen überzeugten gekonnt mit ihren schönen Stimmen und Arien wie zum Beispiel mit Mozart‘s Zauberflöte mit der Arie des Sarastro „O Isis und Osiris“, prachtvoll gesungen vom Berliner Bass Karim Mayer (Student der UdK Berlin) oder Elise Kliesow, Sopran – ebenfalls aus Berlin, die die Arie des Ännchen aus Der Freischütz von C.M. v. Weber vollendet in Szene setzte.
Besonders hervorzuheben an diesem speziellen Abend ist der junge Leipziger Tenor Gregor Reinhold, der im ersten Teil perfekt und fließend schön Johannes Brahms‘ Mainacht (op. 43(1) und im zweiten Teil die Arie des Mylio aus Le roi d’Ys von Eduardo Laló mit seiner wunderbaren Tenorstimme und mit hervorragender textlicher Artikulation und in sängerischem hohen Niveau interpretierte. Dieser junge Künstler wird sein Masterstudium nunmehr bei Dekan Prof. Hanser in Wien beginnen und wohl auch dort beenden. Von dieser schönen Tenorstimme wird zukünftig noch viel Schönes zu hören sein.
Leonie Paulus, Sopran aus Salzburg reüssierte mit zwei G. Puccini Arien, der Liù aus Turandot gleichwohl wie am Ende dieses zauberhaften Abends mit La Bohème mit der Arie der Mimi „Si, mi chiamano Mimi“ in technischer Höchstform und mitreißend gesungen.
Aber die absolute Überraschung des Abends war wohl der blutjunge Bass Aaron Selig (21 Jahre – UdK Berlin), der in „Gänsehautmanier“ die Arie des Sarastro „In diesen heil’gen Hallen“ aus Mozart’s Zauberflöte sang. Riesen Stimme und hoch perfekt professionell, trotz seiner Jugend! Mitreißend auch seine Arie des Morosus „Wie schön ist doch die Musik“ von R. Strauss‘ Oper Die Frau ohne Schatten. Es war berührend schön und ließ nicht nur das Auditorium aufhorchen. Vielleicht hören wir diesen jungen Ausnahmebass mit großem internationalen Karrierepotential nächstes Jahr wieder im Rahmen der Academia – und zwar als Preisträger? Sehr möglich wär’s.