Studie zum Weltfrauentag: Die Finanzrealität der Frauen und ihr Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit
- Jede vierte Frau auf finanzielle Unterstützung angewiesen
- Inflation schränkt Frauen stärker ein
- „She invests“ fördert finanzielle Unabhängigkeit
Die Finanz-Realität der Frau – sie bleibt auch weiterhin trist. So verdienten im abgelaufenen Jahr Frauen in Vollzeit im Schnitt um 16,9 Prozent1 weniger als ihr männlicher Gegenpart. Anders betrachtet heißt das, dass jede Frau 62 Tage pro Jahr2 unbezahlt arbeitet – oder jedes ganze 6. Jahr3. Auch in Zeiten von Homeoffice gehen Frauen weiterhin öfters in Teilzeit (Frauen: 49,6% vs. Männer: 11,6%). Das bedeutet nicht nur kurzfristig ein geringeres Einkommen, sondern auch langfristig eine geringere Pension. So sind 26 Prozent aller Frauen dem Risiko der Altersarmut ausgesetzt. Dass sich Frauen dieser Tatsache jedoch bewusst sind und etwas dagegen tun wollen, zeigt die aktuelle IMAS-Studie von Erste Bank und Sparkassen anlässlich des Weltfrauentags am 8. März.
Finanzielle Unabhängikeit stärker im Blick
Dass den Frauen in Österreich diese Lage bewusst ist und sie etwas dagegen tun wollen, zeigt ein Trend in den Studienergebnissen der letzten Jahre, denn der Stellenwert der finanziellen Unabhängigkeit ist für Frauen in den letzten Jahren signifikant gestiegen. So geben 84 Prozent der Frauen an, dass es ihnen „sehr wichtig“ sei, von anderen Personen finanziell unabhängig zu sein. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag dieser Wert noch bei 63 Prozent. Dass der Status der finanziellen Unabhängigkeit für viele Frauen jedoch noch weit entfernt ist, zeigt eine andere Zahl der IMAS-Studie: Jede vierte Frau gibt an, finanziell von der Familie abhängig zu sein, während es bei den Männern nur 12 Prozent sind.
Ursächlich dafür sind neben Gender Pay Gap, Teilzeitquote, Karenzzeiten und Co. auch Nachholbedarf beim Interesse und der Informiertheit in Sachen Finanzthemen. Während sich fast die Hälfte der Männer (46%) dafür „sehr“ oder „eher“ interessieren, sind es bei den Frauen lediglich 35 Prozent. Im Vergleich fühlen sich Männer auch deutlich häufiger (49%) gut über Finanzthemen informiert. Frauen sind hier in der Eigenbewertung deutlich kritischer, denn nur 36 Prozent fühlen sich zumindest „gut“ informiert.
Frauen vorsichtiger in der Veranlagung
Der Sicherheitsaspekt beim Sparen steht für Frauen (92%) deutlich mehr im Fokus als bei ihrem männlichen Gegenpart (81%). Das zeigen auch Produktzahlen von Erste Bank und Sparkassen: Frauen setzen im Vergleich zu Männern auf das Sparbuch (Frauenanteil: 52,4%) und Bausparer (53,6%) und haben seltener ein Wertpapierdepot (47%) oder einen Investmentplan (45,3%).
Zum Studiendesign: Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Meinungsforschungsinsitut IMAS für folgende Umfrage: In der, von 05. bis 22. Dezember 2022 und 02. bis 09. Jänner 2023, durchgeführten Telefon-Befragung wurden die geschlechtsspezifischen Unterschiede rund um Finanzthemen erhoben. Insgesamt wurden 1.350 Interviews in ganz Österreich durchgeführt. Pro Bundesland wurden 150 Personen befragt. Für die Gesamtbetrachtung wurden die Bundesländerergebnisse entsprechend ihrer Größe gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.