Sparstudie 2026:

Das Sparbuch bleibt, die Wertpapiere kommen

  • Hoher Stellenwert des Sparens: 80 Prozent halten Sparen für sehr oder ziemlich wichtig
  • Monatlicher Sparbetrag sinkt auf 284 Euro, nur noch 31 Prozent sind damit zufrieden
  • Wertpapiere überholen das Bausparen: 38 Prozent nutzen Wertpapiere, nur noch 33 Prozent einen Bausparer


Sparen hat in Österreich Tradition, aber die Art des Sparens verändert sich. Die aktuelle Sparstudie von Erste Bank und Sparkassen zeigt, wie die Kärntnerinnen und Kärntner heute sparen, wo ihr Erspartes liegt und wie sie Vermögen für die nächste Generation aufbauen.

Die Kärntner Sparkasse-Vorstände Michael Koren, Ulrike Resei und Siegfried Huber mit der bekanntesten Symbolfigur des Sparens – der Sparefroh feiert heuer seinen 70. Geburtstag., Foto: © Daniel Waschnig


Sparen bleibt wichtig

Für 80 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner ist es sehr oder ziemlich wichtig, Geld zur Seite zu legen. 39 Prozent bezeichnen Sparen sogar als „sehr wichtig“. Besonders hoch ist der Stellenwert bei den Jungen: In der Generation Z hält die Hälfte Sparen für sehr wichtig, bei den Baby Boomern sind es 33 Prozent.

„Die Menschen in Kärnten wollen sparen, und zwar mehr als in den vergangenen Jahren. Das zeigt, wie groß das Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit ist. Ein eigenes Polster gibt Halt und die Freiheit, selbst zu entscheiden“, sagt Mag. Siegfried Huber, Vorstandssprecher der Kärntner Sparkasse AG. 90 Prozent der Befragten verbinden Sparen mit einem Gefühl von Sicherheit, 86 Prozent mit persönlicher Unabhängigkeit. Beide Werte sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.

Weniger Spielraum: Sparbetrag sinkt, Unzufriedenheit wächst
Der Wille zum Sparen ist da, der finanzielle Spielraum wird jedoch enger. Sparende legen im Schnitt 284 Euro pro Monat zur Seite, um 28 Euro weniger als im Vorjahr. Nur noch 31 Prozent sind mit diesem Betrag sehr oder ziemlich zufrieden, nach 36 Prozent im Vorjahr. Gesamtwirtschaftlich sank die Sparquote der privaten Haushalte laut vorläufigen Daten von Statistik Austria 2025 von 11,7 auf 10,0 Prozent, für 2026 erwartet das WIFO 8,7 Prozent.

„Viele legen nach wie vor Geld zur Seite, haben aber das Gefühl, dass es nicht reicht. Umso wichtiger ist es, das vorhandene Geld bewusst einzusetzen. Auch kleine Beträge machen einen Unterschied, wenn man regelmäßig spart“, empfiehlt Kärntner Sparkasse-Vorstandssprecher Siegfried Huber. 89 Prozent der Befragten sehen das ebenso.

Gespart wird vor allem für die eigene Sicherheit: 94 Prozent legen Geld als Notgroschen für Notfälle zur Seite, 71 Prozent zur finanziellen Absicherung und Vorsorge und 68 Prozent für ihre finanzielle Unabhängigkeit.

Wo das Ersparte liegt: Wertpapiere überholen das Bausparen
Das Sparbuch bzw. Sparkonto bleibt mit 79 Prozent die meistgenutzte Sparform. Der Anteil jener, die Wertpapiere nutzen, beträgt 38 Prozent. Damit haben Wertpapiere das Bausparen (33%) überholt. Aber es liegt noch immer viel Geld dort, wo es keinen Ertrag bringt: 53 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner sparen (auch) am Girokonto. Ein Drittel bewahrt Erspartes zu Hause oder im Tresor auf.

„Das Girokonto ist ein Konto für den Alltag, kein Sparkonto. Als Reserve für unerwartete Ausgaben sollten dort höchstens drei Monatsgehälter liegen. Was darüber hinausgeht, gehört kurzfristig auf ein Sparkonto und langfristig etwa in Wertpapiere“, sagt Sparkasse-Vorstand Michael Koren. Und weiter: „Für viele sind ETFs der Einstieg in den Kapitalmarkt. Sie sind breit gestreut und schon mit kleinen monatlichen Beträgen möglich. Entscheidend ist, dass die Veranlagung zu den eigenen Zielen und zur eigenen Risikobereitschaft passt. Dabei unterstützen wir in der persönlichen Beratung“.

Wie auch in Gesamtösterreich sind Aktien (25%), ETFs (19%) und Investmentfonds (17%) in Kärnten zur Wertpapiernutzung am beliebtesten.

Weltspartag bleibt Anlass für den Filialbesuch
Für 27 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner ist der Weltspartag ein Grund, in die Bank oder Sparkasse zu gehen. Bei der letzten vergleichbaren Erhebung 2019 waren es 20 Prozent. 60 Prozent sehen im Weltspartag einen Tag für Alt und Jung, 63 Prozent erinnert er an die Bedeutung des Sparens. Stärkstes Symbol des Weltspartags bleibt mit 40 Prozent der Sparefroh, der heuer seit 70 Jahren in Österreich im Einsatz ist.

„Am Weltspartag nehmen sich unsere Beraterinnen und Berater Zeit für das persönliche Gespräch über Sparziele, Reserven und den Vermögensaufbau. Dass jede und jeder Vierte darin einen Grund sieht, zu uns zu kommen, freut uns. Persönliche Beratung bleibt auch in einer digitalen Welt gefragt“, betont Sparkasse-Vorstandsdirektorin Mag. Ulrike Resei.

Ansparen für die nächste Generation
Wie wichtig ein früher Vermögensaufbau ist, zeigt auch die Wohnsituation junger Menschen. Laut Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung 2025) wohnen 62,5 Prozent der 20- bis 24-Jährigen in Österreich noch bei den Eltern, bei den 25- bis 29-Jährigen sind es 23,7 Prozent. Die Generation Z spart laut Sparstudie besonders häufig für eine spätere Immobilienfinanzierung.

Generationendepot: Vermögensaufbau mit geregelter Weitergabe
Damit junge Menschen beim Start ins eigene Leben auf ein finanzielles Polster zurückgreifen können, bieten Erste Bank und Sparkassen das Generationendepot an. Es ist ein Wertpapierdepot für den langfristigen Vermögensaufbau zugunsten einer anderen Person. Bereits bei der Eröffnung werden die begünstigte Person und der Übergabetag festgelegt, beides kann später geändert werden. Bis zur Übergabe, frühestens ab dem 18. Geburtstag der begünstigten Person, bleibt die Verfügung bei der depotinhabenden Person. Eröffnen kann ein Generationendepot jede volljährige Person, ein Verwandtschaftsverhältnis ist nicht erforderlich.

Veranlagt wird innerhalb des jeweiligen Risikobereichs in Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikaten oder Krypto-ETPs, per Einmalzahlung, Wertpapier-Sparplan oder beidem. Gegenüber dem gewählten Depotmodell entstehen keine Extra-Kosten. Die Eröffnung erfolgt derzeit über die persönliche Beratung in der Filiale.

„Wer für Kinder, Enkel oder Patenkinder anspart, schenkt ihnen Zeit, und Zeit ist beim Vermögensaufbau der wichtigste Faktor. Mit dem Generationendepot legt man schon bei der Eröffnung fest, wer das Vermögen erhält und wann. So entsteht eine Starthilfe für die Ausbildung, die erste eigene Wohnung oder den Berufseinstieg“, so Sparkasse-Vorstandssprecher Siegfried Huber.


Bitte beachten Sie: Das Veranlagen in Wertpapiere birgt neben Chancen auch Risiken.