Sparkasse-Studie 2026: Das KMU-Dilemma: Optimismus im Betrieb, Sorgen um den Standort

  • 66 Prozent der KMU in Kärnten blicken optimistisch auf die kommenden Jahre
  • Mehr als die Hälfte beurteilt die Standortbedingungen schlechter als jene anderer EU-Länder
  • 58 Prozent planen Investitionen trotz schwierigem Umfeld

Mag. Siegfried Huber, Vorstandssprecher Kärntner Sparkasse AG,
Foto: © Daniel Waschnig

Die Kärntner Klein- und Mittelunternehmen senden ein bemerkenswertes Signal: Trotz Konjunkturflaute, geopolitischer Unsicherheiten und steigender Kosten blicken zwei Drittel der Betriebe optimistisch in die Zukunft. Gleichzeitig fällt ihr Urteil über den Wirtschaftsstandort kritisch aus. Mehr als die Hälfte der KMU sieht die Rahmenbedingungen hierzulande schlechter als in anderen EU-Ländern. Das zeigt die aktuelle KMU-Studie von IMAS International im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.

Mit rund 604.000 Unternehmen, 2,46 Millionen Beschäftigten und 56 Prozent der heimischen Wertschöpfung bilden Klein- und Mittelunternehmen das Fundament der österreichischen Wirtschaft1. Umso relevanter ist ihr aktueller Blick auf die Zukunft: 66 Prozent der befragten Unternehmen in Kärnten sehen den kommenden zwei bis drei Jahren optimistisch entgegen. Damit bleibt die Zuversicht gegenüber 2024 weitgehend stabil.

Die vergangenen Jahre haben Unternehmen enorm gefordert. Umso bemerkenswerter ist es, dass zwei Drittel der heimischen KMU weiterhin optimistisch bleiben. Kärntens Unternehmerinnen und Unternehmer vertrauen auf ihre Innovationskraft, ihre Anpassungsfähigkeit und die Stärke ihrer Betriebe. Der Unternehmergeist ist stärker als die Krisenstimmung“, sagt Mag. Siegfried Huber, Vorstandssprecher der Kärntner Sparkasse AG.

Herausforderungen bleiben hoch
Entwarnung geben die Kärntner Unternehmen dennoch nicht. Beinahe die Hälfte (47%) der Betriebe beurteilt ihr Marktumfeld heute als schwieriger als noch vor zwei bis drei Jahren. Besonders belastend sind aus Sicht der Unternehmen regulatorische Anforderungen und Bürokratie, steigende Energiepreise, höhere Personal- und Lohnkosten sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheiten. Auch der Arbeitskräftemangel bleibt für viele Betriebe ein zentrales Thema.

Kritisch fällt auch die Bewertung des Standorts Kärnten aus: 57 Prozent der KMU beurteilen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu anderen EU-Ländern als schlechter. Gleichzeitig empfinden 73 Prozent das Ausmaß staatlicher Regulierung als zu hoch.

„Die Unternehmen glauben an ihre Betriebe, sehen aber deutlichen Verbesserungsbedarf bei den Rahmenbedingungen. Planungssicherheit, wettbewerbsfähige Kostenstrukturen und weniger Bürokratie sind entscheidende Voraussetzungen, damit Unternehmen investieren und wachsen können. Das liegt im Interesse des gesamten Wirtschaftsstandorts“, sagt Vorstandssprecher Mag. Siegried Huber von der Kärntner Sparkasse AG.

Mittelstand setzt auf Innovation statt Abwarten
Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen blicken die Unternehmen nach vorne. 63 Prozent sehen in Digitalisierung und Automatisierung große Chancen für die kommenden Jahre, 60 Prozent in Forschung und technologischer Innovation. Auch Nachhaltigkeit, Energieeffizienz sowie die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte zählen für viele Unternehmen zu den wichtigsten Zukunftsthemen.

Zunehmend an Bedeutung gewinnt dabei Künstliche Intelligenz. Bereits 36 Prozent der KMU in Kärnten halten KI heute als wichtig für ihren Betrieb. Damit folgt unsere Wirtschaft einem europaweiten Trend. Laut Eurostat setzten 2025 bereits 20 Prozent der Unternehmen in der Europäischen Union mit zehn oder mehr Beschäftigten KI-Technologien im Geschäftsbetrieb ein. Gegenüber 2024 entspricht das einem Anstieg um 6,5 Prozentpunkte.2

„Kärntens Mittelstand sucht die Antwort auf neue Herausforderungen nicht im Stillstand, sondern in Innovation und Weiterentwicklung.“, so Sparkasse-Vorstandssprecher Mag. Siegfried Huber.

Mehr als die Hälfte plant Investitionen
Diese Zuversicht zeigt sich auch bei den Investitionsplänen. 58 Prozent der KMU in Kärnten wollen in den kommenden zwei bis drei Jahren investieren und damit die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen.

Um Unternehmen bei Investitionen in Innovation, Digitalisierung und Wachstum zu unterstützen, stellen Erste Bank und Sparkassen mit der Wachstumsmilliarde insgesamt eine Milliarde Euro an Finanzierungen bereit.

„Es mangelt den Unternehmen nicht an Ideen oder Investitionsbereitschaft. Wer investieren will, braucht aber Planungssicherheit und die passenden Finanzierungsmöglichkeiten. Genau hier setzen wir mit der Wachstumsmilliarde an“, sagt Siegfried Huber.
 

1 KMU im Fokus 2025, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus;