Studie: Vorsorgeboom durch Corona-Krise 

  • Österreicher:innen sorgen so viel vor wie noch nie – 226 Euro pro Monat
  • 87 Prozent in Kärnten sagen: Finanzielle Vorsorge für mich wichtig
  • 54 Prozent mit klarem ja zu nachhaltiger Veranlagung
  • Sechs von zehn befürchtet Verschlechterung von Wirtschaft und Lebensqualität

Die Corona Pandemie hat Österreich auch nach zwei Jahren noch fest im Griff und neben gesundheitlichen Folgen auch Auswirkungen auf die finanzielle Situation vieler Menschen. Dennoch wollen viele mehr fürs Alter vorsorgen. Das ergab eine Umfrage von IMAS International, im Auftrag von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische.

Befragt man die Kärntner:innen wie ihre generellen Erwartungen für die kommenden zwölf Monate aussehen, zeigen sich 38 Prozent skeptisch, knapp ein Drittel zuversichtlich und 29 Prozent besorgt. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklungen und einer möglichen Veränderung der persönlichen Lebensqualität erwarten 60 Prozent eine Verschlechterung, 26 Prozent ein Gleichbleiben und lediglich 13 Prozent eine Verbesserung. „Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass die Bedeutung der privaten finanziellen Vorsorge in Kärnten mit 87 Prozent ein All-time-high erreicht hat und mit durchschnittlich 226 Euro pro Monat für Pensions- und Gesundheitsvorsorge in Österreich noch nie höher war. Persönlich glaube ich, dass hier die Pandemie – neben all den negativen Aspekten – einen positiven Einfluss auf das Vorsorgebewusstsein vieler Menschen hat. Jetzt kommt es darauf an, Taten folgen zu lassen“, sagt Manfred Bartalszky, Vorstand der Wiener Städtischen und verantwortlich für den Bankenvertrieb Marke s Versicherung.

Corona zeigt Einfluss auf Vorsorgeverhalten

Der durchschnittliche Betrag für private Pensions- und Gesundheitsvorsorge ist auf 226 Euro gestiegen (2020: 161 Euro). 26 Prozent der Befragten Kärntner:innen geben zudem an, dass sich ihre Vorsorgestrategie durch Corona verändert hat: Der Großteil von ihnen (84 %) möchte in Zukunft noch mehr für die Vorsorge ausgeben. „Auf die Frage nach den Top-Vorsorgethemen der Menschen in Kärnten, also jenen Lebensbereichen, für die man jedenfalls gerne bereit ist, privat ergänzend vorzusorgen, fällt das Ergebnis eindeutig aus: Auf Platz 1 mit 70 Prozent wird die finanzielle Reserve für Krisenfälle genannt. Mit 69 Prozent bzw. 64 Prozent folgen die Gesundheit sowie die Vorsorge für die Pension. Danach kommt die finanzielle Reserve und erst auf Platz fünf die Familie “, so Gabriele Semmelrock-Werzer, Vorstandsdirektorin der Kärntner Sparkasse, zum Status quo im Land.

Ansparprozess soll für jeden Zweiten so früh wie möglich beginnen

Ein zentraler Aspekt jeder finanziellen Vorsorgemaßnahme ist der Zeitpunkt, zu dem man mit dem Ansparprozess beginnt. „Fragt man die Kärntnerinnen und Kärntner, wann sie sich zum ersten Mal mit dem Thema auseinandergesetzt haben, nennen knapp zwei Drittel das Lebensalter zwischen 16 und 35 Jahren. Im Rückspiegel betrachtet sagen sogar 83 Prozent, dass dies das richtige Lebensalter ist, sich über Vorsorge zu informieren und dann aber auch tatsächlich ein Produkt abzuschließen“, meint Bartalszky.

Der Anstoß, sich mit der Vorsorgethematik auseinanderzusetzen, sollte nach Meinung von 63 Prozent der Befragten in Kärnten aus der eigenen Familie, für 45 Prozent von der Schule, der Ausbildungsstätte bzw. der Universität und für 38 Prozent von Seiten der Bank bzw. der Versicherung kommen. Spontan befragt, was sie unter finanzieller Vorsorge verstehen, sagen 96 Prozent der Menschen im Bundesland, es ist ihnen wichtig ein finanzielles Polster bzw. 91 Prozent ausreichend finanzielle Mittel zu haben, 87 Prozent nennen hier die Sicherheit für Notfälle und 84 Prozent sehen die finanzielle Absicherung für Krankheits- und Pflegefälle als zentrales Motiv für private Vorsorge.

Anlage-Klassiker weiterhin gefragt

In der vorliegenden Umfrage wurden die Kärntner:innen auch gefragt, welche Produkte sie im Rahmen ihrer privaten Vorsorge bevorzugen. Dabei zeigt sich, dass die wichtigsten Kriterien in der Veranlagung zwar immer noch die Sicherheit beziehungsweise ein geringes Risiko und die Flexibilität der Produkte sind, aber mittlerweile auch das Thema Rendite und Zinsen wieder stärker in den Fokus rücken. „Und das ist auch gut so, denn ohne die Beimischung von Wertpapieren und Fonds sind heute – Stichwort Niedrigzins bei steigender Inflation – keine Erträge mehr zu erzielen“, so Michael Koren. Die große Konstanz der Klassiker ist jedoch immer noch unübersehbar, auch wenn einige etwas an Attraktivität eingebüßt haben: Die Top 3 Vorsorgeprodukte der Menschen in Kärnten sind das Sparbuch mit 47 Prozent, gefolgt von der Lebensversicherung mit 44 Prozent und dem Bausparvertrag mit 41 Prozent. Danach punkten aber bereits Wertpapiere mit 23 Prozent, sowie Fondssparpläne und Immobilien mit 22 bzw. 19 Prozent.

Bemerkenswert: Auch das Thema der nachhaltigen Veranlagung gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. So gibt bereits mehr als jeder zweite Befragte (54 %) an, dass ihm Nachhaltigkeit bei der persönlichen Vorsorge bzw. Veranlagung wichtig ist. Auf die Frage, ob nachhaltige Finanzprodukte in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden, gehen gar 65 Prozent der Befragten ganz klar davon aus – lediglich 7 Prozent glauben das nicht.

Zur Studie: s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Marktforschungsinstitut IMAS mit einer Online-Befragung rund um das Thema der privaten Altersvorsorge. Ende 2021 beantworteten 1.000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren Fragen zum Einfluss der Corona Krise auf das Spar- und Vorsorgeverhalten der ÖsterreicherInnen sowie deren Zukunftserwartungen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung im Alter von 16 bis 65 Jahren.

 

Rückfragen an: Philipp Heiser, Kärntner Sparkasse AG, Marketing & Communications, Bahnhofstraße 8, 9020 Klagenfurt, Tel. 050100/30677