Die Dividendensaison hat begonnen - Erntezeit für viele Anleger:innen

InvestStory 2. April 2026, Kurt Prattes

Pünktlich zu Ostern hat die Dividendensaison begonnen. In den meisten europäischen Ländern erfolgen die Ausschüttungen in der Regel zwischen März und Mai. Für viele Aktionär:innen ist das „die schönste Zeit des Jahres“. Denn Dividenden sind einer der direktesten Wege, wie Unternehmen ihren Erfolg teilen – setzen aber voraus, dass Anleger:innen bereit sind, die mit Aktien verbundenen Kursschwankungen und Risiken zu tragen.1

Auch 2026 dürfte wieder ein sehr gutes Jahr werden. So zeigen die Berechnungen von Allianz Global Investors, dass europäische Firmen in diesem Jahr voraussichtlich 454 Milliarden Euro ausschütten. Das wären 4 Prozent mehr als 2025 – ein neuer Rekord. „Die Tendenz steigender Dividendenauszahlungen in Europa setzt sich weiter fort“, sagt Grant Cheng, Senior Portfolio Manager Dividends bei AllianzGI. Einen großen Beitrag dazu liefert der Finanzsektor, in dem die Ausschüttungen besonders stark zulegen dürften. Bei zyklischen Konsumgütern, zu denen die Automobilindustrie und Luxusgüter zählen, sind dagegen niedrigere Dividenden als im Vorjahr zu erwarten.2

Langfristig bedeutender Renditebestandteil

Dividenden können aber nicht nur laufende Einnahmen bieten. Sie sind auch ein wichtiger Bestandteil der Gesamtrendite von Aktienanlagen – setzen aber voraus, dass Anleger:innen bereit sind, die mit Aktien verbundenen Kursschwankungen und Risiken zu tragen. So wurde die jährliche Gesamtrendite des MSCI Europe über die letzten 40 Jahre zu rund 39 Prozent durch den Performance-Beitrag von Dividenden getragen. In Nordamerika bzw. der Region Asien-Pazifik lag der Anteil bei rund 21 bzw. 49 Prozent. „Gleichzeitig weisen Portfolios aus Unternehmen mit höheren Ausschüttungsquoten eine geringere Volatilität auf als Portfolios aus Aktien mit niedrigen Ausschüttungsquoten,“ sagt Dr. Hans-Jörg Naumer, Leiter Kapitalmarktanalyse bei AllianzGI. Vor allem etablierte Unternehmen, die stabile Gewinne erzielen und relativ krisenfest sind, schütten oft einen großen Teil ihrer Gewinne aus. Damit signalisieren sie wirtschaftliche Stärke und eine gewisse Verpflichtung, ihre Dividendenpolitik dauerhaft beizubehalten. Das dürfte wiederum der Grund dafür sein, dass sich Dividenden stetiger entwickeln als die zugrunde liegenden Unternehmensgewinne.2

Allerdings sollten sich Anleger:innen nicht von einer besonders hohen Dividendenrendite blenden lassen. Denn der Grund dafür sind oft Kursverluste, die darauf hinweisen, dass es im jeweiligen Unternehmen gerade nicht so gut läuft. Nicht selten schlägt sich das in den künftigen Geschäftsergebnissen und mitunter in Dividendenkürzungen nieder. Letztlich folgt die Dividende also der wirtschaftlichen Entwicklung. Wichtiger als die Ausschüttung ist deshalb ein solides Geschäftsmodell. Dieses spiegelt sich in der Qualität der Dividende wider. Im besten Fall sollte sie Jahr für Jahr steigen, aus dem Cashflow finanziert sein und keinen zu hohen Teil des Gewinns ausmachen, damit genügend Kapital für Investitionen bleibt. Schließlich investieren viele Anleger:innen überhaupt erst in Aktien, da das Kapital in Unternehmen besser arbeiten kann als auf dem eigenen Konto. Einen traditionell hohen Stellenwert haben aber die sogenannten „Dividendenaristokraten“. So werden vor allem US-Unternehmen bezeichnet, die seit mindestens 25 Jahren steigende Dividenden zahlen.3

Hinweis: Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen

Globaler Dividendenrekord

Welche Dimensionen die globalen Ausschüttungen inzwischen annehmen, verdeutlicht eine Analyse der Capital Group. Darin werden die Dividenden der weltweit größten 1600 Unternehmen untersucht. Das Ergebnis: Im Jahr 2025 wurde weltweit eine Rekordsumme von 2,09 Billionen US-Dollar gezahlt. Dabei waren Finanz- und Versicherungstitel die wichtigsten Wachstumstreiber. Doch auch Technologiewerte, vor allem Software und Halbleiter, sowie die Bereiche Pharma, Medien, Versorger und Luft- und Raumfahrt verzeichneten höhere Ausschüttungen. Niedrigere Dividenden als im Vorjahr wurden dagegen von Automobilherstellern sowie Energie- und Bergbaufirmen gezahlt.1

Einige Überraschungen gab es auch, was die einzelnen Weltregionen angeht. So erlebte Japan, wo die Dividenden lange niedrig waren, mit 108 Milliarden US-Dollar nicht nur einen neuen Rekordwert, sondern mit einem Zuwachs von mehr als 12 Prozent auch den höchsten Anstieg. In den USA, wo Dividenden aufgrund der quartalsweisen Zahlung fast immer Saison haben, wurde mit einem Plus von 6,1 Prozent auf 705 Milliarden US-Dollar ebenfalls ein neuer Rekord verzeichnet. Und das, obwohl dort traditionell auch stark auf Aktienrückkäufe gesetzt wird. Mit einem Plus von 7,1 Prozent legten die Ausschüttungen auch in den Emerging Markets deutlich zu, vor allem in Indien. Schwächer schnitten dagegen Großbritannien, China und Australien ab.1

Den weltweit größten absoluten Dividendenzuwachs verzeichnete die Chipfirma Taiwan Semiconductor (TSMC). Das Unternehmen schüttete insgesamt 15 Milliarden US-Dollar aus. Das entspricht einem Zuwachs von rund 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.4 Damit war TSMC der fünftgrößte Dividendenzahler der Welt.1 Auf Platz 1 lag weiter Microsoft mit 25,2 Milliarden US-Dollar5 gefolgt von Exxon (17,2 Milliarden).6 Dahinter folgten JP Morgan (16 Milliarden)7 und Apple (15,4 Milliarden).8 Zu den größten Dividendenzahlern in Europa zählten HSBC (13 Milliarden US-Dollar),9 Nestlé (9,9 Milliarden US-Dollar)10 und Shell (8,5 Milliarden US-Dollar).11 Das höchste Dividendenwachstum in Europa im letzten Jahr hatte übrigens Spanien mit einem Plus von mehr als 12 Prozent.Für das Jahr 2026 rechnen die Expert:innen der Capital Group damit, dass die weltweiten Dividenden weiterhin durch das Gewinnwachstum der Unternehmen gestützt werden. Sie prognostizieren deshalb einen Anstieg der globalen Ausschüttungen auf 2,2 Billionen US-Dollar.1

Dividendensaison in Österreich

Auch in Österreich sind Dividenden ein fester Bestandteil der langfristigen Gesamtrendite von Aktien. Das verdeutlicht ein Vergleich zwischen dem in der Öffentlichkeit bekannten ATX Kursindex, der die bloßen Kursveränderungen der enthaltenen Aktien misst, und dem weniger bekannten ATX Total Return, in dessen Berechnung auch Dividenden einfließen. Auf Sicht der letzten 5 Jahre betrug die Performance-Differenz ganze 40 Prozentpunkte. Während der ATX Kursindex in diesem Zeitraum 66 Prozent stieg, legte der ATX Total Return ganze 106 Prozent zu.12 Dabei sind die höchsten Ausschüttungen hierzulande in diesem Jahr von OMV, Verbund und BAWAG zu erwarten.13

Hinweis: Die Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftigen Entwicklungen zu. In der Wertentwicklung sind keinerlei Provisionen, Gebühren und andere Entgelte mit ertragsmindernder Auswirkung auf den Kursverlauf berücksichtigt.

Hintergrund zu Dividendenaktien

Für viele Anleger:innen sind Dividenden eine regelmäßige „Belohnung“ dafür, dass sie an ihrem Investment festhalten – gewissermaßen die Früchte der Geldanlage, die automatisch gutgeschrieben werden. Das macht Investments greifbarer, da man direkt nachvollziehen  kann, dass das angelegte Geld wirklich „arbeitet“. Das könnte vor allem in Zeiten hoher Inflation interessant sein. So legten die Ausschüttungen im S&P 500 zwischen Jänner 2021 und Juli 2022 mehr als 13 Prozent zu, während die Konsumentenpreise in den USA rund 12 Prozent stiegen. Von 1989 bis 2024 stiegen die Dividenden im S&P 500 sogar über 600 Prozent, während die Inflation in diesem Zeitraum insgesamt „nur“ 160 Prozent betrug.14

Doch abseits des psychologischen Faktors sind Dividenden kein „Zusatzgewinn“, wie manche glauben. Denn theoretisch sollte es keinen Unterschied machen, ob Gewinne ausgeschüttet oder einbehalten werden. Das zeigten die Forscher Franco Modigliani und Merton Miller schon im Jahr 1961.15 Diesen Zusammenhang sollten Anleger:innen kennen, um rationale Entscheidungen zu treffen. Die Ausschüttungen bieten also keine direkte Absicherung gegen Kursschwankungen. Deshalb ist die Betrachtung der kombinierten Gesamtrendite aus Kursveränderung und Dividende die korrekte Perspektive.16 Emotional kann es Anleger:innen aber dennoch helfen, auf Dividendenaktien zu setzen: Wenn das gute Gefühl regelmäßiger Ausschüttungen dabei hilft, Investments länger durchzuhalten, gerade in turbulenten Börsenphasen wie zuletzt.2 Das ermöglicht nachweislich bessere Renditen als ständiges Hin und Her.

Hinweis: *Die in der Tabelle angeführten Dividenden sind Prognosen für Ausschüttungen in der Zukunft. Sonderdividenden wurden nicht berücksichtigt. **Die Berechnung der Dividendenrendite bezieht sich auf die Schlusskurse der Aktien per 01.04.2026. ***„n.v." = Termin noch nicht veröffentlicht;
Quellen: FactSet Finanzdaten sowie Investor Relations Seiten der Aktiengesellschaften; Stand: 01.04.2026.

Anlagemöglichkeiten für Dividendenjäger:innen

Ein weiterer Anreiz, langfristig dabei zu bleiben, sind Sparpläne wie der Aktien-Sparplan. Ab 50 Euro monatlich können Anleger:innen damit einfach und regelmäßig in große Firmen investieren, die in der Vergangenheit interessante Dividenden ausgeschüttet haben – dazu zählen etwa US-Konzerne wie McDonald's, Coca-Cola oder Johnson & Johnson. Zudem sind europäische Dividendentitel wie Allianz, Novo Nordisk oder Volkswagen verfügbar, aber auch ausschüttungsstarke Werte aus Österreich wie OMV, Erste Group Bank oder Österreichische Post. Anleger:innen können Dividendenstrategien aber auch mit aktiv verwalteten Fonds wie dem ERSTE RESPONSIBLE STOCK DIVIDEND oder mit Dividenden-ETFs umsetzen.

Investitionen bergen neben Chancen auch Risiken.

Hinweis: Die im Text angeführten Unternehmen sind beispielhaft ausgewählt worden und stellen keine Anlageempfehlung dar. 

Dividenden Champions

1Quelle: Capital Group; Stand: Februar 2026
2Quelle: Allianz Global Investors; Stand: 14. Jänner 2026
3Quelle: boerse.de; Stand: 22. März 2026
4Quelle: TSMC Investor Relations; Stand: Februar 2026
5Quelle: Microsoft Investor Relations; Stand: 28. Jänner 2026
6Quelle: Exxon Investor Relations; Stand: 30. Jänner 2026
7Quelle: JPMorgan Investor Relations; Stand: 13. Jänner 2026
8Quelle: Apple Investor Relations; Stand: November 2025

9Quelle: HSBC Investor Relations; Stand: 25. Februar 2026
10Quelle: Nestlé Investor Relations; Stand: 19. Februar 2026
11Quelle: Shell Investor Relations; Stand: 5. Februar 2026
12Quelle: Wiener Börse; Stand: 20. März 2026
13Quelle: Parqet Fintech; Stand: März 2026
14Quelle: Axios; Stand: 13. Februar 2025
15Quelle: Miller, M. H. / Modigliani, F. (1961), Dividend Policy, Growth, and the Valuation of Shares
16Quelle: Hartzmark, S. M. / Solomon, D. H. (2018), The Dividend Disconnect

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Stand: April 2026

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