Wenn Gold zieht und
Silber spurtet …

InvestStory 19. Jän. 2026, Kurt Prattes

Installateur müsste man sein! – dann hätte man nur pünktlich am 12. November 2024 in einem Villenkeller in Wien-Penzing an einem Seil ziehen müssen, das dort unmotiviert aus dem Boden ragte.1 Am anderen Ende wäre man im Gegenzug auf eine Schatzkiste gestoßen, die prall gefüllt mit goldenen Mozartmünzen im (damaligen) Gesamtwert von rund 2,3 Millionen Euro aufwartete – „goldenes Handwerk“ eben. Vielleicht drängen sich aber auch zwei ganz andere Erkenntnisse auf. Erstens, dass der Fund von alten österreichischen Gulden oder Kronen in Papierform bei Weitem nicht so spektakulär gewesen wäre und zweitens, dass der aktuelle Wert der Münzen sogar bei rund vier Millionen Euro läge. Obwohl Gold als Asset bereits Jahrtausende bekannt ist und damit längst zum „alten Eisen“ gehören könnte, hat es tatsächlich kaum etwas von seiner bewährten Strahlkraft verloren.

Zentralbanken stocken weiter auf

Dass der Goldfund aus dem 14. Wiener Bezirk im Wert so stark zulegen konnte, ist der fulminanten Entwicklung des Goldpreises in 2025 geschuldet. So legte das Edelmetall in Euro auf Jahressicht um rund 45 Prozent zu und ging mit einem Silvesterschlusskurs von 3.676,41 Euro aus dem Handel.2 Auf US-Dollar Basis war die Entwicklung mit rund 64 Prozent in 2025 sogar noch höher. Zur besseren Einordnung: eine stärkere jährliche Rendite konnte Gold in seiner Historie nur dreimal erzielen, wobei all diese Zeiträume in den 1970er-Jahren lagen.3 Dabei gibt es durchaus eine Reihe von Parallelen zur Gegenwart – ähnlich wie heute rückten Inflationssorgen, ein schwächelnder US-Dollar, wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Spannungen Gold als sicheren Hafen ohne Gegenparteirisiko in den Fokus und ließen den Kurs steigen. Mit dem Wechsel der Zentralbanken von Gold-Netto-Verkäufern zu Netto-Käufern, die auch zur Aufkündigung des Abkommens zu Goldverkäufen im Jahr 2019 führten,4 ist zudem ein gewichtiger Player und Nachfrager hinzugekommen. Lag der Jahresdurchschnitt der Zukäufe von 2010 bis 2021 noch bei lediglich 473 Tonnen Gold, kauften Zentralbanken im Zeitraum 2022 bis 2024 jeweils mehr als 1.000 Tonnen, mit einem Spitzenwert von 1089 Tonnen in 2024. Für 2025 erwartet das World Gold Council, basierend auf den bis dato veröffentlichten Quartalsmitteilungen, einen Wert von 750 bis 900 Tonnen Gold5 – wohlgemerkt zu deutlich höheren Preisen als in den Vorjahren. Allein im dritten Quartal 2025 betrugen die Käufe der weltweiten Notenbanken netto 219,9 Tonnen Gold und erhöhten sich damit gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um rund 10 Prozent.6 Wie dem „In Gold We Trust Report 2025“ des Vermögensverwalters Incrementum zu entnehmen ist, wird mittlerweile fast ein Drittel des jährlich geschürften Goldes von Zentralbanken absorbiert mit dem Ergebnis, dass der Gesamtbestand der globalen Goldreserven in Zentralbankhand sich – Stand Februar 2025 – auf 36.252 Tonnen summiert. Klares Indiz, dass Gold aus Sicht der Zentralbanken zunehmend als strategische Reserveanlage wahrgenommen wird.7

Treiber der Goldhausse

Ein weiterer – wenn nicht sogar der wichtigste – Faktor ist die hohe Investmentnachfrage, die sich, neben Münzen- und Barrenkäufen von privater Seite, vor allem an gesteigerten Zuflüssen in Gold-ETFs nachvollziehen lässt. Laut J.P. Morgan war die Investitionsnachfrage sogar „der Haupttreiber der Goldrallye im Jahr 2025“.8 Diese überstiegen im Jahr 2024 mit 1.180 Tonnen Gold zum wiederholten Male die Zentralbanknachfrage, wobei eine klare regionale Differenzierung zu beobachten war. Während asiatische Märkte starke Nachfragezuwächse bei den Gold-ETFs verzeichneten, sorgte der Westen aufgrund noch höherer Abflüsse unter dem Strich sogar für Netto-Abflüsse. Bereits im zweiten Halbjahr 2024 deutete sich allerdings eine Trendwende an, die sich im 1. Quartal 2025 dann verfestigte – Zuflüsse von 55 Tonnen in Europa und sogar 134 Tonnen in Nordamerika lassen vermuten, dass Gold auch bei westlichen Investoren angesichts gestiegener ökonomischer Unsicherheiten in den strategischen Fokus gerückt ist.7 Wie das World Gold Council in seiner jüngsten Mitteilung erklärt, haben rekordverdächtige Zuflüsse in den Gold-ETFs von 221,7 Tonnen Gold im 3. Quartal 2025 dafür gesorgt, dass sich die Bestände weiter in Richtung des Allzeithochs im Jahr 2020 bewegen.6 Im gleichen Zeitraum stieg die Nachfrage nach Goldmünzen und -barren mit 315,5 Tonnen um 17 Prozent an, während aufgrund der hohen Preise für Gold die weltweite Schmucknachfrage stark zurückging, so dass mit 371,3 Tonnen sogar das schwächste 3. Quartal seit 2020 im Schmucksegment verbucht werden musste.6

Der (Schulden)Elefant im Raum

Es mag eine Vielzahl von Gründen geben, die Anleger:innen über Gold als Stabilitätsanker nachdenken lässt. Kaum einer ist aber neben erhöhter Inflation so schlagend wie der Trend zur stark steigenden Staatsverschuldung – zu beobachten sowohl in den USA als auch weltweit.9 Allein im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ hat sich die Staatsverschuldung von 33,3 Billionen US-Dollar im Jahr 2023 auf 35,8 Billionen US-Dollar in 2024 erhöht. Ende 2025 standen bereits über 38 Billionen US-Dollar auf der Schuldenuhr,10 wodurch sich allein die Zinszahlungen der US-Regierung im dritten Quartal 2025 auf einen Rekordwert von 1,47 Billionen US-Dollar erhöhten.11 Wenig verwunderlich, dass US-Präsident Trump einen schwachen Dollar fordert und seine Auseinandersetzung mit US-Notenbankchef Jerome Powell, der sich seine geldpolitische Unabhängigkeit bewahren will, an Schärfe zunimmt.12 Im Gefolge der Drohung, Powell aufgrund seiner Aussage im Kongress mit einer strafrechtlichen Anklage zu überziehen, durchstieß der Goldpreis erstmalig die 4.600 US-Dollar-Marke.13 Trotz der starken Nachfrage sollten Anleger:innen bedenken, dass Gold erheblichen Wertschwankungen unterliegt und dadurch Kursverluste möglich sind. Euro-Anleger:innen tragen zudem ein Währungsrisiko aufgrund der US-Dollar-Notierung, und Gold erwirtschaftet keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden.

Hinweis: Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen

Kleiner Bruder stiehlt allen die Show

Wenn man auf Edelmetalle zu sprechen kommt, muss neben Gold zwangsläufig die Rede auf Silber fallen. Wobei sich das „Gold des kleinen Mannes“, wie Silber auch gerne bezeichnet wird, in 2025 eindrucksvoll in den Vordergrund gespielt hat. Über 147 Prozent in US-Dollar und 118 Prozent in Euro legte Silber im Jahresverlauf 2025 zu und bewies damit eindrucksvoll, dass die Kombination aus Wertspeicher und gefragtem Industriemetall sich auszahlen kann.14 Dabei traf starke Nachfrage von technologischer Seite – sei es E-Mobilität, Solarindustrie, Elektronik, Medizin, KI-Rechenzentren oder auch die boomende Rüstungsindustrie – auf ein signifikantes Angebotsdefizit im Silbermarkt, das 2025 bereits im fünften Jahr besteht und laut dem „World Silver Survey 2025“ allein für das Jahr 2024 ein Defizit von ca. 149 Millionen Silberunzen aufwies – en détail: der Gesamtnachfrage nach Silber von 1.164,1 Millionen Unzen, stand lediglich das Gesamtangebot von 1.015,1 Mio. Unzen gegenüber.15 Aber auch wirtschaftliche Unsicherheit und Marktturbulenzen haben Silber in die Karten gespielt,16 so dass sich ein vielschichtiges Bild ergibt. Bei aller Euphorie, die sich im Zuge der fulminanten Silberpreisentwicklung eingestellt hat, sollte man im Hinterkopf behalten, dass Silber für seine hohe Volatilität berüchtigt ist. Die Goldman Sachs-Analysten Lina Thomas und Daan Struyven warnen vor „extremen Preisschwankungen“, die sich unter anderem aufgrund von chinesischen Exportkontrollen bei Silber, niedrigen Lagerbeständen in London und Sorgen vor möglichen US-Zöllen ergeben.17 Dass die USA im August 2025 Silber zudem in die Liste kritischer Rohstoffe aufgenommen hat und sich damit den Rohstoff strategisch für die heimische Wirtschaft und nationale Verteidigung sichern möchte, ist eine weitere Variable, die es zu berücksichtigen gilt.18 Auch wenn gerade vieles für Silber spricht und das Edelmetall en vogue ist – Vorsicht ist dennoch geboten. Zumal das Gold-Silber-Ratio, das Auskunft gibt, wie viele Unzen Silber nötig sind, um eine Unze Gold zu kaufen, im Jahr 2025 von rund 90 zu Jahresanfang auf 59 zum Jahresende gefallen ist – zeitgleich liegt das durchschnittliche Ratio der letzten 50 Jahre bei rund 55.19 Folgt man dieser Logik, hat Silber damit einen beachtlichen Teil seiner Unterbewertung gegenüber Gold bereits wieder abgebaut.

Edelmetalle mit Bedacht

Bei Gold und Silber fällt oft das Schlagwort „Edelmetalle mit asymmetrischem Chance-Risiko-Profil“. Dies bezieht sich auf die Tatsache, dass potenzielle Gewinne und potenzielle Verluste nicht gleich verteilt sind (eben asymmetrisch). Da Edelmetalle kein Kredit- oder Emittentenrisiko aufweisen, ein physischer Sachwert mit realer Nachfrage sind und produktionsbedingt eine Kostenuntergrenze aufweisen, können sie im Wert zwar schwanken, aber faktisch nicht wertlos werden. Dem damit gedeckelten Abwärtsrisiko steht bei systemischen Risiken gleichzeitig ein offenes Aufwärtspotential entgegen, sodass die Chancen in Stressszenarien die Risiken übersteigen. Gleichwohl bleibt ein konkretes Timing schwer. Wer sich daher vorsichtiger dem Thema Edelmetallen nähern möchte, könnte dies mit der neuen Gold Garant Anleihe umsetzen. Alternativ gibt es mit dem s Gold-Sparplan der Erste Bank und Sparkasse auch die Möglichkeit monatlich über einen längeren Zeitraum in physische Goldmünzen oder Goldbarren zu investieren. Wer Physisches lieber gleich mit nach Hause nehmen möchte, kann Goldbarren und Goldmünzen sowie Silberbarren und Silbermünzen auch direkt in Filialen der Erste Bank bzw. Sparkasse kaufen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der Goldkauf umsatzsteuerbefreit ist, während beim Kauf von Silbermünzen sowie Silberbarren ein Aufschlag von 20 Prozent Umsatzsteuer hinzukommt. Hält man Gold oder Silber im Übrigen ein Jahr oder mehr im Privatvermögen, so fällt keine Einkommenssteuerpflicht an.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapiere oder Gold neben Chancen auch Risiken birgt.

1Quelle: Focus.de; Stand: 19. November 2024
2Quelle: Investment Center Erste Bank & Sparkasse; Stand: 10. Jänner 2026
3Quelle: Handelsblatt; Stand: 23. Dezember 2025
4Quelle: Deutsche Bundesbank Eurosystem; Stand: 26. Juli 2019
5Quelle: World Gold Council; Stand: 4. Dezember 2025
6Quelle: World Gold Council; Stand: 30. Oktober 2025
7Quelle: In Gold We Trust; Stand: 15. Mai 2025
8Quelle: J.P. Morgan; Stand: 7. Jänner 2026
9Quelle: Berenberg; Stand: 1. August 2025
10Quelle: Statista; Stand: 5. Dezember 2025

11Quelle: Goldseiten; Stand: 12. Jänner 2026 
12Quelle: Spiegel; Stand: 12. Jänner 2026
13Quelle: Reuters; Stand: 12. Jänner 2026
14Quelle: Morgan Stanley; Stand: 12. Jänner 2026

15Quelle: The Silver Institute; Stand: 1. April 2025
16Quelle: Vontobel; Stand: 18. Dezember 2025
17Quelle: Businessinsider.de; Stand: 8. Jänner 2026
18Quelle: Sachwert-Magazin; Stand: 27. August 2025
19Quelle: Fundresearch; Stand: 3. November 2025

Wichtige rechtliche Hinweise

Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung und nicht um eine Anlageberatung.

Dieses Finanzprodukt wird in Form einer Daueremission ausgegeben und in Österreich öffentlich angeboten. Die Rechtsgrundlage dafür und daher ausschließlich verbindlich sind die bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) hinterlegten Endgültigen Bedingungen sowie der Basisprospekt sowie allfällige Nachträge. Verschiedene Verordnungen der Europäischen Union und das österreichische Kapitalmarktgesetz schreiben für dieses Produkt einen Basisprospekt vor: siehe Prospektverordnung (EU) 2017/1129 bzw. der Delegierten Verordnungen der Kommission (EU) 2019/980 und (EU) 2019/979. Die Emittentin hat diesen Basisprospekt erstellt, die zuständige Behörede des Herkunftsmitgliedstaates hat ihn genehmigt (gebilligt). Dies bedeutet aber nicht, dass die FMA das konkrete Wertpapier auch empfiehlt.
Für bestimmte, sogenannte „verpackte Anlageprodukte“ im Sinne der PRIIPs-Verordnung ist darüber hinaus ein Basisinformationsblatt („BIB“) gesetzlich vorgeschrieben. In diesem werden die wichtigsten Merkmale des entsprechenden Finanzprodukts dargestellt.

Eine Veranlagung in Wertpapiere birgt neben den geschilderten Chancen auch Risiken. Wir dürfen dieses Finanzprodukt weder direkt noch indirekt natürlichen bzw. juristischen Personen anbieten, verkaufen, weiterverkaufen oder liefern, die ihren Wohnsitz bzw. Unternehmenssitz in einem Land haben, in dem dies gesetzlich verboten ist. Wir dürfen in diesem Fall auch keine Produktinformationen anbieten. Dies gilt besonders für die USA sowie "US-Personen" wie sie die Regulation S unter dem Securities Act 1933 in der gültigen Fassung definiert.

Hinweis: Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das schwer zu verstehen sein kann. Bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen, empfehlen wir Ihnen, die vollständigen Informationen zum jeweiligen Finanzprodukt zu lesen:

  • den (Basis-)Prospekt
  • die Endgültigen Bedingungen
  • allfällige Nachträge sowie gegebenenfalls
  • das Basisinformationsblatt (BIB)

Diese Unterlagen erhalten Sie kostenlos hier:
Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, Am Belvedere 1, 1100 Wien

Beachten Sie auch unsere Kundeninformation „Informationen über uns und unsere Wertpapierdienstleistungen“.

Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die persönlichen Merkmale unserer Anleger:innen hinsichtlich der Erfahrungen und Kenntnisse, des Anlageziels, der finanziellen Verhältnisse, der Verlusttragfähigkeit oder Risikotoleranz.

Interessenkonflikte:
Die Erste Bank Oesterreich ist mit der Erste Group Bank AG und den österreichischen Sparkassen verbunden.

Stand: Jänner 2026

Überblick InvestStories