Steuerberater:innen-Gipfel der Sparkasse Imst: Risikovorsorge und Insolvenzsituation im Fokus

Die Sparkasse Imst und die Tiroler Landesstelle der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen luden kürzlich gemeinsam zum Steuerberater:innen-Gipfel in das Weincafé Neururer in Arzl im Pitztal. Bereits seit 2017 ermöglicht die Sparkasse Imst regelmäßige Diskussionen zu aktuellen Fragestellungen und Branchen-Themen. Als Gastreferent sprach diesmal MMag. Klaus Schaller, Leiter Kreditschutzverband (KSV) von 1870 in Tirol, über die aktuelle Insolvenzsituation in Tirol sowie die Ursachen von heimischen Unternehmenspleiten.

Mag. Markus Scheiring, Vorstand der Sparkasse Imst, leitetet den Abend ein und gab einen kurzen Einblick in die Risikovorsorge und Frühwarnsysteme bei der Sparkasse Imst: „Unser Frühwarnsystem wurde in den vergangenen Jahren massiv weiterentwickelt. Viele Prozesse laufen automatisiert und mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ab.“ Im Anschluss präsentierte MMag. Klaus Schaller vom KSV Tirol aktuelle Insolvenzzahlen für Tirol. Sein Fazit: Im Vergleich zu früheren Jahren, etwa 2006, gibt es derzeit keinen Grund zur Panik bei den Unternehmenspleiten. 

Luden zum Steuerberater:innen-Gipfel ins Weincafé Neururer nach Arzl im Pitztal (v.l.): Sparkassen-Vorstand Markus Scheiring, Gastreferent MMag. Klaus Schaller, Leiter Kreditschutzverband (KSV) von 1870 in Tirol, Prof. MMag. Dr. Klaus Hilber, Präsident der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen Landesstelle Tirol und Sparkassen-Vorstand Mario Kometer. Bildnachweis: Sparkasse Imst / Christoph Nösig

 

Ursachen für Firmenpleiten 

Zum Vergleich: In Tirol gab es 2022 insgesamt 302 Insolvenzen, im Vorjahr 323 und für heuer werden rund 370 erwartet. Auf die Frage, warum Unternehmen in die Pleite schlittern, gibt es mehrere Antworten. „Oft sind betriebswirtschaftliche Defizite oder Unkenntnis bei den Firmengründer:innen mitverantwortlich. Hinzu kommen operative Ursachen, Gründungsfehler oder schlicht Fahrlässigkeit“, so Schaller. Bei Insolvenzen von Betrieben, die bereits länger am Markt waren – teils sehr erfolgreich – fehle oft die richtige Reaktion auf geänderte Gegebenheiten wie gestiegene Energiekosten. 

MMag. Klaus Schaller vom Kreditschutzverband Tirol gab im Rahmen des Steuerberater:innen-Gipfels einen Überblick über die Entwicklung und die aktuelle Situation des Tiroler Insolvenzgeschehens.

Kammer-Präsident Dr. Klaus Hilber (l.) informierte über aktuelle Themen und Herausforderungen der Branche.

Plattform für den brancheninternen Erfahrungsaustausch

Die anwesenden Steuerberater:innen nutzten die anschließende Fragerunde gerne und umfangreich, ehe zum Abschluss Prof. MMag. Dr. Klaus Hilber, Präsident der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen Landesstelle Tirol, auf aktuelle Herausforderungen in der Branche einging. Der Kammerpräsident bedankte sich bei der Sparkasse Imst für die Organisation der gemeinsamen Veranstaltung: „Dieser Branchen-Treff der Kanzleien in den Bezirken Imst und Landeck ist ein Fixpunkt für uns und eine gern genützte Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Es fühlt sich mittlerweile wie ein jährliches Klassentreffen an, wo man auf viele bekannte Gesichter trifft.“

 

Synergien nutzen 

Das Echo auf die Einladung zum fachlichen Erfahrungsaustausch war auch diesmal sehr groß – die führenden Kanzleien aus dem Bezirk Imst und Landeck folgten der Einladung in das Weincafé Neururer – inklusive Weinkeller-Besichtigung mit Hausherr Fabian Neururer. Mario Kometer, Vorstand der Sparkasse Imst, streicht die wertvollen inhaltlichen Synergien hervor: „Bereits über Jahre pflegen wir mit den in der Region ansässigen Steuerberaterkanzleien eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Es ist erfreulich, dass so viele Steuerberaterinnen und Steuerberater unserem Ruf gefolgt sind.“